Nachruf

Frühere MiR-Chefdramaturgin Carin Marquardt gestorben

Carin Marquardt, hier auf einem Archivbild von 2011, ist kürzlich verstorben.

Carin Marquardt, hier auf einem Archivbild von 2011, ist kürzlich verstorben.

Foto: Gert Westdörp

Gelsenkirchen.  Von 1988 bis 1996 war sie Chefdramaturgin am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. Jetzt ist Carin Marquardt im Alter von 72 Jahren gestorben.

Vor 31 Jahren übernahm Carin Marquardt die Rolle der Chefdramaturgin am Musiktheater im Revier und engagierte sich hier mit so großem Erfolg, dass sie ab 1996 das Aufgabenfeld wechselte. Als Regisseurin inszenierte sie große Opernproduktionen in Gelsenkirchen und auf vielen weiteren Bühnen in ganz Deutschland. Der Kontakt zu Freunden und Kollegen in Gelsenkirchen aber blieb über die Jahre hinweg bestehen. Am 24. Juli verstarb Carin Marquardt, wie erst jetzt bekannt wurde, nach langer Krankheit im Alter von 72 Jahren in Potsdam.

Carin Marquardt, in Regensburg geboren, begann ihre Theaterlaufbahn 1981 als Schauspieldramaturgin am Schauspiel Frankfurt. Am Staatstheater Darmstadt betreute sie dramaturgisch alle Sparten, bevor sie 1988 als Chefdramaturgin nach Gelsenkirchen wechselte. Als Opernregisseurin inszenierte sie seit 1996 am MiR, später unter anderem auch in Wuppertal, Wiesbaden und Rheinsberg.

Zuletzt arbeitete Marquardt als freischaffende Regisseurin

Am Pfalztheater in Kaiserlautern war sie als Regisseurin und Chefdramaturgin für alle Sparten verantwortlich. Von 2003 an engagierte sie sich zwei Jahre lang als Chefdramaturgin an der Staatsoperette Dresden, wo sie unter anderem die Tagung „Operette unterm Hakenkreuz“ konzipierte und organisierte. Am Theater Osnabrück arbeitete Carin Marquardt fünf Jahre als Operndirektorin, brachte hier 2010 die iranische Oper „Neda – Der Ruf“ zur Uraufführung.

Ihr künstlerisches Interesse galt gleichermaßen der leichten Muse Operette als auch den großen Wagner- und Mozart-Opern und den Uraufführungen von Raritäten. In Gelsenkirchen erinnern sich Opernbesucher noch an Marquardt-Produktionen wie Jacques Offenbachs „La Perichole“ (1996), Benjamin Brittens „The Turn of the Screw“ (1997) Humperdincks „Hänsel und Gretel“ (1998) oder Georges Bizets „Carmen“ (2000). Gerade ihre Humperdinck-Sicht avancierte rasch zu einer stürmisch gefeierten Kult-Inszenierung. Die Presse schrieb damals von einer „bestechenden Konzeption auf der Höhe der Zeit“.

Seit 2011 arbeitete Carin Marquardt als freischaffende Regisseurin.

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