Gesellschaft

Land fördert Projekte gegen Diskriminierung und Gewalt

Argumentationstraining und der Abbau von Vorurteilen stehen bei den Projekten gegen Gewalt und Diskriminierung in Gelsenkirchen im Zentrum.

Argumentationstraining und der Abbau von Vorurteilen stehen bei den Projekten gegen Gewalt und Diskriminierung in Gelsenkirchen im Zentrum.

Foto: ullstein / Bonn-Sequenz

Gelsenkirchen.  Gelsenkirchens Zivilgesellschaft zeigt sich kreativ bei der Entwicklung von konkreten Aktionen. Zwölf Maßnahmen werden mit 44.000 Euro gefördert.

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Nicht erst seit dem rechtsextremistischen Anschlag auf die Synagoge in Halle an der Saale ist die Stadt gegen Rechtsextremismus und Rassismus aktiv. Gelsenkirchen gehört zu den Kommunen, die am Landesprogramm „NRWeltoffen – lokale Handlungskonzepte gegen Rechtsextremismus und Rassismus“ teilnehmen und eine Fachstelle gegen Rechtsextremismus und Rassismus eingerichtet haben. In diesem Jahr sind der Stadt rund 44.000 Euro zur Umsetzung zivilgesellschaftlicher Projekte vom Land bewilligt worden. Ursprünglich beantragt hatten die Teilnehmer über 65.000 Euro.

Insgesamt werden aktuell zwölf Projekte gefördert, die sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus wenden. Auch soll Betroffenen der Rücken gestärkt werden. Die Projekte reichen zum Beispiel von der Einrichtung einer interkulturellen Bibliothek über ein Argumentationstraining gegen Rechts bis zum Projekt „Groove together – wir machen den Soundtrack unserer Stadt gemeinsam“, bei dem Jugendliche unterschiedlicher Religionen Rap-Songs zum Abbau von Vorurteilen erarbeiten.

Integration über den Fußball

Weitere Projekte setzen auf die verbindende Kraft des Fußballs oder entwickeln Präventionsmaßnahmen für von Rassismus Betroffene. Das Schalker Fanprojekt sieht für Fußballfans ein Argumentationstraining vor, und fragt offen: „Wie kann es gelingen, gemeinsam im Fußball Flagge zu zeigen, ohne direkt als „Linke Zeckensau“abgestempelt zu werden?“

Schalke hilft!: „Anzeigetafel“ ist ein weiteres Projekt benannt. Darin wird eine Anlaufstelle installiert, an der zwei Stunden vor und nach jedem Spiel diskriminierende Vorfälle gemeldet werden können. Außerdem bietet sie einen„sicheren Ort“ für alle Opfer von Diskriminierung und Gewalt.

Nicht alle in diesem Jahr beantragten Projekte konnten gefördert werden, da dafür das zur Verfügung stehende Geld nicht gereicht hätte. Doch voraussichtlich werden auch 2020 Mittel aus dem Landesprogramm zur Verfügung stehen. Fünf nicht berücksichtigte Projektanträge sollen nach Absprache mit den Antragstellern anschließend mit Vorrang berücksichtigt werden. Dann sollen zum Beispiel ein Aktionsbündnis gegen Rassismus und Ausgrenzung ebenso gefördert werden wie ein Hasseler Forum gegen Fremdenhass oder eine Fotokampagne gegen rechtsextremistische und rassistische Tendenzen.

Weitere Unterstützung in Aussicht

Auch 2020 wird die städtische Fachstelle gegen Rechtsextremismus und Rassismus aufrufen, weitere Projektanträge zu stellen. Die Fachstelle hatte gemeinsam mit vielen Kooperationspartnern dazu ein Handlungskonzept entwickelt.

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