Schüler forschen

Gelsenkirchener Grundschüler können im Schülerlabor forschen

Patrick Rinke (Gesamtschule Erle) ist einer der Lehrer, der die Grundschüler im „Schülerlabor“ in Gelsenkirchen unterrichtet.

Patrick Rinke (Gesamtschule Erle) ist einer der Lehrer, der die Grundschüler im „Schülerlabor“ in Gelsenkirchen unterrichtet.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Erle.  Die Gesamtschule Gelsenkirchen-Erle teste seit einem Jahr ein Angebot für Grundschüler. Sie will Schüler für Naturwissenschaft zu begeistern.

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Welche Funktion hat Rotkohl in der Chemie? Darüber und mehr wurde in der Gesamtschule Erle gesprochen. Aber nicht nur das, die Schüler der Grundschule Leytheschule stellten auch selbst mit Hilfe von Mörser, Stößel und Schere einen flüssigen Indikator aus Rotkohl her und testeten mit den beiden Gesamtschullehrern Patrick Rinke (Biologie und Chemie) und Yvonne Große-Kampmann (Biologie und Mathe) in einem weiteren Schritt, wie die Lösung auf den Säuregehalt verschiedener Stoffe reagiert. Die kleinen Forscher, die für den Versuchsvormittag Chemiebrillen trugen, wirkten durchweg neugierig und begeistert.

Kooperation mit dem Kompetenzteam Gelsenkirchen

Für einen Vormittag gastierten die Schüler der Klasse 4b der Gelsenkirchener Grundschule in dem sogenannten „Schülerlabor“ der weiterführenden Schule. Der Fachraum wurde in der Gesamtschule in Kooperation mit dem Kompetenzteam Gelsenkirchen und dem Kommunalen Bildungsbüro vor einem Jahr eingerichtet und seitdem getestet.

Bezug zu den MINT-Fächern bekommen

„Ziel des Labors ist es, Dritt- und Viertklässler verschiedener Grundschulen für einen Tag an die Schule zu holen, um sie für die Naturwissenschaft zu begeistern und dass Grundschullehrkräfte einen Bezug zu den MINT-Fächern bekommen“, erklärt Schulleiter Andreas Lisson, der selbst eine naturwissenschaftliche Ausbildung absolviert hat und Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik essenziell für die Entwicklung der Schüler hält. Stadträtin Annette Berg ergänzt: „Wichtig ist dieses Angebot auch, um Schüler im Grundschulalter an die zukünftigen Schulen heranzuführen und dadurch den Übergang zu vereinfachen.“ Außerdem sei eine „Chancengleichheit“ zur Entwicklung der kindlichen Neugierde gegeben, wenn dies im familiären Umfeld gar nicht oder wenig gefördert wird. Auch Heike Sulimma, Leiterin des städtischen Kompetenzteams, das sich für die Fortbildung von Lehrkräften einsetzt, stimmt dem zu. So soll der Standort in naher Zukunft ebenfalls für Lehrerfortbildungen genutzt werden.

Jeden Mittwoch sind Termine möglich

Jeden Mittwoch zwischen 9 und 11.50 Uhr können sich verschiedenen Schulklassen aus Gelsenkirchen einmieten. Die Nachfrage ist laut Lisson groß. So seien bereits bis Ende des Jahres alle Plätze ausgebucht.

Das Forschungsangebot umfasst drei Schwerpunktthemen zwischen denen sich die Lehrkräfte der Grundschulen entscheiden können. Neben „Säuren und Basen im Haushalt“ untersuchen Kinder beim Thema „Fachchromatographie“ mit Hilfe eines Trennverfahrens die Farbbestandteile von Buntstiften. Bei dem Schwerpunkt „Mikroskopie von Kleinstlebewesen“ werden beispielsweise Spinnen, Fliegen und Ameisen unter dem Mikroskop untersucht. Mit den Lehrkräften Yvonne Große-Kampmann, Patrick Rinke und Martin Rhein von der Gesamtschule, werden dann die Experimente gemeinsam durchgeführt.

Ähnliche Angebote in Kitas und im Wissenschaftspark

Mit dem „Schülerlabor“ konnte zudem eine Lücke in der MINT-Förderung geschlossen werden. In den Kitas wird das Projekt „Haus der kleinen Forscher“ angeboten. Dabei soll das Forschen im Alltag gestärkt werden, indem naturwissenschaftlichen Phänomenen auf den Grund gegangen wird. Ab der vierten Klasse bietet das „ZDI EnergyLab“ im Wissenschaftspark im Gelsenkirchener Süden ebenfalls Angebote an.

Grundschullehrer können sich bei der Gesamtschule Erle melden. Das „Schülerlabor“ befindet sich in dem Gebäudeteil an der Frankampstraße 111. Telefonisch ist die Schule unter 0209-4509150 erreichbar.

Weitere Informationen auf: www.gesamtschule-erle.de

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