Warm durch die Nacht

Brotverkauf unterstützt Obdachlosenhilfe in Gelsenkirchen

Anja und Dagmar Barthel und Petra Bec von „Warm durch die Nacht e. V.“ und Christian Leben (von links nach rechts), der geschäftsführende Gesellschafter von Gatenbröcker, präsentieren das Brot für den guten Zweck.

Anja und Dagmar Barthel und Petra Bec von „Warm durch die Nacht e. V.“ und Christian Leben (von links nach rechts), der geschäftsführende Gesellschafter von Gatenbröcker, präsentieren das Brot für den guten Zweck.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Die Gelsenkirchener Bäckerei Gatenbröcker verkauft den „Nachtschwärmer“. Der Erlös kommt der Obdachlosenhilfe „Warm durch die Nacht“ zugute.

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Nicht jeder Mensch hat ein Dach über dem Kopf und erhält in schwierigen Lebenslagen die nötige Unterstützung durch Familie und Freunde. Manch einer schämt sich aber auch, Hilfe aus dem eigenen Umkreis anzunehmen. Seit 2014 hilft das Team von „Gelsenkirchen packt an! Warm durch die Nacht e. V.“ genau diesen Menschen. Nun bekommt der Verein Hilfe von einem Bäcker.

Drei bis fünf Mal in der Woche sind abwechselnd 35 ehrenamtliche Mitarbeiter abends in der Gelsenkirchener City unterwegs, um Obdachlose und Bedürftige mit warmen Speisen und Getränken zu versorgen, damit diese eben „warm durch die Nacht“ kommen. Dazu gehören immer wieder auch warme Worte.

9000 Euro für das Mädchenzentrum

Um auf das Engagement aufmerksam zu machen, unterstützt die Bäckerei Gatenbröcker diese Arbeit ab sofort mit einer Spendenaktion: 25 Cent jedes verkauften „Nachtschwärmers“, einem extra für die Aktion entwickelten Brot, kommen dem Verein zu gute. Zunächst in der Adventszeit. „Wenn es weiterhin gut angenommen wird, wollen wir das Brot natürlich auch länger anbieten“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter von Gatenbröcker, Christian Leben.

Bereits im vergangenen Jahr wurde der Verein Mädchenzentrum durch eine ähnliche Aktion von der Bäckerei unterstützt. Ein Dreivierteljahr lang war das „Mädchen-Brot“ im Verkauf, insgesamt kamen über 9000 Euro an Spenden zusammen. „Wir konnten das Geld gut gebrauchen. Es wurden längst fällige Anschaffungen getätigt, Ferienprojekte umgesetzt und die Homepage wird aktuell neu gestaltet“, freut sich Susanne van Suntum, die als Sozialarbeiterin im Mädchenzentrum tätig ist.

40 bis 80 Menschen nehmen regelmäßig die Hilfe in Anspruch

Der „Nachtschwärmer“ ist ein Malzbrot mit Sonnenblumenkernen. Die liebevoll gestaltete Papierhülle weist auf die Spendenaktion hin. 40 bis 80 Menschen seien es, die regelmäßig die Hilfe des Vereins in Anspruch nehmen. Darunter 17-Jährige, aber auch Menschen im Alter von über 80 Jahren zählen zu den „Gästen“, wie das Team selbst seine Klienten nennt.

Gerade jetzt, wo es kälter wird, sei die Hilfe laut Petra Bec vom Organisationsteam, bitter nötig. „Wir wollen im Winter keinen verlieren. Das haben wir in den letzten Wintern auch geschafft“, sagt sie. Bei ihren Touren starten die Helfer gegen 18.30 Uhr mit den Vorbereitungen. Dann starten sie in Richtung Bahnhof. Ab 20 Uhr werden dort Speisen und Getränke ausgeschenkt und Bedürftige mit Kleidung und Decken versorgt.

Die Aktiven kennen auch schwere Schicksale

Wenn möglich und gewünscht, kümmert man sich um eine Wohnung oder hilft bei Verwaltungsformalitäten. „Wir machen das, was auf uns zukommt. Leider gibt es Tage, an denen wir einen Krankenwagen rufen müssen“, sagt Petra Bec mit ernster Miene. „Viele freuen sich auch einfach über das Gefühl von Sicherheit“, ergänzt Anja Barthel. Mit ihrer Mutter Dagmar Barthel hilft sie regelmäßig mit.

„Gerade für jüngere Menschen ist es oft schwierig. Die Hemmschwelle, sich Hilfe zu holen, ist oft sehr hoch“, so die Mutter. Natürlich sei es auch keine leichte Aufgabe, mit den Schicksalen umzugehen. Nicht jeder könne diese Arbeit täglich leisten. Manchmal müsse man zudem mit Verlusten klarkommen.

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