Volksbank-Ausstellung

Gelsenkirchener Künstlerin Margarete Gockel sieht schwarz

Wahrt meisterhaft die Balance zwischen Andeutung und Ausformulierung: die Künstlerin Margarete Gockel aus Gelsenkirchen. Derzeit stellt sie ihre Bilder in der Volksbank Ruhr-Mitte aus.

Wahrt meisterhaft die Balance zwischen Andeutung und Ausformulierung: die Künstlerin Margarete Gockel aus Gelsenkirchen. Derzeit stellt sie ihre Bilder in der Volksbank Ruhr-Mitte aus.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  Die Malerin und Illustratorin präsentiert figürliche, naturalistische Arbeiten in der Volksbank Ruhr-Mitte. Das Motto lautet „Paint it Black!“

Eine Bank sieht schwarz. Aber nicht wegen roter Zahlen, sondern wegen edler, dunkel-dominierter Kunst, die die Volksbank Ruhr-Mitte in diesen Tagen präsentiert. Schwarz ist der Klang, der auf den Werken der Gelsenkirchener Malerin und Illustratorin Margarete Gockel den Ton angibt. „Paint it Black!“ lautet passenderweise, frei nach dem legendären Rocksong der Rolling Stones, der Titel der umfassenden Ausstellung, die jetzt in den Räumen am Goldbergplatz in Buer eröffnet wurde.

Figürliche, naturalistische Malerei in ganz eigenständiger Position und in großen und kleinen Formaten: Elegante Frauen schauen den Betrachter an, ernst und streng zumeist, distanziert, melancholisch manchmal, immer stark und selbstbewusst.

Illustratorin, Malerin und Designerin wird von internationalen Agenturen gebucht

Margarete Gockels Karriere hatte als Kostüm-Designerin für große Werbeagenturen begonnen. So zeichnete sie verantwortlich für das berühmte Outfit des „Sarotti-Mohren“, entwarf den bekannten Frauenkopf für die Taft-Haarspraydose. Später etablierte sie sich international als Illustratorin, Malerin und Designerin, die längst von Agenturen in New York, London oder Tokio gebucht wird.

Die Volksbank nun präsentiert Margarete Gockels malerisches Schaffen, das bestechend von den glamourösen Ikonen der Modewelt, von Licht und Schatten und Schönheit erzählt. Ihre Models heißen „Schwanenmädchen“, „Päpstin“, „Pierette“, „Rose“ oder „Nox“ und erscheinen in inszenierten Posen auf zumeist dunklem, abstrakt malerischem Hintergrund. Den sichereren, schwungvollen Strich zeichnet ein hohes Maß an Kraft und Dynamik, aber auch Eleganz aus.

Reduktion auf das Wesentliche

Die Leichtigkeit der Bewegung unterstreichen scheinbar zufällige Kleckse auf der Leinwand und Farbrinnsale. Stoffe, Details, Gesichter sind kunstvoll ausgearbeitet, manchmal aber löst sich die eine Hälfte in sanfter Abstraktion auf. Reduktion auf das Wesentliche, das ist elementar für diese Künstlerin, die den Spannungsbogen zwischen Ausformuliertem und Angedeutetem perfekt zu wahren weiß.

Zur Farbwahl sagte sie einmal: „Ich liebe Schwarz in allen Variationen. Schwarz ist die Bühne für alle anderen Farben.“ Für ein kräftiges Rot zum Beispiel oder ein leuchtendes Gelb, Töne, die überraschende Akzente und Kontraste setzen.

Mit über 150 Gästen war das Interesse an der Eröffnung dieser üppigen Werkschau riesig, viele Interessenten, erzählte Volksbankchef Peter Bottermann, mussten sich mit einem Platz auf der Warteliste begnügen. Die dunkle Musik zu „Paint it Black!“ malte der Herner Musiker Eckard Koltermann auf seiner Bass-Klarinette, die Einführung ins Werk gab Kunsthistoriker Falko Herlemann.

Die Ausstellung ist noch bis zum 5. Dezember in der Volksbank Ruhr-Mitte, Goldbergplatz, in Buer zu sehen.

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