Wehwehchen heilen

Schramme und Stiche: Was Kindern bei kleinen Notfällen hilft

Autsch! Wie schnell ist es passiert, dass ein Kind beim Toben aufs Knie fällt. Gut, wenn dann ein tröstende Mama zur Stelle ist.

Autsch! Wie schnell ist es passiert, dass ein Kind beim Toben aufs Knie fällt. Gut, wenn dann ein tröstende Mama zur Stelle ist.

Ruhrgebiet.   Eine Schramme am Knie, Ärger mit Zähnen, ein Wespenstich: Schnell können bei Kindern Tränen fließen. Jetzt kommt es auf die richtige Reaktion an.

Ein kleine Unachtsamkeit nur beim Toben auf der Wiese und schon ist es passiert: Das Kind fällt aufs Knie. Autsch! Tränen kullern. Noch größer als der Schmerz ist womöglich der Schreck über den Sturz. Gut, wenn nun Mama oder Papa zur Stelle sind. Keiner tröstet so effektiv wie sie. Außer Oma und Opa vielleicht. Doch wie kann man das weinende Kind überhaupt beruhigen? Und welche Tricks helfen bei Wehwehchen, die nicht so schlimm sind, dass ein Arzt draufschauen sollte? Eine Übersicht.

Das hilft bei Zahnweh

Ein Beißring oder kalte Lebensmittel können zahnenden Kleinkindern Erleichterung verschaffen. Zu kalt dürfen die Schmerzstiller aber nicht sein, warnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Aus dem Eisfach sollten sie also nicht kommen, sondern nur aus dem Kühlschrank. Linderung bei Zahnschmerzen kann auch eine Massage des Zahnfleischs verschaffen, natürlich mit sauberen Fingern. Mittel gegen Zahnfleisch-Entzündungen oder andere lokale Betäubungsmittel sollten Eltern nicht verwenden: Sie könnten ernsthafte Krankheiten auslösen. Auch von Bernstein- oder Holzketten, die angeblich gegen Zahnschmerzen helfen, raten die Experten ab: Hier besteht die Gefahr, dass Kinder Teile verschlucken, sich Keime einfangen oder sich mit der Kette würgen.

Das hilft bei Hautproblemen

Zarte Kinderhaut steht als Sinnbild für Wohlbefinden. „Doch ihre rosige Erscheinung kann leicht darüber hinwegtäuschen, dass sie dünner ist als die Haut von Erwachsenen und viel anfälliger“, sagt die Homöopathin Martha Greiner-Jetha in dem Buch „Die große Kinderapotheke“ (126 S., Klartext-Verlag, 17 Euro). Kinderhaut benötige besondere Pflege. Etwa jedes dritte Kind unter zehn Jahren habe eine so trockene Haut, dass schon gewöhnliche Pflegemittel diese reizen könnten. „Entfettende Pflegemittel, häufiger Kontakt mit heißem Wasser und intensive Sonnenbäder sollten für Kinder tabu sein“, sagt die Expertin. Zur Körperreinigung reiche eine kleine Menge milde Seife oder sanftes Duschgel. Selbst nach einem Nachmittag im Matsch.

Aber Vorsicht vor zu viel Sonnenlicht. Falls Hut und Creme nicht ausgereicht haben, könnten dünn aufgeschnittene Gurkenscheiben die gereizte Haut angenehm kühlen. Einen ähnlichen Effekt hätten Ahornblätter, die in der Natur oft schnell zur Hand sind. Bricht man sie etwas auf, könnten sie eine wohltuende Wirkung entfalten.

Das hilft bei Insektenstichen

Wird ein Kind von einer Biene oder Wespe gestochen, ist das zunächst kein Grund zur Sorge. Es sei denn, die Haut reagiert nicht nur an der Einstichstelle, sondern auch woanders. In dem Fall sollte sich ein Arzt den Stich anschauen, empfiehlt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Möglich, dass es sich um eine allergische Reaktion handelt. Oft ist der Schreck bei einem Insektenstich groß. Ein tröstendes Heilkraut kann bei kleinem Kummer helfen. Martha Greiner-Jetha rät zu Blättern vom Frauenmantel oder Gänseblümchenkraut. Die Blätter sollten etwas aufgebrochen oder eingeschnitten und direkt auf den Stich gegeben werden. Ähnlich wie stumpfe Verletzungen sollten Stiche außerdem gekühlt werden.

Das hilft bei Blessuren

Das Kind ist hingefallen oder hat sich die Finger geklemmt: Wie tröstet man den Nachwuchs nun richtig? Reicht Pusten aus oder darf es auch ein Eis auf den Schreck sein? Beides, sagt Dana Mundt von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung. Eltern sollten auf ihr Bauchgefühl hören. „Meist hilft den Kindern schon die Aufmerksamkeit, dass jemand da ist, sie auf den Schoß nimmt oder pustet.“ Die Hauptsache sei, dass Mutter und Vater den Schmerz ernst nehmen. Ärzte warnen allerdings davor, zu heftig auf offene Wunden zu pusten. Ähnlich wie beim Niesen oder Husten würden – allerdings in geringerer Menge – Erreger ausgestoßen und könnten in die Wunde gelangen.

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