Straßen-Sanierung

Gelsenkirchen: Umbau der Horster Straße ist abgeschlossen

Der fünfte Bauabschnitt der Horster Straße zwischen der A2-Brücke (Kreuzung Emil-Zimmermann-Allee) und Hugostraße in Gelsenkirchen wird Ende Dezember abgeschlossen. Noch sind einige Restarbeiten zu erledigen.

Der fünfte Bauabschnitt der Horster Straße zwischen der A2-Brücke (Kreuzung Emil-Zimmermann-Allee) und Hugostraße in Gelsenkirchen wird Ende Dezember abgeschlossen. Noch sind einige Restarbeiten zu erledigen.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer/Beckhausen.  Die Fertigstellung der Horster Straße zwischen Gelsenkirchen-Buer und -Beckhausen verzögerte sich um 16 Monate. Finanzrahmen wurde eingehalten.

Vier Kilometer in 15 bis 20 Minuten: Wer über die Horster Straße von Buer nach Beckhausen fahren wollte, der musste bislang mitunter etwas mehr Zeit einplanen wegen des aufwendigen Umbaus dieser wichtigen Nord-West-Verbindung. Immer wieder floss der Verkehr abschnittsweise nur in eine Richtung, wurden für Anwohner, Geschäftsleute und Kunden Umwege nötig. Nach rund zehn Jahren sind die Arbeiten zwischen der De-la-Chevallerie-Straße und der Kreuzung Emil-Zimmermann-Allee nun abgeschlossen. Für die Stadt und die Bogestra gestern ein Grund zum Feiern – und für einige Bürger zum Dampf-Ablassen.

Fast 40 Millionen Euro investierten Stadt und Bogestra in die Komplett-Erneuerung der vier Kilometer langen Trasse – bei fließendem Auto- und ÖPNV-Verkehr. Das marode (Kopfstein-)Pflaster wurde durch geräuschärmeren Asphalt ersetzt, ein durchgängiger, roter Radfahrstreifen angelegt, die Haltestellen sind nun niederflurgerecht und barrierefrei ausgebaut. Die kalkulierten Kosten wurden dabei in etwa eingehalten, so die Stadt.

16-monatige Verzögerung durch Firmen-Insolvenz und zu hohes Grundwasser

Überraschungen gab’s gleichwohl, und damit eine insgesamt rund 16-monatige Verzögerung. „Beim ersten der fünf Bauabschnitte meldete die ausführende Baufirma Insolvenz an; im Boden tauchten Stromkabel auf, deren Eigentümer erst einmal ausfindig gemacht werden mussten; und rund um die Rungenberghalde stand das Grundwasser so hoch, dass es abgepumpt und für eine Hochdruckgasleitung eine neue Trasse gefunden werden musste“, so Bogestra-Bauleiter Christian Kromat.

Zudem gab’s immer wieder Beschwerden: Anwohner klagten über Parkplatzprobleme, Kaufleute über zurückgehende Umsätze. So bildeten Händler auf der heutigen Kulturmeile etwa eine Interessensgemeinschaft, um Kunden auf sich aufmerksam zu machen. „Das haben wir auch immer unterstützt“, betont Astrid Metz, die im „Info-Treff Linie 301“ an wechselnden Standorten präsent war, um über die Arbeiten zu informieren und bei Problemen für fixe Lösungen zu sorgen. Tatsächlich wurde die Anlaufstelle rege genutzt. „So haben wir für Umzüge die Taktung der Arbeiten geändert und Schilder mit der Aufschrift ,Geschäfte sind erreichbar’ aufgestellt.“

Anwohner kritisieren fehlende Parkplätze und zu schmale Fahrbahn

Während Stadt und Bogestra betonen, der Dialog mit den Bürgern sei erfolgreich gewesen, mochten das gestern bei der kleinen Feier auf dem Hof des Getränkemarkts an der Horster Straße 200 nicht alle Anwohner so sehen. „Mir war nicht klar, dass ich Einspruch gegen die Pläne einlegen kann“, kritisierte etwa Wilhelm Schleweis (63). Insgesamt sei die Baustelle „nervig und anstrengend“ gewesen, besonders weil die Zufahrt zu seinem Möbelgeschäft mitunter eingeschränkt war. „Aber die Bauarbeiter waren sehr fleißig, auch Frau Metz hat sich immer bemüht.“

Und das Ergebnis? „Probleme mit Politessen sind schon jetzt programmiert“, schimpft er. „Weil Parkplätze weggefallen sind, parken die Leute ihre Autos nun auf den verbreiterten Bürgersteigen.“ Als „katastrophal“ wertet gar eine 58-jährige Anwohnerin die sanierte Straße, weil die Fahrbahn zu schmal sei „und viele alte Bäume gefällt wurden.“ Nach Angaben der Stadt wurden mehr neue Bäume gepflanzt als alte entfernt. Ein dickes Lob spendiert dagegen Marianne Wingerter: „Mit der schmaleren Fahrbahn werden wir klarkommen. Die Bürgersteige und die Radwege sind schön breit geworden – das ist optimal.“

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