Ermittlungen

Nach Missbrauchsvorwürfen gegen zwei Lehrer: Behörden mauern

Das Max-Planck-Gymnasium in Buer.

Das Max-Planck-Gymnasium in Buer.

Foto: Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Die möglichen Missbrauchsfälle am Max-Planck-Gymnasium in Gelsenkirchen beschäftigen die Behörden weiter. Die Ermittler geben sich wortkarg.

Im Zuge der Missbrauchsermittlungen gegen zwei Lehrer des Max-Planck-Gymnasiums (MPG) sind bei der Staatsanwaltschaft Essen und bei Schulleiter Thomas Henrichs „keine weiteren Hinweise eingegangen.“ „Auch hat es keine weiteren Anzeigen gegen die verdächtigten Lehrer gegeben“, sagte Oberstaatsanwältin Anette Milk. Die zuständige Schulaufsicht, die Bezirksregierung Münster, war zu keiner Auskunft bereit und verwies auf die Justizbehörde. Gegen die Lehrer wird ermittelt, weil sie angeblich sexuelle Beziehungen zu ihren Schülerinnen unterhielten.

Unbestätigten Medienberichten zufolge hatte ein heute 18-jähriges Mädchen einen MPG-Lehrer angezeigt. Weitere Detailfragen, wer und wann beispielsweise in dem anderen Fall Anzeige erstattet hat (Eltern, das vermeintliche Opfer), ließen die Behörden unbeantwortet.

Keine Angaben zum Zwischenstand

„Angaben zu Zwischenständen werden wir mit Rücksicht auf die Beteiligten, insbesondere auf die betroffenen Schülerinnen, bis zum Abschluss des Ermittlungsverfahrens nicht machen. Das entspricht im Übrigen auch in anderen Ermittlungsverfahren mit weniger schutzbedürftigen Beteiligten unseren üblichen Gepflogenheiten und dient nicht zuletzt der Ungestörtheit der Ermittlungen“, sagte Oberstaatsanwältin Anette Milk.

Im Fall des tödlich verunglückten Jungen im Sport-Paradies hat die Staatsanwaltschaft Essen allerdings sehr wohl weitere Details veröffentlich, nämlich dass das Kind im Flachwasser des Wellenbereichs leblos aufgefunden worden sei. Warum Fakten, die nicht die Persönlichkeitsrechte Betroffener verletzen, unter Verschluss bleiben, erschließt sich demnach nicht eindeutig.

Strafen nach Disziplinarverfahren

Neben der strafrechtlichen Aufarbeitung können Lehrer ob eines Fehlverhaltens disziplinarrechtlich von der zuständigen Schulbehörde bewertet und bestraft werden. Möglich sind laut Landesdisziplinargesetz je nach Abschlussentscheidung: eine Einstellung des Verfahrens, ein Verweis oder eine Geldbuße, eine Kürzung der Dienstbezüge bis hin zu einer Zurückstufung oder einer „Entfernung aus dem Beamtenverhältnis.“

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