Vandalismus

Vandalismus in Essen-Kupferdreh: Pläne für Sicherheitsdienst

Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in Kupferdreh sei kaum eröffnet gewesen, da sei er schon großflächig besprüht worden: Die Missstände beklagen Jürgen Gentzmer und Ulla Höbler von der Aktionsgemeinschaft.

Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in Kupferdreh sei kaum eröffnet gewesen, da sei er schon großflächig besprüht worden: Die Missstände beklagen Jürgen Gentzmer und Ulla Höbler von der Aktionsgemeinschaft.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen-Kupferdreh.  Jugendliche und Politik ins Boot holen, Straftaten anzeigen: Kupferdreher wehren sich gegen Vandalismus. Kameras an Graffiti-Hotspots angedacht.

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Weil sie nicht länger zusehen wollen, wie ihr Stadtteil verunstaltet wird, gehen Kupferdreher jetzt gemeinsam gegen Vandalismus vor. Nach ersten Treffen der Aktionsgemeinschaft folgen konkrete Pläne, zu denen ein Sicherheitsdienst und auch Kameras zählen. Und es gibt erste Erfolge: Schmierereien sind beseitigt, drei Sprayer auf frischer Tat ertappt worden.

Seit mehr als 30 Jahren lebt Ulla Höbler in Kupferdreh, wo die Missstände sich immer weiter zugespitzt hätten: „Beschmierte Wände, zerstörte Bänke und unkenntlich gemachte Verkehrsschilder, das zieht sich durch den ganzen Stadtteil.“ Und der Zentrale Omnibusbahnhof sei bereits beschädigt worden, kaum dass er eröffnet worden sei. „Dabei ist das das Eingangstor zum Stadtteil“, sagt die 67-Jährige.

Den Verursachern lange Zeit freie Hand gelassen

Ulla Höbler will aber nicht nur klagen, sie hat auch gehandelt und sich der Aktionsgemeinschaft gegen Vandalismus angeschlossen. Ins Leben gerufen wurde diese von der Kupferdreher Bürgerschaft, deren Mitglieder wie Johann Rainer Busch die Zerstörung seit Jahren anprangern („Wir haben den Verursachern viel zu lange freie Hand gelassen, so dass sich das Problem hochgeschaukelt hat“).

Der Geduldsfaden ist den Mitgliedern dann gerissen, „als das Ehrenmal im Benderpark vollgesprüht wurde“, blickt Marc Hubbert zurück. Sie lobten eine Belohnung von 500 Euro aus und freuen sich nun, „dass die Polizei Hinweisen nachgeht und ermittelt“, sagt Jürgen Gentzmer, zweiter Vorsitzender der Bürgerschaft. Deren Mitglieder haben die Kupferdreher an einen Tisch geholt, haben sich Tipps von der Polizei geben lassen („immer Anzeige erstatten“) und wollen die Bürger über die Möglichkeiten aufklären.

OB und Ordnungsdezernent haben Gesprächsbereitschaft signalisiert

„Wir haben einen Brief an den Oberbürgermeister und an Ordnungsdezernent Christian Kromberg geschrieben“, sagt Jürgen Gentzmer. Sie hätten Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die Kupferdreher hoffen zudem weiterhin auf Unterstützung der Politiker und wollen Jugendliche ins Boot holen. Das Ergebnis sollen nicht nur gemeinsame Projekte sein, sondern auch Fragen wie: „Was wünschen sich Jugendliche in ihrem Stadtteil“, sagt der Vorsitzende.

„Wir wissen doch, dass es nur einige, sehr wenige Jugendliche sind, die ihre Freizeit mit Straftaten, mit Verunstaltung fremden Eigentums verbringen“, formuliert Ulla Höbler. Mit allen Jugendlichen gemeinsam möchten die Mitglieder der Aktionsgemeinschaft überlegen, wie ihr aller Stadtteil Kupferdreh für diese Altersgruppe attraktiver gestaltet werden könne.

Einrichten einer Mängelmelder-App soll Kontakt zur Stadt erleichtern

Nicht zuletzt gibt es aber auch die Überlegung, die Lage mit Hilfe eines Sicherheitsdienstes und der Installation von Kameras zu beruhigen. So könnten „Graffiti-Hotspots“ in Kupferdreh überwacht werden – wohlwissend, dass es auch eine Frage von Kosten und ebenso der Rechtslage ist, wenn es um die Videoüberwachung im öffentlichen Raum geht.

Rascher umzusetzen könnte das Einrichten einer Mängelmelder-App sein, die den unbürokratischen Kontakt etwa zur Stadt herstellt. An Ideen jedenfalls mangelt es nicht, und die Aktiven hoffen nun, dass sie weitere Kupferdreher sensibilisieren können und diese ebenfalls nicht mehr wegschauen.

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