Grugatrasse

Stadt Essen will Grugatrasse verbreitern und asphaltieren

Die elf Kilometer lange Grugatrasse (dunkelrot) verbindet den RS1/Rheinische Bahn mit dem Ruhrtal-Radweg. Sie ist ist Essens meistbefahrener Radweg.

Die elf Kilometer lange Grugatrasse (dunkelrot) verbindet den RS1/Rheinische Bahn mit dem Ruhrtal-Radweg. Sie ist ist Essens meistbefahrener Radweg.

Foto: Selina Sielaff / funkegrafik nrw

Essen.  Die Grugatrasse ist Essens meistgenutzter Radweg. Berufspendler, Radtouristen und Fußgänger kommen sich derzeit laut Stadt zu oft in die Quere.

Diese Ankündigung könnte Alltagsradler, Berufspendler und Radtouristen in Essen enorm beflügeln: Die Grugatrasse, Essens meist befahrener Radweg, soll auf elf Kilometer Länge nicht nur durchgehend asphaltiert, sondern auch noch verbreitert werden. Das erklärte Hermann-Josef Steins, der beim Stadtbetrieb Grün & Gruga für die Planung und Modernisierung des Essener Radwegenetzes zuständig ist.

Zusammen mit dem für die Grugatrasse ebenfalls zuständigen Regionalverband Ruhr (RVR) hat Steins im NRW-Wirtschaftsministerium bereits eine Projektskizze eingereicht. „Das Ministerium hält unser Vorhaben für sinnvoll und prüft nun eine finanzielle Förderung“, fügt er hinzu. Die grob geschätzten Baukosten: 2 bis 2,6 Millionen Euro.

Ginge es nach den Wünschen der Radwegeplaner soll die Grugatrasse von jetzt drei auf demnächst fünf Meter verbreitert werden. In diesem Fall müsste die Trasse aufgeteilt werden in eine drei Meter breite Spur für Radfahrer und eine zwei Meter breite Spur für Fußgänger. Eine durchgezogene weiße Linie würde Radfahrer und Fußgänger voneinander trennen.

Essener Radfahrverbände haben sich für die Fünf-Meter-Variante ausgesprochen

Zuspruch erfährt der Radwegeplaner von Essener Radfahrverbänden. „Diese haben sich für die Fünf-Meter-Variante ausgesprochen“, sagt Steins. Die Alternative wäre ein vier Meter breiter Asphaltstreifen ohne Trennlinie, Radfahrer und Fußgänger müssten sich den Weg dann teilen.

In der öffentlichen Diskussion in Sachen Radwege scheint sich alles um die Zukunft des Prestigeprojektes Radschnellweg RS1 zu drehen, dessen Ausbau momentan stagniert. Dabei ist die Grugatrasse mit 520.000 Radfahrern im Jahr der am meisten genutzte Radweg der Stadt. „An Werktagen sorgen Alltagsradler und Berufspendler besonders in den Morgenstunden und am Nachmittag für eine hohe Nutzung“, berichtet Hermann-Josef Steins. An Wochenenden und Feiertagen hingegen würden die meisten Nutzer vom später Vormittag bis zum Nachmittag erfasst. Steins: „Dann sind die Radtouristen unterwegs.“ Rekordtag in diesem Jahr war der Karfreitag, 19. April, 3813 Radfahrer sorgten für den diesjährigen Tagesspitzenwert.

Was die Grugatrasse für Radfahrer so attraktiv macht: Sie verbindet den Radschnellweg RS1 direkt mit der Ruhrtal-Radweg, der zu den beliebtesten Radrouten in Deutschland zählt. Hinzukommt: Die Grugatrasse führt weitgehend durch dicht besiedelte Stadtlandschaft. Das macht sie besonders für Berufspendler interessant. Wer aus Steele im Osten oder Mülheim im Westen kommt, kann mit dem Fahrrad bequem seinen Arbeitsplatz an den Essener Bürostandorten erreichen. Radtouristen wiederum können an vielen Rampen bequem abfahren und Ausflugsziele wie Halbachhammer, Grugapark, Grugabad, Messe und Rüttenscheider Straße erreichen.

Bloße Asphaltierung der 3-m-Grugatrasse geht zu Lasten der Fußgänger

Um Kosten zu sparen, war die Grugatrasse ursprünglich mit einer so genannten wassergebundenen Decke ausgelegt worden. Doch diese ist mittlerweile verschlissen, insbesondere im Abschnitt zwischen Gruga und Stadtgrenze Mülheim. „Deshalb häufen sich Anfragen und Beschwerden von Bürgern“, sagt der Radwegeplaner.

Im Oktober 2014 hat Grün & Gruga bereits einen fast vier Kilometer langen Abschnitt zwischen Messe und Annental asphaltiert – allerdings eine Modernisierung mit Licht und Schatten. „Denn schnell hat sich herausgestellt, dass eine bloße Asphaltierung zwar zu Verbesserungen für das Radfahren führt, jedoch auf Kosten der Fußgänger, die sich nun den selben Raum mit schnelleren Radfahrern teilen müssen“, sagt Steins.

Mit Prognosen zum Baubeginn der Grugatrasse ist der Radwegeplaner vorsichtig. Denn vor dem ersten Spatenstich müssten auch noch die Umwelt- und Naturschutzverbände zu Wort kommen. Denn auf jeden Fall müssten Sträucher, die seit Stilllegung der alten Bahnstrecke in den Weg gewachsen sind, für die Verbreiterung gestutzt werden. Auch der eine oder andere Baum müsste fallen. Da die Bahntrasse weitgehend auf zweigleisigen Verkehr ausgelegt war, „wird sich der Eingriff ins Grün in Grenzen halten“, schätzt Hermann-Josef Steins. Nach Abschluss der Planungen könnte voraussichtlich 2021 mit dem Bau der neuen Grugatrasse begonnen werden.

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