Ordnung

Im Gelsenkirchener St. Josef-Heim ist Aufräumen angesagt

Unordnung ist in vielen Familien ein Streitthema.

Unordnung ist in vielen Familien ein Streitthema.

Foto: Andrea Warnecke / dpa-tmn

Gelsenkirchen.  Das Thema Ordnung sorgt in vielen Haushalten für Streit. Im Jugendheim ist Aufräumen besonders wichtig. Wann Mädchen unordentlicher sind.

Ordnung – ein Reizthema für viele Ehepaare und Familien. Da geht es nicht einmal um die Ausreißer nach oben (besonders penibel ordentlich) oder nach unten (schlampert ohne Ende). Wenn Chaos und Ordnung aufeinanderprallen, dann ist meistens Zoff angesagt.

Ja, in vielen Haushalten ist es so: Da wird gerne beim Nach-Hause-Kommen von der Arbeit eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Jeden Tag. Die Schuhe fliegen bereits im Flur herum, obwohl der Schuhschrank direkt vor der Nase steht. Der erste beliebige Stuhl im Wohnzimmer ist die „Garderobe“ bis zum nächsten Morgen, und für Unordnungs-Sprengstoff ist in der Familie wieder einmal bestens gesorgt.

Martin Roth, stellvertretender Einrichtungsleiter der Kinder - und Jugendhilfeeinrichtung St. Josef, kann noch andere Aspekte zum Thema beisteuern. „Hier ist Aufräumen natürlich immer ein Thema“, sagt er. Aufräumen sei ein notwendiger Schritt, weil man nicht ständig etwas suchen müsse. „Es erleichtert das Leben und macht zum Beispiel den Start in den Schulalltag morgens deutlich leichter und entspannter. Man muss nicht beim Frühstück noch nach dem Geodreieck fahnden.“

Ordnung halten will gelernt sein

Offensichtlich müsse man aber erst lernen, Ordnung zu halten. Alleine könne der Mensch das wohl nicht. „Ordnung bedeutet aber auch Sicherheit, sie macht das Leben einfacher. Das sehen aber die Heranwachsenden nicht“, weiß er aus Erfahrung. „Jugendliche müssen zum Beispiel auch lernen, dass Ecken nicht rund sind und man etwas hochheben muss, um Ordnung und Sauberkeit herzustellen.“

Insgesamt 111 Kinder und Jugendliche leben zurzeit in der Einrichtung – sieben bis zehn jeweils in einer Gruppe. Zwölf Wohnbereiche gibt es in der Einrichtung insgesamt. Da sei der Druck zum Aufräumen immer sehr groß.

Mädchenzimmer sind unaufgeräumter

„Im jugendlichen Alter sind es deutlich mehr Mädchen, deren Zimmer unaufgeräumt sind“, sagt Roth. „Sie haben einfach viel mehr Krimskrams, Deko und Schmuck. Das ändert sich aber irgendwann. Dann sind die Mädchen diejenigen, die Ordnung halten“, berichtet der stellvertretende Einrichtungsleiter.

„Aufräumen will gelernt sein. Man lernt, effektiv mit der Zeit umzugehen. Vor allem in Einrichtungen wie dieser, ist es wichtig, Strukturen zu haben. Denn, wir sind größer als eine Familie, da bedeutet Ordnung auch Sicherheit im Alltag.“

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