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Gelsenkirchen sieht keine Gefahr durch Huawei-Technologie

Der chinesische Konzern Huawei steht immer wieder in der Kritik. (Symbolbild)

Der chinesische Konzern Huawei steht immer wieder in der Kritik. (Symbolbild)

Foto: Andy Wong / dpa

Gelsenkirchen.  Über das Gelsenkirchener Free-Wifi-Projekt wurden seit 2015 Huawei-Router- und Antennentechnik verwendet. Stadt sieht keine Sicherheitsgefahr.

Huawei, ein führender Anbieter für Informations- und Kommunikationstechnologie aus China, ist zurzeit sehr umstritten. Die Angst vor Spionage treibt viele Menschen um. Auch in Gelsenkirchen ist Technik von Huawei zu finden. Fast immer, wenn es um 5 G geht, ist das Unternehmen mit dabei. Als 5 G bezeichnet die Mobilfunkindustrie den neuen Kommunikationsstandard, der in den nächsten Jahren in Deutschland eingeführt werden soll.

„In den Medien wird die Sicherheitsthematik in Bezug auf Huawei zumeist auf die Netzwerktechnik beim Ausbau des 5 G-Mobilfunknetzes geführt“, erklärt Markus Lübbers, Leiter Marketing und Digitalisierung bei Gelsen-Net. Das Unternehmen baue aber keine Mobilfunktechnologie auf. Allerdings würden beim Ausbau des Glasfasernetzes, das zurzeit massiv vorangetrieben wird und im Rechenzentrum von Gelsen-Net neben Netzwerkkomponenten von Cisco oder Servern von Netapp, auch Huawei-Produkte eingesetzt. Netzwerkkomponenten sind Geräte oder Technik, die den Datenfluss ermöglichen.

Gelsen-Net setzt auf breite Zahl verschiedener Hersteller

„Gelsen-Net hat seit Beginn an immer auf eine breite Zahl an verschiedenen Herstellern gesetzt, um größtmögliche Sicherheit und Flexibilität beim Ausbau der Netze, beziehungsweise der IT-Infrastruktur garantieren zu können“, erklärt Lübbers.

Mit genau diesem Thema beschäftigt sich auch der Leiter des Instituts für Internet-Sicherheit der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, Prof. Norbert Pohlmann. Durch 5 G würden schon in wenigen Jahren über 50 Milliarden Dinge in Internet angeschlossen sein, so Pohlmann: Kühlschränke, Autos, Sensoren, Temperaturmesser, Laternen. Es gibt fast keinen Bereich mehr, der nicht berührt wird.

Huawei-Router- und Antennentechnik mit circa 300 Access-Points

„Auf dem Gebiet sind die Chinesen Marktführer, aus Deutschland gibt es nicht ein einziges Patent, das in dem Bereich angemeldet ist. Deutschland ist dafür auf dem gesamten Automobilsektor führend. Man muss sich ja auf ein Gebiet spezialisieren und kann nicht auf allen herausragend sein“, erklärt der Institutsleiter. Pohlmann sieht der Entwicklung eher gelassen entgegen. „Der 5 G-Standard ist verschlüsselt und kann nicht einfach abgehört werden. Außerdem gibt es ja gegenseitige Verträge.“ Es sei eigentlich keine Frage, ob man diese Technologie nimmt oder nicht. „Denn Deutschland braucht innovative Technologie“, sagt er.

2018 kamen deutsche Autohersteller auf einen Marktanteil von knapp 24 Prozent in China. „So sind also die Deutschen auf innovative Technologie aus China angewiesen und die Chinesen auf deutsche Autos. Am Ende muss man sich vertragen und gucken, wie man die Welt besser macht.“ Für die Stadtverwaltung ist das Thema Huawei und Sicherheit überhaupt kein Thema. „Die Stadt hat keine Verträge mit Huawei abgeschlossen. Über das Gelsenkirchener Free-Wifi-Projekt wurden seit 2015 Huawei-Router- und Antennentechnik mit circa 300 Access-Points realisiert“, erklärt die Stadt.

Kooperation zwischen Stadt Gelsenkirchen und Huawei

Auf Basis dieses Projekts sei seit März 2016 eine weitergehende Kooperation zwischen der Stadt und Huawei entstanden. Damals habe OB Baranowski mit Vertretern des Unternehmens auf der Cebit vereinbart, innovative Projekte zu entwickeln, um Gelsenkirchen zu einer Beispielstadt für digitale Lösungen zu machen. Sicherheit sei aber kein Thema, weil bei der Nutzung von Huawei-Technologie keine Gefahr für deutsche Daten bestehe.

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