Beliebte Kinderfigur

Vater von Ritter Rost verrät in Essen sein Erfolgsgeheimnis

Ritter Rost und sein Erfinder: Der Essener Kinderbuchautor Jörg Hilbert präsentiert sein neues Buch „Ritter Rost und das Einhorn“. Am Samstag liest er daraus im Museum Folkwang vor.

Ritter Rost und sein Erfinder: Der Essener Kinderbuchautor Jörg Hilbert präsentiert sein neues Buch „Ritter Rost und das Einhorn“. Am Samstag liest er daraus im Museum Folkwang vor.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen.  Ritter Rost ist der Star vieler Kinder. Im Essener Museum Folkwang lässt sein Erfinder nun tief in die Welt der Kult-Figur blicken.

Nachts fing alles an. Als Jörg Hilbert und seine vier Brüder nicht schlafen konnten, versetzten sie sich gemeinsam in andere Welten. Märchenhaft und zeitlos. Losgelassen hat ihn das nie, wie Hilbert erzählt: „Diese Geschichten kommen ganz tief aus meiner eigenen Kindheit“, sagt er über seine Bücher. Denn als der Illustrator die ersten Ideen zu Papier brachte, entstanden schnell die Abenteuer des Ritter Rost. Mittlerweile hat die Kult-Reihe eine ganze Generation von Kindern und Eltern begleitet.

25 Jahre ist es schon her, als Hilbert seine Figur zum ersten Mal auf Reisen schickte. Damals lernte er während seines Studiums in Essen den Komponisten Felix Janosa kennen, der die Musik beisteuerte. Es folgten unzählige Adaptionen: Hörbücher, Theaterfassungen, Musikvideos und sogar zwei Verfilmungen. Hilbert schrieb und zeichnete weiter. In diesem Jahr erschien „Ritter Rost und das Einhorn“.

Bildershow zum neuen „Ritter Rost“-Buch im Essener Museum Folkwang

Anlässlich des Jubiläums präsentiert der Autor sein aktuelles Werk am Samstag, 7. Dezember, um 15 Uhr im Museum Folkwang als unterhaltsame Bildershow mit Live-Musik, passend zu der aktuellen Ausstellung „Der montierte Mensch“, in der es um die Verbindung Mensch/Maschine geht. Dass der gebürtige Sindelfinger endlich wieder hier, wo er lebt und Kommunikationsdesign studierte, lesen kann, ist auch für ihn ein Highlight: „Der Folkwang-Gedanke hat mich damals nach Essen gelotst“.

Die neueste „Rost“-Reise verhandelt tagesaktuelle Themen, wie Hilbert verspricht: „Es ist eine Mischung aus Arche Noah, Flüchtlings- und Klimakrise.“ So begegnet sein Held etlichen Tieren, darunter eine Gruppe Biber, die einen Staudamm errichtet. Um die Folgen des steigenden Wassers scheren sie sich jedoch wenig. Genauso wenig wie ein Faultier, das sich trotz aller Dringlichkeit auf dem Klo einschließt. Lösen kann auch „Ritter Rost“ diese Probleme nicht. Aber, so Hilbert über diese Krisen-Motive: „Man kann das unterschiedlich benennen und mit den Kindern besprechen.“

Der Autor möchte nicht den moralischen Zeigefinger heben

Ohnehin versteht der Autor sein Werk nicht als pädagogisches Projekt, das den moralischen Zeigefinger erhebt: „Es ist lustig, aber mit einem hintersinnigen Humor.“ Und dieser Spaß soll für Kinder, aber auch für die Eltern sein, so der Schöpfer: „Die Erwachsenen lachen über andere Dinge.“

Beide dürfen sich wieder auf die bewährten Figuren aus Hilberts Kosmos freuen. Denn die Konstellation rund um den „Angeber und Kindskopf“, so Hilbert über seinen „Rost“, ist geblieben: Da ist Koks, der Drache, der stets viel Unsinn im Kopf hat. Oder da ist das Burgfräulein Bö, das als hilfreiche und gute Seele die Eiserne Burg behaust. Und natürlich erklingt wieder der genreübergreifende Soundtrack von Felix Janosa. Der Song „Atlantis“ sei etwa an den Rockballaden-Stil von Pink Floyd angelehnt.

Ein alter Peugeot hat den Ritter-Rost-Erfinder am Zeichenblock inspiriert

„Er ist ein Meister der Vielfalt“, lobt Hilbert seinen langjährigen Komponisten-Kollegen. Ein Peugeot 404 Kombi und eine alte Registrierkasse haben Hilbert damals am Zeichenblock inspiriert. In Zeiten, in denen sogar Kinder im Cyberspace Zuhause sind, erscheint sein Protagonist fast wie eine nostalgische Figur. Doch warum soll diese Märchengestalt auch jeder Mode hinterherrennen?

Zwar tauchen am Rande auch Alltagsphänomene wie Handys und Internet in den Geschichten auf, aber, so Hilbert: „Die Dinge, die gefeiert werden, funktionieren bei ihm nicht. Den Begriff der Nachhaltigkeit hat er schon früh geprägt.“ Daher schickt der 54-Jährige seinen Ritter Rost auch weiterhin auf Reisen. Zwei weitere Bücher hat Hilbert bereits geschrieben, mit denen er seine Fans in märchenhafte Welten entführen will. Wie schon früher in seiner Kindheit.

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