Stefan Keuter

Zweifel an „Anschlags“-Version des Essener AfD-Abgeordneten

Der Essener AfD-Politiker und Bundestagsabgeordnete Stefan Keuter stilisierte sich wegen eines angeblichen Anschlags auf den Briefkasten an seinem Werdener Domizil als Opfer. Nach Darstellung der Polizei ist von Unbekannten lediglich sein Namensschild vom Briefkasten entfernt worden. 

Der Essener AfD-Politiker und Bundestagsabgeordnete Stefan Keuter stilisierte sich wegen eines angeblichen Anschlags auf den Briefkasten an seinem Werdener Domizil als Opfer. Nach Darstellung der Polizei ist von Unbekannten lediglich sein Namensschild vom Briefkasten entfernt worden. 

Foto: Achim Melde / Dt. Bundestag

Essen.  Anschlag? Massive Sachbeschädigung? Vom Briefkasten des AfD-Politikers Stefan Keuter sei nur das Namensschild entfernt worden, so die Polizei.

An der vom Essener AfD-Bundestagsabgeordneten Stefan Keuter verbreiteten „Anschlags“-Version auf den Briefkasten in seinem Werdener Domizil sind erhebliche Zweifel aufgekommen. In unserem Bericht vom 13. August hatte der Parlamentarier von einem „Anschlag auf den Briefkasten“ berichtet, bei dem es eine „massive Sachbeschädigung“ gegeben habe.

Doch ein Werdener Bürger, der dieser Zeitung namentlich bekannt ist, aber anonym bleiben möchte, widerspricht dieser Darstellung entschieden. „Den von Herrn Keuter vorgegebenen ‘Anschlag’ auf den Briefkasten hat es nicht gegeben“, sagt der Mann.

Polizei spricht nur von Diebstahl eines Namensschildes, nicht von Sachbeschädigung

Eine Nachfrage bei der Essener Polizei ergibt ein ähnliches, eher undramatisches Bild. Am 15. November 2018 hätten Unbekannte das Namensschild des AfD-Politikers vom Briefkasten entfernt, sagt ein Polizeisprecher. Es sei zwar eine Strafanzeige geschrieben worden: allerdings wegen Diebstahls und keinesfalls wegen Sachbeschädigung und erst recht nicht wegen „massiver Sachbeschädigung“. Von einem „Anschlag“ ist überhaupt keine Rede. Wie die Polizei weiter mitteilt, sei noch ein Aufkleber an dem Briefkasten angebracht worden. Der nicht näher beschriebene Inhalt des Aufklebers deute eher auf Leute aus dem Antifa-Milieu hin.

Trotz der nun bekanntgewordenen neuen Erkenntnisse sieht sich der Essener Politiker weiterhin als Opfer und keinesfalls als jemand, der geflunkert hat. „Das Namensschild ist entfernt worden, dabei wurde sehr wohl massive Gewalt angewendet“, bekräftigt Keuter. Denn das Namensschild sei nicht angeklebt, sondern fest mit dem Briefkasten verbunden gewesen.

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