Gericht

Züge gereinigt: Essener Chef bezahlte Mitarbeiter „schwarz“

Ein Essener Unternehmer muss sich vor Gericht wegen Steuerhinterziehung und Sozialbetrug verantworten.

Ein Essener Unternehmer muss sich vor Gericht wegen Steuerhinterziehung und Sozialbetrug verantworten.

Foto: Bernd Thissen / picture alliance

Essen.  Es geht um Steuerhinterziehung und Sozialbetrug: Ein Unternehmer reinigte DB-Züge und bezahlte Mitarbeiter schwarz. Nun steht er vor Gericht.

Der Auftrag schien lukrativ. Ein Unternehmer aus Essen war 2011 mit der Deutschen Bahn ins Geschäft gekommen. Der Job: Zug-Reinigung und Winterdienst. Doch schnell war klar, dass sich die Kosten kaum decken ließen. Seit Montag steht der 42-Jährige vor Gericht.

Es geht um Steuerhinterziehung und Sozialbetrug. Der Gesamtschaden soll sich auf rund eine halbe Million Euro belaufen. Was der Angeklagte auch gar nicht bestreiten will. Der Familienvater hatte sich 2011 selbstständig gemacht. Den Auftrag von der Bahn hatte er von einem bereits verurteilten Bekannten übernommen. Genau wie auch dessen kriminelle Geschäftspraktiken.

„Ihm war schnell klar, dass da etwas nicht stimmen konnte“, sagte der Verteidiger zum Prozessauftakt vor dem Essener Landgericht. So hätten Vollzeit-Arbeitnehmer zum Beispiel nur 500 Euro erhalten – schwarz auf die Hand. Um den Rest wollte sich sein Bekannter und Vorgänger kümmern, der ebenfalls hohe Geldbeträge erhalten habe. Auch Sozialversicherungsbeiträge wurden nicht abgeführt. „Er hat sich das alles lange Zeit schöngeredet“, so der Verteidiger.

Zwei Jahre ging die Sache gut, dann tauchten Steuerfahndung und Zoll auf. Vor Gericht kann der 42-Jährige allerdings mit einer Bewährungsstrafe rechnen. Das haben ihm die Richter im Falle eines umfassenden Geständnisses bereits zugesagt.

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