Erste Bilanz

Fröndenberg: Freibad Dellwig startet mit 1200 Besuchern

Sind aus Bergkamen bzw. Holzwickede ins Freibad Dellwig gekommen: von links nach rechts: Piet  und Patrice Weppler, Sydney und Stepahnie Ferch vom Schwimmverein Dortmund

Sind aus Bergkamen bzw. Holzwickede ins Freibad Dellwig gekommen: von links nach rechts: Piet  und Patrice Weppler, Sydney und Stepahnie Ferch vom Schwimmverein Dortmund

Foto: Alexander Lück

Fröndenberg/Dellwig.  Die Fröndenberger Freibäder haben wieder geöffnet und die Besucherzahlen haben an den ersten Tagen bereits die kühnsten Erwartungen übertroffen.

Für viele ist es der schönste Platz in Fröndenberg, mit Abstand. Auch mit Abstand. Und jetzt nehmen manche Gäste sogar weite Wege auf sich. Die Fröndenberger Freibäder haben wieder geöffnet, eine Bilanz der ersten Tage und der ungewohnten Bedingungen.

Dirk Weise ist ein großer Stein vom Herzen gefallen, und er gibt sich im Gespräch erst gar keine große Mühe, seine gute Laune zu verbergen. Und da steht der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des Dellwiger Bürgerbades stellvertretend für den ganzen Verein. Seit Mittwoch ist das Bad im Fröndenberger Westen geöffnet. Dass hingegen erst einen Tag später, an Christi Himmelfahrt mit viel Sonne und Temperaturen weit über 20 Grad, der erste große Andrang einsetzen sollte, das konnte man so erwarten. Aber die Besucherzahl am Feiertag hat dann wohl auch manch kühne Hoffnung übertroffen. „Da waren wir doch auch sehr überrascht", sagt Dirk Weise angesichts von am Ende über 1200 Besuchern.

Modifizierte Einlasssituation im Freibad Dellwig

Dank der Corona-bedingt modifizierten Einlasssituation hat man aber nun einen viel genaueren Überblick über die Resonanz. Auf 900 Gäste zur gleichen Zeit hat man bekanntlich das Besucheraufkommen begrenzt. Maximal 450 befanden sich am Feiertag tatsächlich zur gleichen Zeit dort. „Am Nachmittag gab es so eine Art Schichtwechsel bei den Besuchern", sagt Weise. Viele Familien kamen morgens und gingen nach ein paar Stunden wieder, die anderen packten anscheinend nach dem Mittagessen die Tasche mit den Badesachen. An die Kapazitätsgrenzen kam das Bad also noch nicht annähernd heran. Und trotzdem ist es für den ehrenamtlichen Verein eine herausragende Bilanz.

Ein wenig Unsicherheit war im Vorfeld schließlich schon da, ob die Bevölkerung trotz der großen Bemühungen um ein überzeugendes Hygienekonzept den Sprung ins kühle Nass wagen wird. Zu dieser Resonanz ein Stück weit beigetragen hat sicherlich die große öffentliche Aufmerksamkeit über die Stadtgrenzen hinaus, auch ins Fernsehen schaffte es das Bürgerbad mehrfach. Dirk Weise erzählt von mehreren Bädern, die bei den Machern nach dem Konzept gefragt haben. Und weil ringsum viele Bäder noch geschlossen sind, kommen nun Gäste von weiter weg nach Dellwig.

Ambitionierte Nachwuchsschwimmer

Am Brückentag, Freitagvormittag, sind es etwa zwei ganz ambitionierte Nachwuchsschwimmer. Sidney Ferch (zehn Jahre) aus Holzwickede mit Mama Stephanie sowie Piet Weppler (elf Jahre) mit Papa Patrice aus Bergkamen. Beide trainieren sonst im Schwimmverein SG Dortmund, dort aber sind alle Becken zu. Am Freitagvormittag haben die beiden schon mehrere Kilometer im Wasser abgespult, legen nun auch noch zweieinhalb Kilometer joggend über die Liegewiese zurück. Währenddessen berichtet Vater Patrice Weppler von seinen Eindrücken beim allerersten Besuch im Freibad Dellwig. „Das ist wirklich ganz toll gemacht hier. Wir kommen bestimmt wieder." Er lobt nicht nur die schöne Anlage samt Atmosphäre, sondern auch das einfache wie überzeugende Sicherheitskonzept.

Eigentlich hätte der Nachwuchs über Pfingsten an den Deutschen Jugendmeisterschaften teilgenommen, aber natürlich fallen auch diese erstmal aus. Stattdessen wird in Dellwig trainiert. Am Freitagabend kommt sogar noch eine viel größere Trainingsgruppe der SG Dortmund ins Bad. Mit den Betreibern hat man vereinbart, das Becken nach dem regulären Besucherverkehr weiter für Training nutzen zu können.

Entfernt vom maximal Erlaubten

Einen derartigen Ansturm hat das Löhnbad in den ersten Öffnungstagen noch nicht erlebt, wenn auch eine durchaus ordentliche Resonanz. Am bislang besten Badetag, Christi Himmelfahrt, ist am frühen Nachmittag aber immerhin schon die 200 Besucher-Grenze deutlich überschritten. Also auch hier noch weit entfernt von dem maximal Erlaubten. Der Platz zum Schwimmen oder Planschen ist auch ausreichend da, selten sind mal um die 30 Menschen gleichzeitig im Wasser.

Abstand halten, das funktioniert überall gut, berichten die Bademeister, die – im Löhnbad wie in Dellwig – regelmäßig die neuralgischen Stellen wie Griffe und Geländer am Beckeneingang desinfizieren. Wenn auch distanziert, so ist am Beckenrand ein großes Hallo der Besucher zu vernehmen, viele Stammgäste begrüßen sich freudig. Mache haben sich tatsächlich seit Ende der letzten Badesaison nicht gesehen, sind sich aber einig darüber, wie große die Erleichterung war, als das Löhnbad den Öffnungstermin bekanntgab.

In der Stadtmitte wie in Dellwig ist man froh, dass Freibad wieder zu haben, Fröndenbergs schönsten Platz. Mit Abstand.

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