Benefiz

Selbst in den Herbstferien gehen 720 Läufer an den Start

720 Teilnehmer gingen beim zwölften Benefizlauf auf die Strecke rund um den Berger See.

720 Teilnehmer gingen beim zwölften Benefizlauf auf die Strecke rund um den Berger See.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FFS

Gelsenkirchen-Erle.  Die zwölfte Benefiz-Aktion der „Revierinitiative Brustkrebs“ lockt wieder zahlreiche Jogger und Walker auf die Strecke um den Berger See.

Bergeweise weiße T-Shirts in allen Größen liegen auf den Tischen in der Mensa der Gesamtschule Berger Feld, pfundweise Sicherheitsnadeln und Startnummern bis in den vierstelligen Bereich, aber es geht trotz des Gewimmels sehr entspannt zu. Immerhin ist es der zwölfte Brustkrebslauf, den die Revierinitiative, der Förderverein Brustkrebszentrum, an den Evangelischen Kliniken ausrichtet. Dazu ist es auch kein Wettkampf im üblichen, wenn auch sportlichen Sinne.

Moderator Peter Windhäuser macht es bei der Begrüßung der Läuferschar noch einmal deutlich: „Wir laufen nicht gegeneinander, sondern miteinander. Macht den schnelleren Platz, haltet Abstand zu den Nordic Walkern mit den Stöcken!“ So machen denn auch alle mit beim gemeinsamen Warm-Up mit den Cheerleadern der „Gold Flames“ zur Musik vor dem Start der zwei großen Gruppen, die klassischen Läufer über die 5,5 oder elf Kilometer, und die Walker und Nordic Walker.

Erst die Ballons, dann die Läufer und Walker

Vor dem Massenstart ist dann auch noch eine Masse an hellblauen Luftballons in den gerade noch wieder klaren Himmel gestiegen, „mit guten Wünschen gehen sie auf die Reise“, kommentiert Windhäuser und geht zum Countdown über. Den machen selbstverständlich wieder alle mit. „700 bis 800“ hatten Barbara Kols-Teichmann, Vorsitzende des Fördervereins, und Dr. Abdallah Abdallah, Chefarzt des Brustzentrums, vorher orakelt.

Stattliche 720 sind es dann mit den Nachmeldungen noch geworden, trotz der nicht eben günstigen Wettervorhersage und beginnender Herbstferien, sonst hätten es auch wieder 900 werden können. „Aber die Strecke rund um den See wird auch sehr gut angenommen, die laufen unsere Stammgäste einfach gern“, meint Kols-Teichmann lächelnd. Genau weiß sie, dass 1000 Stück Kuchen für die Sportler bereit stehen, ausgeteilt von 102 Helfern im Raum, „alles Angehörige oder Erkrankte“. Und dass der Vorstand des Fördervereins komplett aus Betroffenen besteht.

60 Prozent der Läuferinnen betroffen

Abdallah zögert nicht lange bei der Schätzung, wie viele der Läuferinnen ebenfalls vom Brustkrebs betroffen sein mögen: „60 Prozent“. Das ist keine Bedingung für die Teilnahme, die Patientinnen bilden

auch keine eigene Gruppe. Die zehn Euro Startgeld gehen an den Förderverein. „Das ist inzwischen unsere Haupteinnahme“, erklärt Kols-Teichmann.

Erstmals organisiert war der Brustkrebslauf noch in Herne knapp vor dem Umzug des Zentrums, deshalb ist er auch dort durchgeführt worden. „Aber hier kommt jeder zweite Teilnehmer oder Besucher sowieso aus einer der Nachbarstädte“, weiß Prof. Abdallah, der hier mit der ganzen Familie auch im Läufer-Massenfeld mit dabei sein wird.

Zwischen eineinhalb und 89 Jahren

Das deckt ein beachtliches Altersspektrum ab, der jüngste Teilnehmer mit eineinhalb ist im Baby-Jogger dabei, der älteste läuft mit stattlichen 89 Lenzen bei den Nordic Walkern mit.

Weil die Atmosphäre so entspannt ist, nutzen die Besucher die Gelegenheit zu einem Bummel durch die

Mensa, zum Schmuckstand mit kleinen Schutzengeln fürs Ohr, zur Laufschule, zum Büchertisch oder zum Info-Stand des Fördervereins. Oder lassen sich mit dem Schalke-Maskottchen Erwin fotografieren. Bis dann das Rahmenprogramm mit Vorführungen der Tanzgruppe der Erler SG und den Clowns Oli & Felinchen zum geselligen Beisammensein und der Ehrung der schnellsten Walker und Läufer überleitet. Und zu Gesprächen über die Motivation zum und durch den Sport für erkrankte Frauen und ihre Familien, die Öffentlichkeitswirksamkeit des Laufs und dem Appell, die Möglichkeiten der Früherkennung und Therapie zu nutzen.

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