Umwelttechnik

Verunreinigte Feuerlöschwasser: Essener präsentieren Lösung

Martin Cornelsen, Geschäftsführender Gesellschafter der Cornelsen Umwelttechnologie GmbH und Umweltministerin des Landes NRW Ursula Heinen-Esser. Das Land hat das Unternehmen mit einer Förderung unterstützt.

Martin Cornelsen, Geschäftsführender Gesellschafter der Cornelsen Umwelttechnologie GmbH und Umweltministerin des Landes NRW Ursula Heinen-Esser. Das Land hat das Unternehmen mit einer Förderung unterstützt.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  Die Firma Cornelsen hat eine mobile Reinigungsanlage entwickelt. Sie holt damit gefährliche PFC-Chemikalien aus Löschschäumen aus dem Wasser.

Martin Cornelsen hat mit seinen Mitarbeitern am Mittwoch in Essen eine Weltneuheit präsentiert: Es ist eine mobile Anlage, die mit Feuerlöschwasser verunreinigtes Wasser aufbereiten kann. „Es ist ein kleiner Beitrag für einen vorsorgenden Gewässerschutz“, sagt Cornelsen fast bescheiden.

Im Fokus stehen dabei PFC (per- und polyfluorierte Chemikalien). Der Mensch nimmt PFC hauptsächlich über die Nahrung und verunreinigtes Trinkwasser auf. Bestimmte PFC-Stoffe gelten als potenziell krebserregend und erbgutverändernd. Sie sind unter natürlichen Bedingungen nicht abbaubar und reichern sich deshalb in der Natur an. 2006 machte PFC hierzulande Schlagzeilen, weil erhöhte Konzentrationen in der Ruhr und der Möhne entdeckt wurden. Damals hat Martin Cornelsen damit begonnen, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie man PFC schnell und effektiv aus dem Wasser herausbekommen kann. Schnell gerieten dabei die Löschschäume in den Fokus, die die Feuerwehren standardmäßig einsetzen. „Man kann diesen keinen Vorwurf machen. Sie verwenden nur das, was es am Markt gibt“, sagt Martin Cornelsen.

Anlage kann mit wenig Aufwand viel PFC herausfiltern

In jahrelanger Forschungsarbeit zusammen mit den Fraunhofer Institut Umsicht in Oberhausen hat seine Firma, die Cornelsen Umwelttechnologie, die Löschwasser-Reinigungsanlage entwickelt. Das Besondere daran ist: Sie kann mit möglichst wenigen Wirkstoffen eine sehr hohe Menge an PFC herausfiltern. „In dieser Art ist das einmalig“, so Cornelsen. Das Verfahren haben sich beide Partner patentrechtlich schützen lassen. Das Land NRW hat die Entwicklung mit 170.000 Euro gefördert.

Die Anlage befindet sich in einem herkömmlichen Überseecontainer und kann somit binnen kurzer Zeit an den Ort des Geschehens gebracht werden. „Jeder, der Löschwasser nach einem Brand im Einsatz hatte, kann uns ansprechen“, sagt Cornelsen. Allerdings schlagen dabei zwei Herzen in seiner Brust: Aus Unternehmersicht wünscht sich der Geschäftsführer natürlich möglichst viele Einsätze, aus Sicht des Umweltschützers so wenige wie möglich.

Als nächsten Schritt will Cornelsen sein Patent nach Übersee bringen. „In den USA ist man beim Thema PFC schon weiter. Die Menschen dort sind stärker sensibilisiert.“

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