Beruf

Studium abgebrochen? Keine Sorge, sagen Essener Job-Experten

Heike Alberts, rechts und Özcan Tek, links vom Akademischen Beratungs-Zentrum Studium und Beruf, im Arbeitsamt in Essen. Es wurde über Studienabbruch referiert.

Heike Alberts, rechts und Özcan Tek, links vom Akademischen Beratungs-Zentrum Studium und Beruf, im Arbeitsamt in Essen. Es wurde über Studienabbruch referiert.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Essen.  Manche Studierende überlegen, abzubrechen. Aber was kommt dann? Die Essener Agentur für Arbeit zeigt Alternativen auf und vermittelt Kontakte.

Warum brechen Studierende ab? „Dafür gibt es viele Gründe“, sagt Jessica Voß, die als Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit in Essen tätig ist. Von mangelnder Motivation über fehlendes Interesse am Fach bis hin zu finanziellen Sorgen. „Wichtiger als die Ursache ist die Frage: Was nun? Wie kann ein beruflicher Neustart gelingen?“, so Voß. Antworten gab es auf einer Orientierungsveranstaltung für Studierende.

Dort informierten Kooperationspartner über Alternativen und passende Ansprechpartner. Voß machte den Teilnehmern zunächst Mut: „Viele trauen sich nicht, über einen Studienausstieg zu sprechen, weil es leider ein schambehaftetes Thema ist. Zu Unrecht!“ Aussteiger wären durch ihre Qualifikationen und fachlichen Kenntnisse, die sie im Studium erlernt haben, eine attraktive Zielgruppe. Gerade mit Blick auf den Fachkräftemangel rückt diese Personengruppe bei Arbeitgebern in den Fokus, betont die Berufsberaterin.

Studienabbrecher sind bei Arbeitgebern gefragt

Sorgen um einen beruflichen Neustart müssten sich die Studierenden demnach nicht machen – vor allem, weil es viele Unterstützungsangebote gäbe. Zu den Alternativen zählt vor allem die betriebliche Ausbildung, aber auch ein direkter Berufseinstieg. Beides könne neue Karriereperspektiven eröffnen, erklärt Voß. Dazu bietet die Agentur für Arbeit Beratungsgespräche an. Dort werden zunächst die persönlichen Qualifikationen und Interessen analysiert – danach werden Ausbildungen oder Arbeitsplätze in den dazu passenden Berufsfeldern vermittelt.

Die Agentur für Arbeit hilft darüber hinaus aber auch beim Schreiben von Bewerbungen und beim Vorbereiten auf Vorstellungsgespräche. Unterstützung gibt es auch bei der Essener Industrie- und Handelskammer sowie der Essener Kreishandwerkerschaft. Beide Institutionen vermitteln Bewerbungen an Essener Betriebe und betonen, dass auch bei ihnen Aussteiger gerne gesehen wären. Für eine Beratung sollten Studienabbrecher jedoch schon grob wissen, welchen beruflichen Weg sie einschlagen möchten.

Uni berät bei Fachwechsel-Wünschen

Wer allerdings an seinem Studium zweifelt aufgrund von Prüfungsangst oder mangelndem Interesse am Fach, der kann sich bei der Allgemeinen Studienberatung seiner Universität melden. Dort gäbe es Beratungsgespräche zum Thema Studienwechsel oder Workshops zur Lernvorbereitung, erklärte die Universität Duisburg-Essen als Kooperationspartner.

Speeddating hilft, erste Kontakte zu knüpfen

Bei einem Speeddating konnten die Teilnehmer die unterschiedlichen Kooperationspartner kennenlernen. Eine der dreißig Studierenden bei der Informationsveranstaltung war Alina Sauer. Sie hat ihren Bachelor in Tourismus-Wirtschaft vor Kurzem abgebrochen, weil sie lieber in die Medienbranche wechseln möchte. „Ich könnte mir eine Ausbildung zur Medienkauffrau oder im Marketingbereich vorstellen“, erzählte die 20-jährige Essenerin. Sie vereinbarte direkt einen Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit, die ihr eine Ausbildung vermitteln möchte. Auch Maschinenbau-Student Grace Bunda wurde fündig: Er informierte sich bei der Kreishandwerkerschaft über mögliche handwerkliche Ausbildungen. „Ich möchte lieber praktisch arbeiten und mich umorientieren“, so der 24-Jährige.

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