Gesellschaft

Hovenjürgen: Wiedervereinigung als Glücksfall und Mahnung

Josef Hovenjürgen, Generalsekretär der NRW-CDU, schlug beim Festvortrag im Wolterhof in Resse den Bogen über 30 Jahre nach dem Mauerfall.

Josef Hovenjürgen, Generalsekretär der NRW-CDU, schlug beim Festvortrag im Wolterhof in Resse den Bogen über 30 Jahre nach dem Mauerfall.

Foto: Joachim Kleine-Büning / FFS

Gelsenkirchen-Resse.  NRW-Generalsekretär Hovenjürgen erinnert vor der CDU Gelsenkirchen an die Entwicklung seit dem Mauerfall. Er mahnt zum Einsatz für Demokratie.

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Auf einer Parteiveranstaltung verbreitete sich die Nachricht, „und damals gab es noch keine Handys“, beschrieb Josef Hovenjürgen. Der 9. November 1989, der Fall der innerdeutschen Mauer, blieb ihm, wie vielen, deutlich in persönlicher Erinnerung. Doch der Generalsekretär der NRW-CDU schob auch gleich bei seinem Festvortrag auf Einladung des Gelsenkirchener Kreisverbands ein, dass junge Menschen damit zwangsläufig auch keine wirkliche Wahrnehmung von der deutschen Teilung haben könnten.

„Was ist passiert?“, fragte er offen, dass es 30 Jahre nach dem geradezu „unglaublichen Gefühl“, dem Feiern der Freiheit, zu Wahlergebnissen wie gerade in Thüringen kommen könne, bei der politisch Extreme soviel Rückhalt bekämen. Die Frage wiederholte er mit Blick auf die Linkspartei, die heute noch den Begriff des Unrechtsstaates für die DDR nicht verwende. „Die begreifen nicht die wirkliche Härte dieses Regimes“, unterstrich Hovenjürgen, „und das sind ganz sicher keine Partner für Christdemokraten.“

Eindringlich beschrieb der Landtagsabgeordnete, immerhin sei Deutschland vom „Frontstaat des Kalten Krieges“ als „größter Gewinner der Einheit“ nun wieder „mitten in Europa“, und dabei sei das „Fenster für die Einheit nur kurz offen gewesen“. Heute stellten sich aus mehreren Richtungen eher die Fragen „Schaffen wir es, die Gesellschaft zusammenzuhalten?“, und „Welche Perspektive geben wir den Menschen im Ruhrgebiet?“

Perspektiven für die Menschen im Ruhrgebiet

Hovenjürgen stellte in den Raum, ob Rechtsbruch durch den Klimaschutz als höheres Ziel zu rechtfertigen sei, aber „Protest wie am Hambacher Forst ist legitim, Gewalt gegen RWE-Mitarbeiter oder Politiker ist illegitim“. Es gelte, Normen gemeinsam einzuhalten, sonst drohe die Anarchie.

„Da geht es nicht mehr um ein Ringen um Meinungen“, machte er deutlich, „wir leben in einer repräsentativen Demokratie und die funktioniert durch die Entscheidung der Bürger in den Wahlen.“

Flächenverlust für Gewerbe

Die Entwicklungen der jüngsten Zeit, riss Hovenjürgen an, hätten allein dazu geführt, dass es 2017 im Ruhrgebiet weniger Arbeitsplätze in der Industrie gegeben hätte als in anderen NRW-Regionen. „Das Revier verliert Gewerbeflächen“, stellte er fest. Von den früheren Flächen der Opel-Werke in Bochum in einer Größenordnung von 176 Hektar würden zum Beispiel lediglich 27 bis 30 Hektar wieder gewerblich genutzt. „Die Flächen rinnen uns durch die Hände“, beschrieb er, „und die Arbeit geht dahin, wo die Flächen sind.“ Ein Ziel müsse sein, Wohnen und Arbeiten nebeneinander zu ermöglichen.

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