Bundeswehr

Bundeswehr informiert im BiZ über Karrierechancen

Hauptfeldwebel David Strahl informiert im Berufsinformationszentrum interessierte junge Menschen über die Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr. Denn auch eine zivile Laufbahn ist beim Bund möglich.

Hauptfeldwebel David Strahl informiert im Berufsinformationszentrum interessierte junge Menschen über die Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr. Denn auch eine zivile Laufbahn ist beim Bund möglich.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen.   David Strahl klärt im Berufsinformationszentrum Gelsenkirchen über die Ausbildung bei der Bundeswehr auf. Negative Aspekte werden benannt.

David Strahl redet gar nicht erst lange um den heißen Brei herum. „Sie können bei uns in brenzlige und gefährliche Situationen geraten“, sagt der 31-Jährige. Strahl ist Hauptfeldwebel bei der Bundeswehr – und hält für das Recklinghäuser Karriereberatungsbüro regelmäßig Vorträge im Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit in Gelsenkirchen.

Allzu viele Interessierte sind an diesem Montag nicht gekommen. Vier junge Männer und Frauen, dazu zwei Elternteile – das war’s. „Das ist eher ungewöhnlich. Wir haben häufig auch 25 Leute hier sitzen. Aber es sind Ferien“, erklärt Strahl, der seinen 75-minütigen Vortrag natürlich dennoch abspult.

Zivile Angestellte bei der Armee

Dabei erklärt er zum einen, was genau eigentlich die Aufgaben der Bundeswehr sind und zum anderen, welche Berufs- und Karrierechancen die Truppe bietet. Denn neben dem klassischen Soldaten, der beim Heer, der Luftwaffe oder der Marine arbeitet, gibt es auch zivile Ausbildungsmöglichkeiten – sei es als KFZ-Mechatroniker, Anlagenmechaniker oder Bürokaufmann.

Gerade seit dem Wegfall der Wehrpflicht, muss sich die Bundeswehr aktiver als je zuvor um neue Soldaten und zivile Angestellte kümmern. „Wir werben nicht, sondern informieren“, betont Strahl das wichtigste Credo. Erst jüngst hatte ein Beschluss der Berliner SPD, dass die Bundeswehr zukünftig nicht mehr an Schulen werben darf, für große Diskussionen gesorgt.

Persönliche Beratungsgespräche

Deshalb ignoriert der Hauptfeldwebel die negativen Aspekte des Berufs nicht. „Sie werden gegebenenfalls schießen müssen. Und ihre Privatsphäre ist eingeschränkt“, erklärt er seinen Zuhörern. Die Bereitschaft zu Auslandseinsätzen, die stets vier bis sechs Monate dauern, müsse da sein. „Aber wir schicken sie nicht einfach los, sondern sie erhalten eine optimale Vorbereitung“, so Strahl.

Abgeschreckt ist am Ende seines Vortrags niemand. Sein Angebot eines zusätzlichen individuellen Beratungsgesprächs nehmen alle Zuhörer an. So auch Janina Sokolowski. Die 19-jährige Dorstenerin arbeitet als zahnmedizinische Fachangestellte, will sich jedoch anderweitig orientieren. „Ich würde gerne Notfallsanitäterin bei der Bundeswehr werden“, erzählt sie. Ein gut überlegter Schritt: „Ich weiß, worauf ich mich einlasse. Bei der Bundeswehr sehe ich viel größere Zukunfts- und Weiterbildungschancen.“ Mit ihrer Umschulung will sie schnellstmöglich beginnen.

>> Kommentar: Keine Glorifizierung

Die Bundeswehr soll keine Schulen mehr besuchen? Mit diesem Verbot hat die Berliner SPD vor wenigen Wochen für viel Wirbel gesorgt. Kritische Stimmen kamen auch aus den eigenen Reihen.

„Für Töten und Sterben macht man keine Werbung“, hatten die Sozialdemokraten erklärt. Doch macht die Bundeswehr das? Nach dem Besuch des Vortrags im Berufsinformationszentrum lässt sich sagen: Auf keinen Fall.

Hauptfeldwebel David Strahl glorifiziert keine Kampfhandlungen, sondern erläutert schlichtweg nüchtern und sachlich die Aufgaben und Ziele der Bundeswehr. Dass man beim Bund auch eine Vielzahl ziviler Berufe erlernen kann, kommt noch dazu. Viele dürften das nicht unbedingt wissen – dementsprechend spricht nichts dagegen, wenn die Bundeswehr auch in Schulen informiert. Immerhin reden wir über eine Organisation, die auf dem Boden des Grundgesetzes steht.

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