Feuer

Explosion in Gelsenkirchen: Azubi in Kfz-Werkstatt verletzt

Eine Kfz-Werkstatt in Gelsenkirchen ist durch eine Explosion vollständig zerstört worden. Die Detonation ereignete sich am Donnerstagmittag an der Kanalstraße in Gelsenkirchen-Bismarck.

Eine Kfz-Werkstatt in Gelsenkirchen ist durch eine Explosion vollständig zerstört worden. Die Detonation ereignete sich am Donnerstagmittag an der Kanalstraße in Gelsenkirchen-Bismarck.

Foto: Nikos Kimerlis

Gelsenkirchen.  Explosion in einer Kfz-Werkstatt in Gelsenkirchen-Bismarck: Sechs Mitarbeiter können sich lebend ins Freie retten. Die Ursache ist unklar.

Vollständig zerstört durch eine Explosion wurde am Donnerstagmittag in Gelsenkirchen eine Kfz-Werkstatt an der Kanalstraße. Sechs Mitarbeiter und ein Hund konnten sich lebend ins Freie retten. Sie wurden in Sicherheit gebracht. Ein Auszubildender musste mit leichten Brandverletzungen im Krankenhaus behandelt werden.

Ein zweiter Hund wird noch vermisst. Die Einsatzkräfte vor Ort vermuten, dass er tot ist. Die Ursache für die Explosion im Stadtteil Bismarck ist derzeit noch unklar. Die Kanalstraße bleibt bis auf Weiteres abgesperrt.

Explosion in Gelsenkirchen – Dach der Werkstatt auf Autos geschleudert

Die Explosion gegen 15.10 Uhr war derart gewaltig, dass Teile des Werkstatt-Daches und der Giebelwände aus Stahlblech bis auf die Straße und auf dort geparkte Autos geschleudert wurden. Mehrere Pkw wurde zum Teil schwer beschädigt. Einige Teile landeten sogar auf dem nahe gelegenen Consol-Gelände – sie waren über den mit Bäumen bewachsenen Wall vor Werkstatt und Kanalstraße auf das ehemalige Zechengelände geflogen und krachten dort neben Sitzbänke auf die Wiese – per Luftlinie gut 20 Meter weit entfernt.

Meister und Azubi haben sich in der Werkstatt befunden

„Wie Feuer und Explosion ausgelöst wurden, ist noch unklar“, sagte Feuerwehr-Sprecher Carsten Jost an der Unglücksstelle. Ersten Ermittlungen zufolge, hätten sich Meister und Azubi in der Werkstatt befunden, vier weitere Mitarbeiter in einem Nebenraum respektive -gebäude. Denkbar ist es, dass Schweißarbeiten die Unglückskette ausgelöst haben, die Kriminalpolizei steckt aber noch mitten in den Untersuchungen. Denn erst muss sichergestellt sein, dass es keine Glutnester und keine Gefahr – etwa durch einstürzende Gebäudeteile – mehr gibt, bevor das Gebäude untersucht werden kann. Die Mitarbeiter des Betriebes müssen zudem noch ausgiebig befragt werden.

Kfz-Werkstätten haben aufgrund der Vielzahl an vorgehaltenen, entzündlichen Stoffen – Gasflaschen, Treibstoff und Ähnliches ein hohes Potenzial „ein Feuer oder eine Explosion auszulösen“, so Jost.

Über dem Bismarcker Quartier stand eine dichte schwarze Rauchsäule als die Feuerwehr anrückte. Der beißende Qualm zog bis nach Herne. Anwohner wurden aufgefordert, Türen und Fenster verschlossen zu halten. Beispielsweise über die Warn-App Nina. Einheiten der Hauptfeuerwache in Buer und der Wachen Heßler und Altstadt sowie die Freiwillige Feuerwehr rückten gegen die hoch auflodernden Flammen. Etwa 30 Retter waren bei „dem Vollbrand“ im Einsatz.

Lodernde Flammen über zwei Drehleitern bekämpft

Über die beiden Drehleiterwagen löschen wir zunächst das Gros der Flammen ab“, sagte Feuerwehr-Sprecher Carsten Jost noch während des laufenden Einsatzes, danach erstickte Löschschaum das restliche Züngeln. Anwohner und Zeugen berichteten den Einsatzkräften von lauten Knallgeräuschen, möglich, dass dies von platzenden Autoreifen herrührte oder von explodierenden Behältnissen mit Gasen und Flüssigkeiten.

Neben den Flammen schlugen bei Anwohnern und Arbeitenden der umliegenden Betriebe in dem Wohn- und Gewerbegebiet teilweise auch die Emotionen hoch. Einer bemängelte den aus seiner Sicht dürren Wasserstrahl aus den Feuerwehrschläuchen – bei nur einem verfügbaren Hydranten in der Nähe teilten sich allerdings die 2200 Liter pro Minute auf die jeweils zweiköpfige Besatzung in einer Drehleiter auf.

Ein anderer kritisierte einen jungen Polizeibeamten, der als die Gefahr gebannt war, sich mit Kollegen unterhielt. Dabei wurde gelacht. Es war ausgerechnet der Polizist, der nach eigener Aussage als einer der Ersten am Unglücksort eintraf und dafür sorgte, dass Mitarbeiter einer nahen Spedition sicher aus dem Gefahrenbereich herauskamen. Kritiker und Polizist gaben sich kurze Zeit später die Hand - die Sache war damit ausgeräumt.

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