Bildung

Kommen Zuschläge für Lehrer, die nach Gelsenkirchen gehen?

Vor allem an Grundschulen in Gelsenkirchen fehlen Lehrer. Konkrete Zahlen liefert die Schulaufsicht in Münster erst in der nächsten Woche.

Vor allem an Grundschulen in Gelsenkirchen fehlen Lehrer. Konkrete Zahlen liefert die Schulaufsicht in Münster erst in der nächsten Woche.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Gelsenkirchen.  Das Schulministerium reagiert auf die Resolution des Gelsenkirchener Rates. Es könnte Zuschläge für Lehrer geben, die sich hier bewerben.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer hat auf den Notruf aus Gelsenkirchen an den Ministerpräsidenten Armin Laschet wegen des gravierenden Lehrermangels beziehungsweise der Überlastung an den Schulen vor Ort reagiert. In einem Schreiben an den Oberbürgermeister Frank Baranowski geht sie auf die verschiedenen in der Resolution formulierten Forderungen ein, unter anderem auch auf die Forderung nach zusätzlichen Anreizen und Zuschlägen für Lehrer, die sich auf Stellen in „Regionen mit besonderen Herausforderungen“ bewerben.

Befristete Zuschläge werden für Gesetzesvorlage geprüft

Wörtlich heißt es in dem Schreiben, das auch Thema in der Ratssitzung am Donnerstag, 29. August, sein wird, man wolle „die besoldungsrechtlichen und tarifrechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um Bewerberinnen und Bewerber mit Lehramtsbefähigung durch finanzielle Anreize zu motivieren, ausgeschriebene Stellen an unterversorgten Schulen zu besetzen“. Derzeit prüfe man in Abstimmung mit dem Finanzministerium, wann und in welchen Rahmen befristete Zuschläge und Zulagen bei Neueinstellungen gewährt werden könnten. Man rechne damit, dass dadurch die schwierige Stellenbesetzung im Ruhrgebiet erleichtert würde.

Weiteres Thema der Resolution war der Ausbau des Listenverfahrens, bei dem Lehrer schon vor dem Abschluss eine Garantie auf Anschlussübernahme (bei Bestehen der Prüfung) bekommen, wenn sie sich an unterversorgten Schulen bewerben. Dass das nennenswerte Effekte habe und Lehrer mit anderen Wünschen umstimmen, glaube man eher nicht, betont die Ministerin. Weiter verfolgen will man allerdings die Möglichkeit, Ausschreibungen für attraktive Standorte mit zweijährigen Verpflichtungen für Regionen wie Gelsenkirchen zu verbinden.

Gymnasiallehrer auch an Grundschulen als Beamte einsetzen

Ein ebenfalls geforderter Schulsozialindex sei in Entwicklung, schon jetzt aber berücksichtige man die besonderen Erfordernisse vor Ort mit Hilfe der Schulaufsicht, betonte die Ministerin. Werde so ein Schulsozialindex konsequent angewendet, könne das aber auch Nachteile für die Schule und Flexibilität der Lehrerversorgung bei Ausfällen haben. Ein Gesetzentwurf, der den Einsatz von Lehrern mit der – deutlich besser bezahlten – Lehrbefähigung für die Sekundarstufe II an Grundschulen erleichtern soll, sei in der Diskussion, betont Neubauer. Danach könnten Sek II-Lehrer, in deren Bereich es einen deutlichen Überhang gibt, auch als Beamte in der Grundschule eingesetzt werden. Man rechne damit, dass die Bereitschaft vieler dieser Pädagogen durch den möglichen Beamtenstatus steige.

„Resolution war eine erfolgreiche Initiative des Rates“

Bildungsdezernentin Annette Berg freut sich über die ausführliche Antwort aus Düsseldorf, in der viele Anregungen aus Gelsenkirchen aufgenommen worden seien. „Die Resolution war eine sehr erfolgreiche Initiative des Rates aus bildungspolitischer Sicht“, kommentiert die Stadträtin die Antwort aus Düsseldorf. „Besonders begrüßenswert finde ich, dass geprüft wird, ob Lehrer an Schulen mit besonderen Herausforderungen Zulagen bekommen können.“ Auf Bildungskonferenzen hätten sich das viele Lehrer gewünscht. Insgesamt seien die Maßnahmen, wenn sie umgesetzt werden, ein guter Schritt für die Schulen in Gelsenkirchen, aber auch in der Region.

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