Fernsehserie

So viel Essen steckt in der Erfolgsserie „Babylon Berlin“

Staffelfinale von „Babylon Berlin“ in Essen: Oberkommissar Bruno Wolter (Peter Kurth) steht am Ufer des Baldeneysees. Freitagabendwerden diese und andere Szenen aus Essen in der ARD zu sehen sein.

Staffelfinale von „Babylon Berlin“ in Essen: Oberkommissar Bruno Wolter (Peter Kurth) steht am Ufer des Baldeneysees. Freitagabendwerden diese und andere Szenen aus Essen in der ARD zu sehen sein.

Foto: ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky Deutschland/Frédéric Batier

Essen.   Entscheidende Szenen von „Babylon Berlin“ wurden am Baldeneysee gedreht. Sie sind jetzt in der ARD zu sehen. Erinnerungen an eine aufregende Zeit.

Kritiker überschlagen sich mit Lobeshymnen, und selbst die Fernsehzuschauer sind sich einig wie nur ganz selten. „Babylon Berlin“ wird seit Monaten gefeiert wie kaum eine andere deutsche Serie jemals zuvor. Einen kleinen Teil dieses Applauses darf auch Essen für sich in Anspruch nehmen. Denn obwohl die Serie um den Kommissar und das Mädchen das sündige, verruchte und verbrecherische Berlin der 1920er-Jahre zeigt, wurden auch in Essen einige Szenen gedreht. Das ist in dieser Woche wieder abends zu sehen, wenn es in das Finale der ersten beiden Staffeln geht (Do., 10. Januar, 22.45 Uhr/Fr., 11. Januar, 22 Uhr/ARD).

Die Mitglieder des Vereins Hespertalbahn haben hinter den Kulissen einiges bewegt

Einer, der bei den Dreharbeiten in Essen vor gut zwei Jahren eine Woche lang ganz nah dran war, ist Hans Hampel. Gemeinsam mit seinen Vereinskollegen von der Hespertalbahn hat er einige entscheidende Szenen erst möglich gemacht. Gefragt waren Menschen, die sich mit historischen Eisenbahnen auskennen. Die mit einer mit Kohle betriebenen Lok und alten Waggons umgehen und das passende Schienennetz bieten können, das so gut in die damalige Zeit passt. „Ein knappes halbes Jahr vor dem Drehstart haben wir damals die Anfrage der Filmcrew bekommen“, erzählt Hans Hampel.

Für die Museumszug-Liebhaber von der Hespertalbahn der Beginn einer arbeitsintensiven Zeit, deren Höhepunkt die acht Drehtage am Baldeneysee waren. Tag und Nacht waren die Vereinsmitglieder im Einsatz. „Wir haben zum Beispiel Material transportiert und viele Rangierarbeiten an dem Filmzug durchgeführt“, sagt Hampel. Aus Bayern war eine historische Lok nach Essen gebracht worden, die eine wichtige Rolle spielte. Besonders im Gedächtnis dürfte den Fernsehzuschauern aber diese Essener Szene bleiben: Charlotte (Liv Lisa Fries) stürzt mit einem Auto ins Wasser und kämpft um ihr Leben. Auch dieser Teil des dramatischen Staffelfinals wurde am und im Baldeneysee gedreht.

Das Hardenbergufer war abgesperrt

Einige Essener bekamen erst dann von dem aufwändigen Dreh in ihrer Stadt etwas mit, als sie vor dem abgesperrten Hardenbergufer in Kupferdreh und Fischlaken gestoppt wurden. „Die Filmcrew hat auf Geheimhaltung Wert gelegt. Die Dreharbeiten sollten nicht durch Schaulustige gestört werden. Der Bereich war rund um die Uhr bewacht“, erinnert sich Hampel. Nur einige wenige Menschen seien eingeweiht gewesen.

40 Millionen Euro soll die Produktion der ersten 16 Folgen verschlungen haben. Zu sehen war die Serie zunächst auf dem Bezahlsender Sky, später dann in der ARD, wo sie auch gerade wieder gezeigt wird. Hans Hampel erinnert sich gerne an die Dreharbeiten zurück: „Es war anstrengend, hat aber auch Spaß gemacht.“

Nichts von einem divenhaften Verhalten zu spüren

Zu den beiden Hauptdarstellern Volker Bruch und Liv Lisa Fries habe es keinen Kontakt gegeben, wohl aber zu vielen anderen Akteuren: „Alle waren locker. Es war nichts von einem divenhaften Verhalten zu spüren, das Schauspielern manchmal nachgesagt wird“, sagt Hampel, der vor allem mit Regisseur Tom Tykwer häufiger zu tun gehabt hat.

Zu sehen sind die rund zehn Vereinsmitglieder der Hespertalbahn, die mit ihrer Arbeit im Hintergrund die Serie unterstützt haben, im Fernsehen nicht – bis auf eine Ausnahme: Joachim Derpmann. „Er hat eine Statistenrolle übernommen. Einen winzigen Augenblick kann man ihn am Zug sehen und erkennt ihn – wenn man weiß, dass er es ist“, sagt Hampel und lacht.

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