Emscher-Lippe-Initiative

Gipfel in Gelsenkirchen als Signal für Emscher-Lippe-Region

Mit einer kurzen Stadionführung zum Einstieg beginnt in Gelsenkirchen die Veranstaltung für die geladenen Gäste im La Ola-Club der Veltins Arena.

Mit einer kurzen Stadionführung zum Einstieg beginnt in Gelsenkirchen die Veranstaltung für die geladenen Gäste im La Ola-Club der Veltins Arena.

Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.  Regierungspräsidentin Feller initiiert in Gelsenkirchen ein neues Format der Strukturpolitik. Der Auftakt in der Arena ist prominent besetzt.

Es ist das ganz große „Besteck“, das Dienstag im La Ola-Club der Veltins Arena bei der Veranstaltung „Emscher-Lippe – eine Region mit viel Potenzial“ aufgelegt wird: Die Bezirksregierung Münster, der FC Schalke 04, die Stiftung Schalker Markt und die RAG-Stiftung, das Musiktheater im Revier, Westfälische Hochschule und Talentförderer, Gelsenwasser und Co. sind mit dabei, dazu mit Andreas Pinkwart als Landes-Wirtschaftsminister ein prominenter Gastredner. Erwartet werden rund 400 Gäste. Neben Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Stiftungen und gesellschaftlichen Akteuren haben sich rund 230 Teilnehmer aus 25 regionalen Schulen angemeldet. Initiiert hat den Abend das Regierungspräsidium Münster, eine Mittelbehörde, die sonst nicht unbedingt öffentlichkeitswirksam an vorderster Stelle steht, wenn es darum geht, neuen Schub für die Region zu entfachen.

Der Impuls ging von der Bezirksregierung aus

Der Impuls ging von Dorothee Feller aus. Die Dorstenerin, seit September 2017 Regierungspräsidentin (RP), griff dabei eine Idee ihres Vor-Vorgängers auf. „Mir ist es wichtig, die Emscher-Lippe-Region nach vorne zu bringen. Da wir in Münster sitzen, meinen viele, wir schauen von dort eher auf das Münsterland. Das stimmt nicht. Und das wollen wir zeigen“, sagt Feller. Entsprechend habe die Bezirksregierung mit Unternehmen und Stiftungen Kontakt aufgenommen und dabei offene Türen eingerannt. Die Zusagen von RAG oder Schalke kamen umgehend. „Da hieß es sofort, wir unterstützen das“, sagt Feller, für die es bereits „ein Plus für die Region ist, wenn sich die Großen zusammentun und Interesse daran haben, die Region zu unterstützen.“

Moderator Matthias Bongard wird die Gespräche führen

Der Regierungspräsidentin war es dabei wichtig, „nicht nur die üblichen Verdächtigen“ anzusprechen „und am Ende des Tages ein fassbares Ergebnis zu haben. Es muss mehr sein, als nur Gespräche zu führen.“ Wobei davon natürliche etliche im Rahmen von Kurzinterviews auf dem Programm stehen: Moderator Matthias Bongard wird sie führen – mit Vertretern aus Stiftungen und Lokalpolitik, mit WH-Präsident Prof. Bernd Kriegesmann ebenso wie mit der RP, mit Ruhrtalenten oder auch Repräsentanten der Joblinge-Initiative.

Talentscout-Initiative ging von Gelsenkirchen aus

Die Spannbreite zeigt, worum es den Veranstaltern bei der Einladung ging: Sie sind überzeugt, dass in der Region viele Talente brachliegen, dass junge Menschen die Möglichkeit brauchen, ihre Potenziale zu erkennen, diese auszubauen und damit eine Lebensperspektive in der Region zu finden. Vorarbeit in diesen Bereichen gibt es lokal und regional reichlich. Die Talentscout-Initiative zur Förderung junger Schüler, mittlerweile landesweit aufgestellt, ging von Gelsenkirchen aus. Auch die Joblinge haben hier schon seit Jahren eine Niederlassung und helfen recht erfolgreich jungen Menschen mit eher gebrochenen Biografien, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Das neue Format soll junge Leute ansprechen

Das Format in der Arena ist laut Feller so gewählt, „dass es junge Leute ansprechen soll“. Gleichzeitig wolle man Unternehmer motivieren und ihnen zeigen: „Hier sind junge Menschen, ihr müsst sie nur anders abholen. Wir haben hier Schüler, die haben vielleicht nicht die besten Noten, aber die haben Talente.“

Letztlich gehe es insgesamt um die Zukunftsfrage, wie große Städte und Ballungsräume wie die Emscher-Lippe-Region den Herausforderungen des globalen Wettbewerbs begegnen, wie die Region und ihre Unternehmen ihre Stärken als attraktiver Standort für Unternehmen kommunizieren und wie man schließlich das Potenzial junger Menschen in der Region als Fachkräfte heben kann. Mit Akteuren in der Region wie den handwerks- oder Industrie- und Handelskammern eng zusammenzuarbeiten, liegt dabei für Feller nahe. Aber eben auch, „Strukturpolitik aktiv zu betreiben. Das ist für mich auch eine Rolle des RP.“ Die Bezirksregierung könne dabei helfen, Initiativen zu bündeln und zu fokussieren.

Nächste Veranstaltung mit Ministerpräsident Laschet

Der Aufschlag in der Arena wird Folgen haben – zumindest mit einer weiteren Veranstaltung. Im Oktober soll es einen weiteren Emscher-Lippe-Gipfel geben, Schwerpunktthema wird dann die „Wasserstoff-Nutzung“ sein. Ministerpräsident Armin Laschet wird dann als Hauptredner erwartet.

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