Auffangstation

Die Fröndenbergerin Helga Meissner hilft Eichhörnchen in Not

Helga Meissner zieht die Säuglinge groß und wildert sie dann im Wald aus. 

Helga Meissner zieht die Säuglinge groß und wildert sie dann im Wald aus. 

Foto: Helga Meissner

Fröndenberg/Iserlohn.  Helga Meissner lebt in Fröndenberg und betreibt eine Auffangstation für Eichhörnchen. Manche Nager sind ihr ganz besonders ans Herz gewachsen.

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Mittlerweile sind die Bäume kahl, die bunten Blätter bedecken den Boden. Eigentlich sieht es nach einem ganz normalen Wäldchen im Iserlohner Raum aus. Doch wer genau hinschaut, kann die kleinen Holzkisten erkennen, die an den Bäumen hängen – Futterstationen für Eichhörnchen. Sieben verschiedene Stationen gibt es für die Nager in einem Wald in Iserlohn.

Und nicht nur das: Weiter oben in den Bäumen befinden sich Holzbretter, darauf stehen kleine Häuschen. Manchmal ist noch ein Sack daran – „das alte Schlafzimmer der Eichhörnchen“, sagt Helga Meissner. Die gelernte Tier-Homöopathin aus Fröndenberg-Langschede betreibt seit 20 Jahren eine Auffangstation. „Spaziergänger bringen oft Säuglinge vorbei. Manchmal ist die Mama gestorben, in anderen Fällen sind die Kleinen einfach aus dem Nest gefallen.“

Tausende Nager aufgezogen

Teilweise kommen mehrmals täglich Menschen zu ihr, um aufgefundene Hörnchen abzugeben. Ihre Auffangstation betreibt sie mit viel Liebe und Leidenschaft. „Die Zahl der Eichhörnchen, die ich schon großgezogen habe, liegt auf jeden Fall im vierstelligen Bereich“, sagt die 59-Jährige. An einen Nager erinnert sich Helga Meissner ganz besonders. „Das war ein Mädchen. Ich habe sie großgezogen und dann ausgewildert. Doch die Kleine war so zahm, dass sie jedes Mal, wenn ich in den Wald kam, auf einem Baumstamm auf mich gewartet hat.“ Die Tier-Homöopathin erzählt, dass viele Eichhörnchen zahm sein können.

Zweimal pro Woche ist große Fütterung: Dann läuft Helga Meissner durch den Wald, und sie hat ganze Säcke voller Hasel- und Walnüsse im Gepäck – und große Tüten mit Sonnenblumenkernen. Gewappnet mit Handschuhen, Gummistiefeln, einer dicken Jacke und zwei vollen Eimern geht es bei Wind und Wetter los, um an all ihren Auswilderungsstationen die Futterhäuschen aufzufüllen.

Schutz vor Greifvögeln und Wetter

„Das hier ist eine Art Schlafzimmer“, erklärt Helga Meissner und zeigt auf einen bunten Sack, der an einem Stock unter einem Holzbrett hängt. Darauf steht ein kleines Holzhäuschen. „Die habe ich alle selbst angebracht“, sagt sie stolz. Mit kleinen Stücken von Fleecedecken sind die Häuser ausgestattet. „Durch die kahlen Bäume haben die Eichhörnchen weniger Schutz vor Greifvögeln, Regen und Sturm. Deshalb habe ich jetzt noch mehr Häuser aufgestellt, damit sie einen Unterschlupf finden.“

Wenn ihr die kleinen Nager gebracht werden, müssen die jeweiligen „Retter“ ein Formular ausfüllen. „Die Aufnahme der Eichhörnchen muss natürlich dokumentiert werden“, erklärt die 59-Jährige. Sie zieht die Tiere dann groß. „Manchmal entwickeln sich richtige Familien. Einmal hatte ich zwei Geschwister, die ich zu einem späteren Zeitpunkt ausgewildert habe. Die haben alles zusammen gemacht – ohne einander konnten die Brüder nicht“, erzählt sie und schmunzelt. Wenn die Hörnchen kräftig genug sind, werden sie in den verschiedenen Stationen ausgewildert. „Ich setze mich dann in den Wald und warte darauf, dass die kleinen Nager ihren Weg finden. Das dauert an einigen Tagen zwei Minuten und an anderen zwei Stunden. Aber ich liebe das, besonders um fünf Uhr morgens im Sommer – das ist einfach schön.“

Spenden sind immer gerne gesehen

Helga Meissner lebt seit zwei Jahren in Fröndenberg und freut sich über Spenden jeglicher Form. „Wenn jemand noch Nüsse oder Sonnenblumenkerne zuhause hat, kann er mir die gerne vorbeibringen.“

Dabei muss beachtet werden, dass Eichhörnchen ausschließlich Wal- und Haselnüsse essen dürfen. „Solange die Nüsse nicht von Motten befallen oder schimmelig sind, kann ich sie immer gut verwenden.“ Natürlich werden auch Geldspenden für die Tiere gerne von Helga Meissner entgegengenommen.

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Wer etwas spenden möchten, kann Sie sich unter bei Helga Meissner melden.

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