Sport-Paradies

Nach tödlichen Badeunfällen: Schwimmkurs für mehr Sicherheit

Kinder sollen ein sicheres Gefühl im Wasser bekommen – das war eines der Anliegen des Kurses am Wochenende im Sport-Paradies in Gelsenkirchen-Erle.

Kinder sollen ein sicheres Gefühl im Wasser bekommen – das war eines der Anliegen des Kurses am Wochenende im Sport-Paradies in Gelsenkirchen-Erle.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Erle.  Nach zwei tödlichen Badeunfällen in Gelsenkirchen soll ein Kurs Eltern und Kindern Sicherheit im Wasser geben. Die WAZ war vor Ort dabei.

Zwei tragische Badeunfälle in Gelsenkirchen haben gezeigt, wie wichtig es ist, dass Eltern auf ihre Kinder in öffentlichen Bädern achten und Kinder ein sicheres Gefühl im Wasser bekommen. In diesem Jahr starb ein zweijähriger Junge im Sport-Paradies (Juni) und ein fünfjähriges Mädchen im Zentralbad (Januar).

Andrea und Ludger Roling (Projekt „Quietschfidel – Schwimmenlernen in Gelsenkirchen“) sowie Ulrike Schlegel von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) wollen dagegen etwas tun und hatten ehrenamtlich zur Veranstaltung „Gefahrlos im Wasser“ der Kampagne „Sicher schwimmen!“ eingeladen.

Schwimmkurs beginnt mit Theorieblock

Eltern mit Kindern (im Alter von zwei bis fünf Jahren) erhielten an zwei Tagen wichtiges Hintergrundwissen und lernten durch praktische Übungen im Wasser. „Dabei geht es nicht um das Erlernen von Schwimmtechniken, sondern der Kurs zielt auf die Wassergewöhnung ab, damit die Kinder Sicherheit erlangen“, so Ulrike Schlegel, die zweite Vorsitzende des DLRG GE-Mitte.

Los geht’s mit einem Theorieblock, der sich hauptsächlich an die Erwachsenen richtet. Kurz schildern die Teilnehmer, welche Motivation sie haben, am Kurs teilzunehmen. Birgit Nübel mit Sohn Noah (4): „Wir haben uns angemeldet, um uns auf den Schwimmkurs vorzubereiten, um zu erfahren, wie sich Ängste überwinden lassen, und um Notsituationen zu erkennen“, sagt die 43-Jährige. „Mir ist es wichtig, dass mein Sohn vor der Schule schon schwimmen kann.“

Klare Anzeichen, wenn ein Kind im Wasser in Gefahr ist

Auch Nina Größchen (37) sieht den Kurs als Vorbereitung für den normalen Schwimmkurs für ihren jüngeren Sohn Lennox (4). Bruder Connor (7) hat bereits das Schwimmabzeichen in Bronze erreicht und trainiert derzeit für Silber.

„Es gibt klare Anzeichen dafür, wenn ein Kind im Wasser in Gefahr ist“, sagt Ludger Roling. Winkende Arme seien, wie oft anders vermutet, eher selten der Fall. Die Kinder würden sich stattdessen eher ruhig verhalten. Stufe eins sei ein Schnappen nach Luft, dann käme das Aufreißen der Augen – wenn die Stimmritze sich verkrampft, sei Alarm angesagt. Im nächsten Schritt bereits würde das Kind zu Boden sinken und ertrinken.

Kinder sollen auch ohne Hilfsmittel im Wasser zurechtkommen

Verschiedene aufblasbare Schwimmhilfen, wie Schwimmflügel und -ringe, werden den Teilnehmern vorgestellt. „Schwimmflügel sind keine hundertprozentige Sicherheit“, so Roling. Der Experte rät diese bei den Schwimmanfängen nicht zu nutzen, da es wichtig sei, dass die Kinder auch ohne Hilfsmittel im Wasser zurechtkommen.

Spielen, toben, spritzen, hüpfen: Ein Gefühl fürs Wasser zu bekommen, ist für Kinder im jungen Alter wichtig. So geht es nach der Theorie direkt ins Wasser. In dem Kinderschwimmbecken üben Kinder und Eltern hilfreiche Techniken mit spielerischen Ansatz. Beispielsweise bilden die Teilnehmer einen Kreis und bewegten sich in eine Richtung. Danach wird die Richtung gewechselt. „Durch den Druck der dabei entsteht merken die Kinder, welch eine Gewalt Wasser hat“, so Roling.

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