Kommentar

Babys mit Fehlbildungen: Alles tun für die Aufklärung

WAZ-Redakteurin Sibylle Raudies  

WAZ-Redakteurin Sibylle Raudies  

Foto: WAZ

Gelsenkirchen.  Was führte zu den Fehlbildungen an den Händen der Babys? Für die Aufklärung muss alles getan werden. Ein Kommentar von Sibylle Raudies.

Für die Eltern ist es die Hölle, die bohrende Frage: Warum hat mein Baby dieses nicht entwickelte Händchen? Gibt es noch weitere, nicht entdeckte Defizite? Die Klinik hat vorbildlich und völlig zu recht reagiert und auf die Parallelen hingewiesen, auch wenn drei Fälle theoretisch auch eine zufällige Häufung sein können. Um es klar zu sagen:

Die Geburtsklinik kann eindeutig überhaupt keine Schuld an der Fehlbildung tragen, weil diese in einer sehr sehr frühen Phase der Schwangerschaft entsteht. Dennoch zeugt es vom Mut der Klinik, auf die Häufung hinzuweisen, denn etwas Negatives bleibt häufig auch zu Unrecht hängen.

Doch zurück zu den verzweifelten Eltern. Es gab in der Vergangenheit immer mal wieder Fälle, bei denen Händchen oder Füßchen in einer frühen Schwangerschaftsphase unbemerkt (und in dem frühen Stadium auch unbemerkbar) im Mutterleib so abgeschnürt wurden, dass sie quasi abgeschnitten wurden. Aber was, wenn es nicht so ist, wenn es andere Gründe gibt, die sich noch anders auswirken könnten?

Auch Umweltfaktoren in den Blick nehmen

Man muss den Eltern schnell helfen, alle möglichen Ursachen und Risikofaktoren so gründlich und beharrlich wie irgendmöglich abzuklären. Persönlich, mit Experten. Die Vermutung liegt nahe, da es sich Bewohner des Stadtnordens handelt, dass Umweltgifte aus den umstrittenen Verbrennungen die Ursache sind. Aber das ist halt nur eine von vielen Möglichkeiten. Die Sonnenblumen und Getreidefelder in der Nähe der anderen Betroffenen lassen an Glyphosat denken. Aber bewiesen ist damit nichts.

Ob es am Ende, wenn alle Fälle – auch in Köln, Frankreich und anderswo – untersucht sind, ein klares Ergebnis gibt, ist nicht sicher. Aber es muss alles getan werden, um mögliche weitere Fälle zu verhindern.

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