Angst um Arbeitsplätze

Gelsenkirchener Real-Beschäftigte beklagen Ungewissheit

Verdi-Sekretär Michael Sievers weiß genau, wie sehr die Unsicherheit über die berufliche Zukunft auch an den Nerven der Gelsenkirchener Real-Mitarbeiter zerrt.

Verdi-Sekretär Michael Sievers weiß genau, wie sehr die Unsicherheit über die berufliche Zukunft auch an den Nerven der Gelsenkirchener Real-Mitarbeiter zerrt.

Foto: Ralph Bodemer

Gelsenkirchen-Erle.  Die andauernde Ungewissheit über das eigene berufliche Schicksal nagt auch an den rund 130 Mitarbeitern der Gelsenkirchener Real-Filiale.

Hunderte Mitarbeiter der Supermarkt-Kette Real haben am Rande eines Aktionärstreffens der Konzernmutter Metro am Freitagmorgen in Düsseldorf ihrem Unmut Luft gemacht. Nach dem nun feststehenden Verkauf an die SCP Group ist das Schicksal der einzelnen Real-Standorte weiterhin ungeklärt. Entsprechend groß ist die Verunsicherung auch in der Belegschaft im hiesigen Real-Markt, der seinen Sitz an der Emscherstraße in Erle hat.

„Wir wissen nicht, wie es mit uns weitergeht. Unsere Mitarbeiter sind entsprechend aufgewühlt“, sagte ein Betriebsrats-Mitglied des Gelsenkirchener Standortes, das namentlich nicht genannt werden wollte. Rund 130 Mitarbeiter zählt Real in Gelsenkirchen. Die nun schon seit über zwei Jahren währende Ungewissheit über das eigene berufliche Schicksal zerrt bei vielen an den Nerven.

Real-Mitarbeiter sehnen sich nach Klarheit und Fakten

„Die Zeit der Unsicherheit geht leider weiter“, sagte Michael Sievers am Freitagvormittag im Gespräch mit dieser Redaktion. Er ist der für den Bereich Handel zuständige Gewerkschaftssekretär im Verdi-Bezirk Mittleres Ruhrgebiet und damit auch zuständig für die Mitarbeiter in der Gelsenkirchener Real-Filiale. Zu den Betriebsräten im Haus habe er regelmäßig Kontakt, so Sievers. „Nach Jahren der ständigen Unsicherheit sehnen sich die Mitarbeiter nach Klarheit. Sie wollen endlich wissen, was mit ihnen und ihrer Filiale geschieht“, bringt es der Verdi-Mann auf den Punkt.

In Richtung des neuen Eigentümers SCP stellt die Gewerkschaft Verdi einige Forderungen. So müsse es die Rückkehr für die Real-Mitarbeiter in einen Tarifvertrag geben. Zuvor hatte sich der Mutterkonzern Metro aus der Tarifbindung verabschiedet. Zudem werden die bundesweit rund 34.000 Real-Mitarbeiter derzeit unterschiedlich bezahlt. Bei einigen wirkt noch der alte Tarifvertrag, andere sind zu schlechteren Konditionen angestellt. „Diese Zwei-Klassen-Gesellschaft muss ein Ende haben“, sagte Sievers.

Rund 200 Filialen will der künftige Real-Besitzer wohl verkaufen

Der Gewerkschaftssekretär fordert zudem, dass die Betriebsrats-Strukturen bei Real auch unter dem neuen Eigentümer erhalten bleiben. Bislang habe jede Filiale ihr eigenes Gremium, so Sievers. Von den bundesweit 276 Filialen sollen laut Metro-Chef Olaf Koch vorerst nur rund 50 übrig bleiben. Die bis zu 30 verlustreichsten könnten sofort geschlossen werden. Rund 200 Filialen will SCP ab Sommer weiterverkaufen.

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