Sauberkeitsinitiave

Gelsenkirchener Unternehmer unterstützen Sauberkeitsaktion

Ali Mehmet Polat (Steuer- und Rechtsanwaltskanzlei Getax) und Thomas Richter (Abteilungsleiter Referat Öffentliche Ordnung und Sicherheit) machen bei der Sauberkeitsaktion mit.

Ali Mehmet Polat (Steuer- und Rechtsanwaltskanzlei Getax) und Thomas Richter (Abteilungsleiter Referat Öffentliche Ordnung und Sicherheit) machen bei der Sauberkeitsaktion mit.

Foto: Stadt Gelsenkirchen

Gelsenkirchen-Altstadt/Neustadt.  Gelsenkirchener Geschäftsleute wollen aufräumen in ihrem Quartier. Sie haben sich mit der Stadt zusammengeschlossen für Sauberkeit und Ordnung.

Der Gelsenkirchener Hauptbahnhof ist Drehscheibe für tausende Pendler, die umliegenden Geschäfte ein Anziehungspunkt für viele Menschen. An einem solchen Dreh- und Angelpunkt gibt es naturgemäß Probleme. Alkohol und Drogen, Lärm, Müll und auch Kriminalität. Deshalb haben die Ordnungspartner in den vergangen Jahren große Kraftanstrengungen unternommen, den Kiez um den Bahnhof ordentlicher zu machen. Durchaus mit sichtbaren Erfolgen. Jetzt gibt es eine neue Kooperation: Viele Gewerbetreibende haben sich entschlossen, mit beizutragen, dass es im Quartier sauber ist und sich alle sicher fühlen können.

„Wir sind dabei“ steht auf den Plakaten der 26 Geschäfte, die schon mitmachen – vom Friseursalon über den Imbiss und die Bäckerei bis zur Rechtsanwalts- und Steuerkanzlei. „Große Überzeugungsarbeit, mussten wir nicht leisten“, sagt Thomas Richter, Abteilungsleiter im städtischen Referat Öffentliche Sicherheit und Ordnung. Denn letztlich profitieren die Gewerbetreibenden am Ende selbst davon, niemand mag in ein Geschäft, ein Restaurant oder ein Büro gehen, dessen Umfeld mehr abstößt als einlädt.

Rechtsanwalt will den Handfeger schwingen

Einer, der sich sofort der Kooperation anschloss, ist Mehmet Ali Polat von der Rechtsanwalts- und Steuerkanzlei Getax. Auch, wenn er und seine Mitarbeiter im Gegensatz zu den Lebensmittelmärkten, Cafés und Imbissen rundherum keinen Verpackungsmüll und Ähnliches im klassischen Sinne produzieren, ist er sich nicht zu schade, selbst „mit Handfeger und Schüppe vor seiner Kanzlei sauber zumachen“. Wenn jeder ein wenig mache, komme am Ende viel heraus, so sein Credo.

Genau darum geht es, ein Bewusstsein für gemeinschaftliche Verantwortung zu schaffen. Und darum, mit vereinten Kräften und in der Breite Besseres zu bewirken. Was im Süden des Bahnhofes durchaus schon erkennbar ist. Gelsendienste haben ihre Anstrengungen mit einer speziellen Kehrmaschine und Müllsaugern erhöht, der Kommunale Ordnungsdienst setzt auf verstärkte Präsenz und auch Polizei und Bundespolizei zeigen mehr Gesicht.

Situation hat sich bereits verbessert

„Es ist deutlich sauberer geworden, die Atmosphäre entspannter“, sagt Mehmet Ali Polat. und zeigt auf eine große Baumscheibe. Arztmobil (medizinische Hilfe und psychosoziale Begleitung für suchtabhängige und wohnungslose Menschen) hat dort mit Betroffenen ein hübsches Blumenbeet angelegt, Blickfang ist ein bunter bepflanzter Traktorreifen. Auch am Freitagmittag ist gut ein Dutzend Suchtkranker da. Sichtbar, aber nicht lärmend und störend.

Müll im Beet und um die Platanen herum suche man heute vergeblich, freut sich Polat. „Das liegt daran, dass diese Menschen den Platz nun als eine Art ihr Zuhause betrachten. Und dafür eine gewisse Verantwortung verspüren.“ Das findet Polat gut. Er bedankt sich im Gegenzug mit dem Angebot, die Geschäftstoilette mal benutzen zu dürfen, oder mit einem Kaffee oder Tee.

Neue Projekte sollen folgen

Die nächsten Schritte sind bereits ins Auge gefasst, wie Thomas Richter erklärt. Nachdem das behelfsmäßige Dixi-Klo für die Obdachlosen und Suchtkranken einem Urinal unter dem Bahnhofsdach gewichen ist, was erheblich zur Geruchsverbesserung beigetragen hat, und nachdem auch die Wände der Bundespolizeistation durch Gelsendienste von Graffiti befreit wurden, soll „die Betonsäule am Bahnhofseingang frische Farbe bekommen.“ Auch das Parkhaus soll bald ausschließlich platzsuchenden Autofahrern zur Verfügung stehen, Wildpinklern diese Alternative genommen werden.

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