Digitaler Wandel

Zeche Zollverein wird zum Treffpunkt der Gaming-Welt

Mit der VR-Brille in fremde Welten eintauchen. Beim „Next-Level-Festival“ ist das möglich. Hier eine Spielszene aus dem Vorjahr im NRW-Forum in Düsseldorf.

Mit der VR-Brille in fremde Welten eintauchen. Beim „Next-Level-Festival“ ist das möglich. Hier eine Spielszene aus dem Vorjahr im NRW-Forum in Düsseldorf.

Foto: André Hirtz / André Hirtz / Funke Foto Services

Essen.  Beim Next-Level-Festival dreht sich alles um die Zukunft der digitalen Spiele in Kunst und Kultur. Projekt soll drei Jahre lang in Essen laufen.

Die Zeche Zollverein wird im Herbst zum Treffpunkt der Gaming-Welt. „Next Level“ heißt das Festival, bei dem sich alles um die Zukunft der digitalen Spiele in Kunst und Kultur dreht. Das Kulturprojekt des Kultursekretariats NRW wird bereits seit 2010 in verschiedenen Städten realisiert. Nach jeweils dreijährigen Gastspielen im Köln, dem Dortmunder U und dem NRW-Forum Düsseldorf wird das Next Level-Festival vom 28. November bis 1. Dezember erstmals auf dem Welterbe Zeche Zollverein ausgerichtet.

Erwartet werden nicht nur begeisterte Gamer, Entwickler und Medienkunstschaffende. Weil zu den thematischen Schwerpunkten des Festivals neben der Kreativwirtschaft vor allem auch die kulturelle und medienpädagogische Bildung gehören, sind auch Eltern, Lehrer und Schüler eingeladen. So sei man bereits im Gespräch mit Partnerschulen rund um Zollverein, erklärt Martin Maruschka vom Kultursekretariat NRW An einem der vier Festival-Tage würden ganz gezielt Schulen eingeladen. Perspektivisch sei auch geplant, dass die Schulen Unterrichtsergebnisse im Rahmen des Festivals zeigen können.

Weil das Thema Medienkompetenz angesichts einer laut Maruschka stetig steigenden Zahl von Spielern in der Gesellschaft hohen Stellenwert hat, unterstützt auch die Stadt Essen das Projekt. Sie stellt dem Kultursekretariat NRW die Zollverein-Halle 12 im Rahmen der mit der Stiftung Zollverein geschlossenen Kooperationsvereinbarungen nicht nur mietkostenfrei zur Verfügung. Auch der Kulturausschuss hat unlängst noch einmal 25.000 Euro für das zukunftsgerichtete Format bewilligt.

Anders als beispielsweise bei der Messe Gamescom geht es bei „Next Level“ schließlich nicht um den kommerziellen Aspekt der Spieleentwicklung, sondern um die Hinterfragung und Vermittlung virtueller Welten, um die Untersuchung von Potenzialen und Perspektiven.

Künstlerische Spiele und spielbare Installationen, Symposium, Ausstellung und Talks sowie Performances zum Thema digitale Spiele gehören dabei zum Angebot. Ausprobieren und mitmachen sei ausdrücklich erwünscht, heißt es seitens der Veranstalter. Wenn es beispielsweise um die Frage geht, wie Digitalität die Kunstproduktion verändern kann und welche Möglichkeiten Apps für die Musikproduktion und Vermittlung in und mit Games bieten?

Im NRW-Forum Düsseldorf beispielsweise konnten sich Teilnehmer im vergangenen Jahr mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille in „Einzelhaft“ sperren lassen – Raumenge und Originalgeräusche inklusive. Oder sich als virtueller Sisyphos an einem riesigen Berg abarbeiten.

Akademie für Theater und Digitalität stellt sich vor

Vorstellen werden sich auch die ersten Stipendiaten der von Stadt Dortmund, dem Land NRW und der Kulturstiftung des Bundes geförderten Akademie für Theater und Digitalität. Das Forschungsprojekte an der Schnittstelle von Theater und Digitalität ist in diesem Frühjahr an den Start gegangen.

Für einen besonderen lokalen Link sorgt schließlich auch die Ausstellung „Der montierte Mensch“ im Museum Folkwang, das sich zeitgleich in einer großen Herbstausstellung mit dem Wechselverhältnis von Mensch und Maschine beschäftigt.

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