Reparaturen

89-Jähriger repariert Uhren aus Fröndenberger Repair-Café

Der 89-Jährige fährt zu jedem Treffen ins Repair-Café nach Fröndeberg und repariert Uhren.

Der 89-Jährige fährt zu jedem Treffen ins Repair-Café nach Fröndeberg und repariert Uhren.

Foto: Sophie Beckmann / WP

Fröndenberg/Unna.  Der knapp 90-jährige Fritz Stüwe ist leidenschaftlicher Heimwerker und Uhrenfan. In seinem Keller hat er eine eigene Werkstatt.

Die mit Teppich bedeckten Holzstufen knarren und quietschen, als der 89-jährige Fritz Stüwe sie herunter schlendert. Ein leicht feuchter, typischer „Kellergeruch“ steigt einem in die Nase. In einem der Räume ballen sich Werkzeugkästen, Schraubenzieher, Nägel und Hammer. Mehrere Tischlampen erhellen den Raum und sorgen für Licht. Ein rotes Schild sticht direkt ins Auge: „Geht nicht – gibt’s nicht“ steht drauf. „Das ist mein Motto“, sagt Fritz Stüwe und steht dabei stolz in seiner kleinen Werkstatt. Hier repariert er die Uhren der Menschen aus dem Repair-Café Fröndenberg. „Ich brauche einfach diese Herausforderung“, sagt Stüwe. Dass der begeisterte Heimwerker bald 90 Jahre alt wird, hält ihn nicht davon ab, auch mal fünf Stunden am Stück in seiner Werkstatt zu stehen und zu basteln.

Er habe sich schon immer für Uhren interessiert. „Als kleiner Junge habe ich alle möglichen Modelle repariert – obwohl meine Schwester immer gesagt hat ,du nimmst die Uhren einfach nur auseinander‘“, erzählt er und lacht. Der 89-Jährige wohnt in Unna und fährt zu jedem Termin ins Repair-Café nach Fröndenberg. „Ein Freund nimmt mich immer mit, denn mittlerweile traue ich mir nicht mehr zu, Auto zu fahren, ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste.“ Egal ob Wand- oder Standuhren, kleine oder große, Fritz Stüwe repariert sie alle.

Eigene Werkstatt im Keller

„Das habe ich mir alles selbst aufgebaut“, sagt Stüwe und wirkt dabei ein wenig stolz. Aktuell repariere er eine Uhr einer Besucherin des Repair-Cafés. Die eher kleine goldene Wanduhr hat viele Verschnörkelungen. „Ich habe dieses Exemplar die Gold-Uhr getauft.“

Um die verschiedenen Modelle reparieren zu können, brauche es viel Feingefühl und vor allem Geduld. „Besonders das Einstellen ist häufig eine der größten Herausforderungen für mich.“ Doch der 89-Jährige brauche einfach dieses Erfolgserlebnis. „Da ich so ein Uhren-Fan bin, ist es für mich einfach ein richtiger Erfolg, solch ein Prachtexemplar repariert zu haben.“ Die Uhren werden nach Fertigstellung dann bei ihm zuhause abgeholt. Fritz Stüwe hat seine eigenen Visitenkarten, die er an alle Besucher des Repair-Cafés verteilt.

Reparatur ist kostenlos

„Ich mache das nicht umsonst, weil es sich die Menschen nicht leisten können, sondern weil ich es einfach gerne machen“, sagt Stüwe. Die Reparatur ist nämlich kostenlos. Lediglich die neuen Teile, die gebraucht werden, müssen bezahlt werden. Der knapp 90-Jährige blättert in einem Katalog und zeigt auf die verschiedenen Teile, die häufig neu bestellt werden müssen. Dazu gehören zum Beispiel Uhrenzeiger, oder Kleinteile, wie spezielle Schrauben.

„Es ist einfach so schön zu sehen, wie sehr sich die Menschen freuen, wenn ich ihnen die Uhren repariere.“ Teilweise rufen sie den 89-Jährigen an und fragen einfach, wie es ihm geht, sagt er. Andere schicken ihm sogar Karten zu Weihnachten, oder kommen nochmal extra bei dem 89-Jährigen zuhause vorbei, um sich zu bedanken. Einmal habe er von einer Dame sogar selbst gestrickte Socken und ein anderes Mal von einem älteren Herr eine Uhr geschenkt bekommen. Darüber freut sich Fritz Stüwe immer sehr.

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