Friseur-Frust

Frisch gestylt: Warum sich Friseure bei Schalke 04 melden

Den ersten Sieg seit einer gefühlten Ewigkeit feierten die Schalker Bundesligaprofis gegen Hoffenheim. Alles andere war da zweitrangig, bestimmt auch die Frisur.

Den ersten Sieg seit einer gefühlten Ewigkeit feierten die Schalker Bundesligaprofis gegen Hoffenheim. Alles andere war da zweitrangig, bestimmt auch die Frisur.

Foto: Guido Kirchner / dpa

Gelsenkirchen  Friseure sind empört: Fußballprofis lassen sich im Lockdown die Haare stylen. Gelsenkirchener Innungsobermeister schreibt deshalb an Schalke 04.

Friseure sind empört, sauer auf Fußballspieler, die auch in Corona-Zeiten nach wie vor mit frisch und top gestyltem Haarschnitt dem Ball hinterherjagten. Holger Augustin, Obermeister der Friseur Innung Emscher-Lippe-West wandte sich Mittwoch in einem Schreiben an Schalke 04. Er bittet Vereinsverantwortliche, auf die Spieler einzuwirken, gemeinsam den Weg der Pandemiebekämpfung mitzugehen und auf Friseurdienstleistungen zu verzichten.

Obermeister appelliert, nicht illegal die Haare zu schneiden

Die Friseure erwarten, dass der Verein mithilft, den Eindruck von Verstößen durch Appelle an die Spieler auszuräumen. Ein großer Teil der Fußballprofis scheint illegal die Dienstleistung von Friseuren in Anspruch genommen zu haben. Augustin: „ Es ist ein großes Privileg, dass Profifußball weiter stattfinden kann. Da muss man erwarten können, dass Spieler sich an die Regeln halten.“ Auch an seine Kolleginnen und Kollegen appelliert der Obermeister, nicht illegal die

Schalker Profis sollen Vorbild in Gelsenkirchen sein

Seit dem 16. Dezember können die unter Androhung von Bußgeldern nicht mehr ausüben. Betriebsinhaber, so Augustin, müssten ohne Einkommen zurechtkommen, Mitarbeiter lebten von Kurzarbeitergeld. Viele Kolleginnen und Kollegen würden täglich von Kunden gefragt, ob man nicht versteckt Friseurdienste nutzen könnte. Fußballer seien starke Vorbilder für Menschen aller Gesellschaftsschichten, insbesondere für junge Leute. Augustin: „Vorbildlich wäre es, wenn die Spieler sich öffentlich zur Friseurabstinenz bekennen würden.“

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks forderte in einem Schreiben an DFB-Präsident Fritz Keller Solidarität zu zeigen und ein Zeichen gegen Schwarzarbeit zu setzen. Dass sich viele Profis professionell stylen ließen, sei offensichtlich. „Einrasierte Scheitel, auf wenige Millimeter getrimmtes Nacken und Schläfenhaar können nur das Meisterwerk von professionellen Friseurinnen und Friseuren gewesen sein“, ist Verbandspräsident Harald Esser überzeugt.

260 Innungsbetriebe können aktuell ihr Handwerk nicht ausüben

80.000 Salons des deutschen Friseurhandwerks sind derzeit geschlossen. „Lassen sie uns den Weg der Pandemiebekämpfung gemeinsam gehen“, fordert Verbandspräsident Harald Esser den DFB zur Unterstützung auf.

Schalke 04 lässt sich derweil nicht auf Haarspaltereien ein. Auf die Frage, ob Fußballprofis sich in Lockdown-Zeiten professionell die Haare stylen lassen, reagiert der Bundesligist nicht. Es habe mehrere Medienanfragen zu dem Thema gegeben, teilt die Kommunikations-Abteilung des Vereins mit, doch eine Stellungnahme dazu werde es generell nicht geben.

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