Theater

Leben von Alfred und Margarete Zingler kommt auf die Bühne

Die Schauspieler Rodica Proca (als Margarethe Zingler) und Markus Kiefer (als Alfred Zingler) proben für das Stück über das Ehepaar Zingler.

Die Schauspieler Rodica Proca (als Margarethe Zingler) und Markus Kiefer (als Alfred Zingler) proben für das Stück über das Ehepaar Zingler.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services

Gelsenkirchen.  Ein Theaterstück erinnert an Leben und Wirken von Alfred und Margarete Zingler. Aufgeführt wird es von drei Profis und sechs Laiendarstellern.

„Es gab nur die, die töten und die, die getötet werden“, sagt Arif Mahayni. Der 26-Jährige hat in der syrischen Heimat den Krieg erlebt, weiß, so sagt er, wie es sich lebt in einer Diktatur. Seine Erfahrungen bringt er in diesen Tagen ein in ein Theaterstück. In dem geht es um das Leben von Alfred und Margarete Zingler – auch in einer Diktatur, die den Protagonisten am Ende das Leben kostet.

Proben und Uraufführung im Alfred-Zingler-Haus

„Alfred und Margarete Zingler – ein Leben im Widerstand“, so heißt das Stück, das im Alfred-Zingler-Haus geprobt und demnächst auch aufgeführt wird (die WAZ berichtete). Akin und Eddis Sipal schrieben es eigens zur Aufführung am 75. Todestag des Journalisten und engagierten SPD-Politikers in Gelsenkirchen. Die Textcollage enthält auch Briefe des Paares.

Mit Rodica Proca, Christopher Gollan und Markus Kiefer wirken drei Profis am Stück mit. Letzterer leitet auch die Proben. Dazu kommen sechs Laiendarsteller internationaler Herkunft. Sie verdeutlichen mit ihren Geschichten, die nie ausgesprochen werden und doch gefühlt präsent sind, die Aktualität der Geschichte und die Gefahren unserer Zeit. So sage einer der Darsteller, ein junger Mann mit Unterstützungsbedarf, immer „man darf nicht blind folgen“. Schauspieler Markus Kiefer beeindruckt das. Er hofft, dass es über die geplanten Aufführungen hinaus weitere geben wird für Schüler und junge Erwachsene.

Thema scheint brandaktuell

Die Beteiligung von Menschen, die Verfolgung erlebt haben, mache das Bühnenstück besonders eindrücklich. „Der Ausdruck, den die mit sich bringen, ist stark. Das kann man in den Gesichtern ablesen.“ So solle es sein, findet Rodica Proca.

„Das Stück ist aus meiner Sicht ein Protest.“ Eine Mahnung, dass sich die Geschehnisse niemals wiederholen dürfen. In angespannten Zeiten scheint das brandaktuell. „Die Szenen sind sehr intensiv und emotional. Auch durch die musikalische Untermalung.“ Eindrücklich werde so geschildert, wie Alfred Zingler einst angegriffen und verprügelt wurde – auf offener Straße in seiner Wahlheimat Gelsenkirchen. „Diese beiden Menschen waren so wichtig und mutig. Wir dürfen sie nicht vergessen. Ohne sie wären wir heute nicht da, wo wir sind“, so die Schauspielerin mit rumänischen Wurzeln.

Sie brachte den jungen Arif Mahayni mit zur Truppe, kannte ihn bereits durch ihre Arbeit in der Awo. Dort macht er gerade ein Praktikum. Die Bühne ist für ihn kein Neuland, stand er doch schon mit Alma Gildenast auf der Bühne. Seit drei Wochen probt er nun in Bulmke, taucht fast täglich ein in die deutsche Geschichte, die er nun auf besondere Weise kennen lernt. „Die Situation im Dritten Reich und die im heutigen Syrien sind gleich. Ich bin nicht der einzige, der eine solche Geschichte hat.“

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