Stadtplanung

Stadt prüft Segerothpark als Standort für Gesamtschule

Der Segerothfriedhof an der Bottroper Straße  rückt bei der Suche nach einem Standort für eine neue Gesamtschule in den Fokus.

Der Segerothfriedhof an der Bottroper Straße rückt bei der Suche nach einem Standort für eine neue Gesamtschule in den Fokus.

Foto: STEFAN AREND

Essen.   Bei der Suche nach einem Standort für eine neue Gesamtschule hat die Politik ein Auge auf den ehemaligen Segerothfriedhof geworfen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es ist ein Ort der Ruhe, aber mit der könnte es vielleicht bald vorbei sein: Bei der Suche nach einem geeigneten Standort für eine neue Gesamtschule hat die Stadt einen Auge auf den Segerothpark im Nordviertel geworfen.

Der verwunschene Park mit seinen knochigen Bäumen verdankt seinen Namen dem Segeroth, dem einst berüchtigten Arbeiterviertel am Rande der Innenstadt. Der Bombenkrieg ließ davon kaum etwas übrig. Was blieb, musste Anfang der 1970er Platz machen für die Universität. Verwitterte und windschiefe Grabsteine zeugen davon, dass der Segerothpark einmal ein Friedhof war.

Nun soll die Planungsverwaltung auf Antrag von SPD und CDU prüfen, ob sich die Grünfläche für eine Bebauung eignen würde. Ein Ort für Wohnungen, Gewerbe, Büros oder eben eine neue Schule.

Die Verwaltung favorisiert ein Grundstück an der Erbslöhstraße

Die Verwaltung favorisiert dafür als Standort ein 38 000 Quadratmeter großes Grundstück an der Erbslöhstraße in Altenessen-Süd. Dieses gilt nicht zuletzt aufgrund der direkten Anbindung an die U-Bahn als besonders gut geeignet. Stadtteilpolitiker von CDU und SPD sähen dort allerdings lieber Wohnungsbau.

Als mögliche Alternative zum Standort Erbslöhstraße galt bislang das Thurmfeld nahe der Universität. Doch auch die Hochschule möchte dort bauen und zwar ein Zentrum für Wasser und Umweltforschung samt Campus für 8,8 Millionen Euro. Der erste Spatenstich soll schon Anfang 2019 erfolgen. Im Rathaus nennt man das ambitioniert. Das Planungsrecht stünde dem aber nicht im Wege. Zumindest im südöstlichen Teil des Geländes ließe der Flächennutzungsplan die geplante Bebauung zu. Für den Rest des Areals wäre ein Bebauungsplan aufzustellen.

„Die Universität ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“

In einem Gespräch mit den Spitzen der Ratsfraktionen konnte Uni-Rektor Ulrich Radtke in dieser Woche wohl auch letzte Zweifel ausräumen. „In der Politik ist unstrittig, dass die Uni da hin muss“, sagte CDU-Fraktionschef Jörg Uhlenbruch. Zumal die Hochschule offenbar mit dem Gedanken spielt, sich über das Thurmfeld hinaus zu erweitern. Die Universität sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Stadt auch mit Blick auf Existenzgründungen, betont Uhlenbruch. Da will ihr niemand Steine in den Weg legen.

Womit die Suche nach einem alternativen Standort für eine Gesamtschule für all jene drängender wird, die meinen, die Erbslöhstraße sei nicht der richtige. Dann vielleicht besser der Segerothpark? Die Stadt hat die einstmals verwilderte Grünanlage vor Jahren in einen Park verwandelt. Der hat jüngst bei heftigen Sturmereignissen zwar arg gelitten. Dass die Stadt einen Park aufgibt, um das Gelände zu bebauen, wäre gleichwohl alles andere als selbstverständlich.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (6) Kommentar schreiben