Kontroverse

Stadt muss bei den blauen Radstreifen in Buer nachbessern

Der blaue Radweg auf der De-La-Chevallerie-Straße: Es kommt immer wieder zu Beschwerden, da der Platz für die Fahrradfahrer sehr beschränkt ist.

Der blaue Radweg auf der De-La-Chevallerie-Straße: Es kommt immer wieder zu Beschwerden, da der Platz für die Fahrradfahrer sehr beschränkt ist.

Foto: Heinrich Jung / FFS

Gelsenkirchen-Buer.  Bezirksregierung Münster sieht die Belastung auf der De-la-Chevallerie-Straße als zu hoch an. Die markierten Richtungspfeile werden moniert.

Bei dem blauen Radstreifen auf der De-la-Chevallerie-Straße haben viele Bueraner rot gesehen. Das Quartiersnetz Buer Ost kritisierte, die Bezirksvertretung Nord diskutierte, Grüne, CDU und Teile der SPD sahen Optimierungsbedarf, Bürger schimpften. Volker Czimmeck, ehemaliger Polizist und begeisterter Radler, brachte seinen Ärger zu Papier und schrieb an das NRW-Verkehrsministerium.

Nach einigen Vor-Ort-Terminen und diversen Sprachabstimmungen bekam die Stadt in diesen Tagen Post von der Bezirksregierung in Münster. „Wir haben der Stadt drei Verbesserungsvorschläge gemacht“, sagt Diana Seibert-Tombült, Sprecherin der Bezirksregierung. „40.000 Autos rollen täglich über die Straße, die ist für Radfahrer nicht geeignet“, meinte Andreas Est, CDU-Chef im Stadtnorden, bereits im Juli. Est erklärte damals, dass der Radstreifen erst funktionieren wird, wenn der geplante Ring um die buersche City realisiert ist.

Umleitungen sollen geprüft werden

Die Kritik wurde in Münster jetzt bestätigt. „Für diese Art von Schutzstreifen ist die Verkehrsbelastung auf der De-la-Chevallerie-Straße zu hoch“, urteilte Münster und legte der Stadt nah, eine Verkehrsanalyse in Auftrag zu geben, die untersucht, wie der Verkehr umgeleitet werden kann.

Die von Volker Czimmeck kritisierten auf der Straße aufgetragenen Richtungspfeile sollen möglichst zeitnah entfernt werden. „Der motorisierte Individualverkehr wird angehalten nebeneinander zu fahren“, sagt Czimmeck. Das sei ein absoluter Widerspruch. Denn dadurch könne der gesetzlich vorgeschriebene Seitenabstand zum Radler auf dem Schutzstreifen nicht eingehalten werden. „Irreführend“, nennt Diana Seibert-Tombült die Pfeile.

Möglichst eigene Ampeln installieren

Als verbesserungswürdig schätzt Münster auch die Situation der Radler an den Ampeln ein. An den sogenannten Aufstellungsflächen - den blauen Streifen, die vor Ampeln quer über die Fahrbahn verlaufen, sollen, wenn möglich, Fahrradampeln installiert werden, „die dem Radler einen zeitlichen Vorlauf vor dem Pkw gewähren und so die Verkehrssicherheit verbessern“, erläutert Diana Seibert-Tombült. „Das ist ein absolutes Muss“, sagt Volker Czimmeck, vor allem an Stellen, wo es bergauf gehe.

„Die Verwaltung wird die Vorschläge auf Umsetzbarkeit prüfen“, sagt Stadtsprecher Oliver Schäfer. So habe die Bezirksregierung zum Beispiel an der Ecke De-la-Chevallerie-Straße/ Goldbergstraße in Fahrtrichtung Gelsenkirchen eine Ampel für Radler vorgeschlagen, die eine Vorlaufzeit von sechs Sekunden hat. „Ob das umsetzbar ist, wissen wir heute noch nicht“, so Schäfer. Man werde aber mit Vertretern der Bezirksregierung im Gespräch bleiben.

Geplant nur noch einspurig

Zudem sei für die Verwaltung klar, dass die jetzige Lösung nur vorübergehend gelten solle. Bereits im Juli hatte die ehemalige Verkehrsreferentin Bettina Lenort angekündigt, dass eine andere Lösung gefunden

werden soll. Mittelfristig sei vorgesehen, dass Pkw, Busse und Lkw die De-la-Chevallerie-Straße nur noch einspurig in beide Richtungen befahren werden. „Dazu müssen wir allerdings den Durchgangsverkehr umleiten“, sagte Lenort bei einem Ortstermin im Juli. Mögliche Alternativrouten, etwa über den Ostring und die Vom-Stein-Straße, sollen geprüft werden.

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