„The Voice of Germany“

Gelsenkirchenerin erzählt: So war es bei „Voice of Germany“

Barbara Kabangu (20) aus Gelsenkirchen erreichte bei „The Voice of Germany 2019“ die Battles. Ihr Coach war Alice Merton. Einen Favoriten auf den Gesamtsieg hat sie nicht.  

Barbara Kabangu (20) aus Gelsenkirchen erreichte bei „The Voice of Germany 2019“ die Battles. Ihr Coach war Alice Merton. Einen Favoriten auf den Gesamtsieg hat sie nicht.  

Foto: Susi Lindlbauer/ProSieben/Sat.1

Gelsenkirchen-Horst.  Bei der Castingshow „The Voice of Germany“ machte auch die Gelsenkirchener Sängerin Barbara Kabangu (20) mit. Sie erzählt von ihren Erlebnissen.

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Wenn am Sonntagabend ab 20.15 Uhr das Halbfinale der Castingshow „The Voice of Germany“ im TV-Sender Sat.1 als Liveshow gezeigt wird, dann wird auch Barbara Kabangu daheim vorm Fernsehgerät sitzen und mitfiebern. Die 20-Jährige kennt die zehn noch verbliebenen Gesangstalente ganz genau, schließlich zählte sie in den ersten Runden selbst noch zum Kandidatenkreis. Einen persönlichen Favoriten auf den Gesamtsieg hat die aus dem Wettbewerb ausgeschiedene Gelsenkirchenerin aber nicht: „Ich drücke am Sonntag allen die Daumen! Weil alle echt lieb und nett sind.“

Mit der Teilnahme an „The Voice of Germany“ ist für Barbara Kabangu ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. „Die Show schaue ich seit der ersten Staffel. Und es war immer mein großes Ziel, dort einmal selbst auf der Bühne singen zu dürfen“, erzählt die junge Frau, die in Horst lebt und derzeit beim Gospelprojekt Ruhr eine Ausbildung zur Musikpädagogin absolviert. „Barbara hat schon als kleines Kind jeden Tag laut gesungen. Mit sechs Jahren hat sie dann die Musikschule besucht“, erinnert sich Barbaras Mutter Emma (52), die betont, dass viele Familienmitglieder von Barbara sehr musikalisch seien.

Der lange, beschwerliche Weg durch die Castingrunden

Der Weg in die Fernsehshow ist aber trotz allen Talents für alle Kandidaten ebenso weit wie beschwerlich. „Zuerst war ich bei einem Vorcasting in Köln. Das war im Februar 2019. Da waren wir mit 15 Leuten, von denen die Jury nach zahlreichen Auswahldurchgängen nur eine hat weiterkommen lassen – und das war ich“, erzählt Barbara, die dort die Songs „Never Alone“ von Tori Kelly und „Focus“ von H.E.R. in überzeugender Manier vorgetragen hatte.

Danach begann das große Warten auf die nächste Quali-Runde. Die stieg diesmal in Berlin. „Ich war leider erkältet und deshalb nicht in Bestform“, schildert Barbara die damalige Lage. Trotz aller Widrigkeiten dachte sie sich: „Ich ziehe das jetzt durch.“ Sie sang „Dancing With A Stranger“ von Sam Smith & Normani. Und von da an hieß es nur noch: hoffen! Hoffen auf eine Zusage der Jury zur Teilnahme an den „Blind Auditions“ – damit verbunden der erste Auftritt vor TV-Kameras.

Die frohe Botschaft bekam Barbara dann nicht vom Sender, sondern von ihrer Familie mitgeteilt. Gemeinsam mit ihren vier Schwestern und ihrer Mutter saßen sie zu einem Spielenachmittag zusammen. „Ich dachte mir noch: Seltsam, das machen wir doch sonst nie“, erzählt das Gesangstalent. Aber die Sache war natürlich abgesprochen: Eine ihrer Schwestern hielt den Moment der Zusage, dass Barbara bei „Voice of Germany“ mitmachen darf, als Smartphone-Film fest. Dieser wurde dann bei Barbaras Vorstellung auch im TV gezeigt.

Jurorin Alice Merton drehte sich erst im letzten Moment um

Und dann kam ihr großer Moment: der Auftritt vor den vier Juroren Mark Forster, Alice Merton, Sido und Rea Garvey, vor den Zuschauern im Berliner Fernsehstudio sowie vor einem Millionenpublikum vor den Fernsehgeräten. „Mein Herz hat so heftig geklopft, dass ich dachte, mein Brustkorb würde sich anheben“, erzählt Barbara und lacht. Dann schloss sie die Augen und sang.

Doch zunächst wollte sich kein mit dem Rücken zu ihr sitzender Juror umdrehen. „Ich habe dann gedacht: Jetzt ist es auch egal und habe innerlich losgelassen. Und dann fühlte ich mich viel besser und sicherer.“ Das spürte offensichtlich auch Alice Merton (bekannt als Sängerin des Hits „No Roots“). Sie drückte im letzten Moment der Performance den Buzzer und nahm als Coach Barbara in ihr Team auf. „Das ist ein unbeschreiblicher Moment“, gibt Barbara zu und strahlt.

Das empfanden auch Mutter Emma sowie die Schwestern Lina, Gilda, De-Grace und Elisabeth so. Sie alle waren mit nach Berlin gereist, standen bei Barbaras Auftritt leicht versetzt neben der Bühne. Sie beteten, drückten die Daumen, zitterten mit. Und im Moment des Glücks entlud sich auch ihre Anspannung. „Wir haben alle laut geschrien und vor Freude geweint“, erzählt Mutter Emma.

Die Enttäuschung nach dem Ausscheiden war riesig

Im Team von Alice Merton kam Barbara dann in eine Gruppe mit Frederik Dorra und Sally Haas. Das Trio studierte den Song „No Air“ von Jordin Sparks & Chris Brown ein. „Neben Alice hatten wir zwei weitere Trainer, mit denen wir eine Woche lang an diesem Song gearbeitet haben. Vor allem Alice war mir eine sehr große Hilfe. Sie ist nett, locker, total authentisch und hat mir gute Tipps gegeben – etwa zu meinem Timing.“ In diesem „Battle“ verpasste Barbara dann trotz einer starken Leistung den Sprung in die nächste Runde. „Da war ich wirklich sehr enttäuscht.“ Trotzdem erhielt sie aus dem Freundes- und Bekanntenkreis unzählige Textnachrichten aufs Handy – alle mit lobenden, aufmunternden Worten.

Diese Shows wurden im Sommer aufgezeichnet. Am Sonntag das Halbfinale ist aber eine Liveübertragung. Den Sieger, der eine Woche später gekürt wird, erwartet vielleicht eine schöne Musikkarriere. Davon träumt Barbara insgeheim auch noch. Obwohl sie in ihrer Ausbildung aufgeht. „Ich möchte später Musiklehrerin an einer Grundschule werden oder einen eigenen Kindergarten mit musikalischem Schwerpunkt aufbauen“, nennt die nach eigenem Bekunden sehr gläubige Barbara ihre Ziele. „Letztlich kommt es so, wie es kommen soll.“

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