Steele

Steeler Handel fordert: Demos nicht zeitgleich veranstalten

Wenn die Steeler Jungs durch den Stadtteil ziehen, verhindert die Polizei ein direktes Aufeinandertreffen mit Gegendemonstranten, etwa von „Steele ist bunt“.

Wenn die Steeler Jungs durch den Stadtteil ziehen, verhindert die Polizei ein direktes Aufeinandertreffen mit Gegendemonstranten, etwa von „Steele ist bunt“.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Essen.  “Eine Eskalation brauchen wir in Steele am allerwenigsten“, sagt Leon Finger, Chef der Werbegemeinschaft. Er fordert: Zeitversetzt demonstrieren.

Die drohende Eskalation in Steele durch ein mögliches Aufeinandertreffen von Steeler Jungs und Antifa am 19. September hat auch die Kaufmannschaft hellhörig gemacht. Léon Finger, Vorsitzender der Werbegemeinschaft „Initiativkreis City Steele“, führt ein alteingesessenes Textilgeschäft am Kaiser-Otto-Platz. Die Entwicklung direkt vor seiner Ladentür beobachtet er zunehmend mit gemischten Gefühlen. „Eine extremistische Eskalation brauchen wir in Steele am allerwenigsten“, sagt der Geschäftsmann.

Sieht er einen Ausweg aus der Eskalationsspirale? „Ich würde mir wünschen, dass die Demonstrationen in Zukunft nicht mehr zeitgleich stattfinden“, sagt Finger. Ein erster Versuch, das Aktionsbündnis „Steele bleibt bunt“ zu einer Verlegung seiner Kundgebungen zu bewegen, sei leider erfolglos geblieben.

Initiativkreis lobt das „solide Vorgehen der Polizei“, bedauert aber Schließung der Wache

Dass es bislang nicht zu einem direkten und möglicherweise gewalttätigen Aufeinandertreffen beider Seiten – hier Steeler Jungs, dort „Steele bleibt bunt“ und „Essen stellt sich quer“ – gekommen ist, ist aus Sicht des Initiativkreis-Sprechers auch ein Verdienst der Polizei. „Sie macht eine solide Arbeit und verhindert eine direkte Konfrontation.“ Ein Kompliment, das Finger sogleich relativiert: „Wie kann die Polizei angesichts der aktuellen Entwicklung die Wache Steele schließen? Das hat erhebliche Verunsicherung in der Bevölkerung ausgelöst.“

Andere würden möglicherweise in Panik verfallen und einen Imageverlust für den Einzelhandel diagnostizieren, doch Léon Finger übt sich demonstrativ in Gelassenheit. „Die Demokratie muss das aushalten, trotz der Demonstrationen ist Steele nach wie vor ein attraktiver Einzelhandelsstandort.“

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben