Rekordversuch

In Horst entsteht der längste Christstollen Gelsenkirchens

Konditor beim Rekordversuch: Gerd Sternemann produziert in seiner Horster Backstube den längsten Christstollen Gelsenkirchens. Marlo (links) und Michael Zurhausen von der Werbegemeinschaft Horst hatten die Idee dazu.

Konditor beim Rekordversuch: Gerd Sternemann produziert in seiner Horster Backstube den längsten Christstollen Gelsenkirchens. Marlo (links) und Michael Zurhausen von der Werbegemeinschaft Horst hatten die Idee dazu.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Horst.  Konditor Gerd Sternemann wagt in seiner Backstube einen Rekordversuch: Er will einen XXL-Christstollen backen und verrät, wie das gelingen soll.

In Horst wird gerade fleißig an einem weihnachtlichen Rekordversuch gearbeitet: In der Backstube von Konditormeister Gerd Sternemann entsteht in diesen Tagen ein Christstollen im XXL-Format. Aus mindestens 50 Kilo Teig soll der längste Stollen Gelsenkirchens werden. Pünktlich zum Horster Weihnachtsmarkt entlang der Essener Straße am Sonntag, 1. Dezember, wird das rekordverdächtige Gebäck dann den hungrigen Besuchern präsentiert. Mit dem Verkauf soll der Verein „Warm durch die Nacht“ unterstützt werden.

„Wir haben immer so verrückte Einfälle“, sagt Michael Zurhausen. Er gehört der Werbegemeinschaft Horst an und hatte zusammen mit seinem Sohn Marlo, Betreiber von Sportmanagement MZ, die Idee zu dem Stollenrekord. Doch die beiden Radrennbegeisterten hatten nicht etwa besonders großen Hunger auf weihnachtliches Gebäck: „Wir haben hier nur einen kleinen Weihnachtsmarkt und die Konkurrenz ringsum macht es uns schwer. Da muss man sich schon etwas einfallen lassen, um Besucher hierher zu locken“, erklärt Michael Zurhausen.

Das Rezept bleibt geheim

In Gerd Sternemann, ebenfalls Mitglied der Werbegemeinschaft, haben Vater und Sohn dann schnell einen Unterstützer gefunden. Neben dem Tagesgeschäft will er den aufwendigen Teig ansetzen. Schon einen Tag vor dem Backen wird dazu ein Vorteig aus Mehl und Milch angesetzt. Am nächsten Tag kommen Butter, Zucker, Hefe, Eier und Gewürze dazu. Bei einem klassischen Christstollen dürfen außerdem Sultaninen, Mandeln, Zitronat und Orangeat nicht fehlen.

Seine genaue Rezeptur gibt der Bäcker zwar nicht preis, allerdings verrät er: „Wir werden rund zehn Kilo Butter verarbeiten.“ Das entspricht fast 72.000 Kilokalorien – eine leichte Speise wird der Stollen also auf keinen Fall. Mit einer geplanten Länge von circa zehn Metern soll das gehaltvolle Gebäck aber auch möglichst viele Mägen füllen.

Prominente Verkäufer bringen den Stollen unter die Leute

Um den Verkauf auf dem Weihnachtsmarkt anzutreiben, haben die Organisatoren prominente Verkäufer engagiert. Zwischen 14.30 und 16 Uhr werden unter anderem Oberbürgermeister Frank Baranowski, Bürgermeister Joachim Gill, der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Bernd Strickling, und Sänger Alberto de Febo auf der Bühne am Stollen schneiden. Besucher, die ein Stück vom Rekordgebäck abhaben möchten, sind für einen Euro dabei. Der Erlös der Aktion geht an die Obdachlosenhilfe.

Aber wer prüft, ob die Dresdener Backware tatsächlich die längste der Stadt ist? Auch darüber hat Michael Zurhausen sich schon Gedanken gemacht und versichert: „So etwas hat es in Gelsenkirchen noch nicht gegeben.“ Zwar hätten sich weltweit schon einige an besonders langen Christstollen versucht, ein Gelsenkirchener sei aber nie dabei gewesen. Aktuell soll den Rekord eine Bäckerei in Filderstadt bei Stuttgart halten. Über drei Tage und Nächte wurden rund 300 Kilo Mehl zu mehr als 100 jeweils 1,60 Meter großen Einzelstücken verarbeitet. Zusammengesetzt war das mit Puderzucker bestreute Ergebnis 179,5 Meter lang.

Schleifen sollen die Stücke miteinander verbinden

Wie bei dem Filderstädter Rekord wird auch der Horster Stollen nicht in einem Stück gebacken. „Das ist nicht möglich, weil es keinen Ofen gibt, der groß genug dafür wäre“, erklärt Sternemann. Er wird ebenfalls einzelne Stücke backen und diese am Ende zusammensetzen. 55 Zentimeter wird jedes davon messen. Seine Frau Heike hat auch schon eine Idee, wie die Übergänge kaschiert werden können: „Ich habe rotes Schleifenband gekauft. Nachdem wir die Stollen mit etwas Marzipan verbunden haben, binden wird Schleifen darüber“, sagt sie. Unter einer dicken Puderzuckerschicht ist dann nicht mehr zu erkennen, dass ein wenig gemogelt wurde, hoffen die Bäcker.

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