Kirche

Gelsenkirchen: Wortgottesfeiern als Zusatzangebot zur Messe

Pastor Bernd Steinrötter (l.) und das Team, das „Sonntags am Ort“ immer für die Gemeinde vorbereitet und durchführt: Thomas Vennemann, Cornelia Böning und Petra Böhle (r.).

Pastor Bernd Steinrötter (l.) und das Team, das „Sonntags am Ort“ immer für die Gemeinde vorbereitet und durchführt: Thomas Vennemann, Cornelia Böning und Petra Böhle (r.).

Foto: Joachim Kleine-Büning / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  In Liebfrauen in Gelsenkirchen gibt es ein Projekt: „Sonntags am Ort“. Was das mit Wortgottesfeier-Leitern zu hat und was die genau machen.

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„Sonntags am Ort“ heißt ein neues Projekt, das von Pastor Bernd Steinrötter und drei Ehrenamtlichen von St. Liebfrauen in Gelsenkirchen getragen wird. Es ist ein regelmäßiges Treffen am Sonntag in der Krypta, zu dem Thomas Vennemann, Cornelia Böning und Petra Böhle die Gemeindemitglieder einladen, um aus christlicher Sicht über gesellschaftliche und politische Themen zu sprechen, Texte zu lesen, die in die jeweilige Zeit des Kirchenjahres passen, zu beten und sich freundschaftlich zu begegnen.

Thomas Vennemann (44) und Petra Böhle lassen sich außerdem mit sieben weiteren Personen aus der gesamten Pfarrei zu sogenannten Wortgottesfeier-Leitern ausbilden. „Die regelmäßigen Treffen sind inhaltlich und zeitlich definitiv keine Konkurrenz zu den Eucharistiefeiern“, betont der 44-Jährige. Denn sie finden immer dann statt, wenn es in Liebfrauen keinen Gottesdienst am Sonntag gibt.

Es gibt zu wenige Priester

Das neue Projekt sei natürlich dadurch entstanden, dass es mittlerweile zu wenige Priester gibt und nicht in jeder Kirche jeden Sonntag eine Eucharistiefeier gehalten werden kann. In der Pfarrei St. Hippolytus sind für die fünf Kirchenstandorte zwei Priester zuständig. Dazu gehören St. Laurentius, St. Marien in Essen- Karnap, Liebfrauen und St. Clemens. Viele sehen vor Ort in ihrer Kirche ihr christliches Zuhause und möchten nicht weitere Wege in Kauf nehmen, andere sind körperlich gar nicht mehr in der Lage, zu einer anderen Kirche zu laufen oder zu fahren.

„Wir wollen der Gemeinde weiterhin ein Zuhause und eine Anlaufstelle geben, wo man sich austauschen kann.“ Siebenmal hat ein solches Treffen seit September stattgefunden und es wird gut angenommen. Beim letzten Mal sind 61 Personen gekommen, um eine halbe bis dreiviertel Stunde zusammenzusein.

Pastor Bernd Steinrötter lobt ehrenamtliches Engagement

Die drei Initiatoren bereiten die Treffen immer vor und beziehen dann die Gemeindemitglieder ein, indem ein Text auch von Interessierten vorgelesen werden kann. „Wir haben zu dritt das Konzept für die Liebfrauenkirche erarbeitet, aber natürlich ist das mit dem Bistum eng abgesprochen“, betont Vennemann.

„Man kann das ehrenamtliche Engagement gar nicht genug würdigen und wertschätzen“, sagt Pastor Bernd Steinrötter. Mindestens fünf Stunden an Vorbereitungszeit, Durchführung und Nachbereitung würden die drei Gemeindemitglieder opfern – neben Beruf, Familie und Freizeit. Das sei ein enormer Einsatz, sagt Steinrötter respektvoll.

Wortgottesfeiern als Zusatzangebot

Wie die neun Personen aus der gesamten Pfarrei, die sich zurzeit zu Wortgottesfeier-Leitern ausbilden lassen, eingesetzt würden, werde man im Detail noch besprechen, erklärt der Pastor aus Beckhausen. „Sie werden vor Ostern im kommenden Jahr mit ihrer Ausbildung fertig sein.“ Dann dürfen sie zum Beispiel die Liturgie halten, das bedeutet Form und Inhalt einer Messe.

Vom Bistum Essen ist grundsätzlich nicht vorgesehen, sonntags Wortgottesfeiern an Stelle von Eucharistiefeiern treten zu lassen. Daher wird es auch in Liebfrauen und möglicherweise an den anderen Kirchenstandorten von St. Hippolytus Wortgottesfeiern als Zusatzangebot geben.

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