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Buch zur „Elternschule“ in Gelsenkirchen verzögert sich

Szene aus dem ARD-Film „Elternschule“, der nicht nur in Gelsenkirchen widersprüchlich aufgenommen wurde. Er zeigt die Therapie von Kindern mit schweren Regulationsstörungen.

Szene aus dem ARD-Film „Elternschule“, der nicht nur in Gelsenkirchen widersprüchlich aufgenommen wurde. Er zeigt die Therapie von Kindern mit schweren Regulationsstörungen.

Foto: Handout / SWR/Jörg Adolph

Gelsenkirchen-Buer.  Das Buch zum Film „Elternschule“ in Gelsenkirchen wird nicht Ende November erscheinen. Verlag und Autoren haben unterschiedliche Vorstellungen.

Eigentlich sollte Ende November im Langen Müller Verlag das Buch „Kinder im chronischen Stress“ erscheinen. Die Autoren: Diplom-Psychologe Dietmar Langer und Dr. Kurt-André Lion, beide leitend in der Abteilung pädiatrische Psychosomatik an der Kinder- und Jugendklinik am Bergmannsheil Buer seit langen Jahren tätig.

Im vergangenen Jahr hatte die TV- und Kino-Dokumentation zu ihrer Arbeit mit chronisch kranken Kindern unter dem Titel „Elternschule“ für großes Aufsehen gesorgt und die Gemüter erregt. „Schwarze Pädagogik“ warf man dem Klinikteam vor, das Kinder mit schweren chronischen Regulations- und Essstörungen gemeinsam mit deren Eltern therapiert, über mehrere Wochen und mit Begleitung über mehrere Jahre. In der Dokumentation waren unkommentiert exemplarisch Szenen aus dem Therapiealltag zu sehen. Selbst gerichtliche Ermittlungen waren von den Kritikern angestrengt, letztlich aber eingestellt worden, auch das Ministerium fand keinen Grund zur Klage.

Von Autoren nicht als Buch zum Film oder Debattenbeitrag geplant

Um das Phänomen der Psychosomatik zu erklären, sollte nun ein Buch dem Film folgen. Doch wie sich nun herausstellte, gab es unterschiedliche Vorstellungen vom Inhalt des Buches. Aus der Warte des Verlags sollte es ein Buch zum Film sein, ein Debattenbuch. Die Autoren aber hatten sich vorgestellt, ein Buch mit vielen konkreten Fallbeispielen zu verfassen, in dem sowohl Weg und Ursachen der chronischen Erkrankungen nachvollziehbar werden als auch der Leidensweg vieler Familien, deren Kinder unter stressbedingten psychosomatischen Erkrankungen leiden, aber oft eine lange Klinik- und Arzt-Odysse hinter sich bringen, ohne Effekt. „Auch die Psychiatrie wäre für diese Kinder nicht die richtige Anlaufstelle“; erklärt Dietmar Langer.

Fragt man den Verlag, warum das Buch nicht Ende November erscheinen wird, so heißt es, die Autoren hätten die Termine nicht halten können. Langer und Lion allerdings sehen das Problem in den unterschiedlichen Vorstellungen, planen weiter mit einer gemeinsamen Veröffentlichung nach ihrem Konzept, aber mit einem anderen Verlag und ohne Eile. Schließlich sind beide hauptamtlich an der Kinder- und Jugendklinik am Bergmannsheil aktiv.

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