Online-Handel

Picnic-Supermarkt beliefert von Schalke-Nord aus die Stadt

Nachdem das Geschäft am Niederrhein läuft (hier der Standort Neuss), kommt Picnic jetzt nach Gelsenkirchen. Frederic Knaudt und sein Gründerteam haben in Schalke-Nord eine 1300 Quadratmeter große Halle gemietet, von der der Online-Händler aus agieren wird.

Nachdem das Geschäft am Niederrhein läuft (hier der Standort Neuss), kommt Picnic jetzt nach Gelsenkirchen. Frederic Knaudt und sein Gründerteam haben in Schalke-Nord eine 1300 Quadratmeter große Halle gemietet, von der der Online-Händler aus agieren wird.

Foto: Lars Heidrich / Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.  Nächster Akteur im Online-Handel: Picnic tritt an, das Supermarktgeschäft zu ändern – mit Hauslieferung gratis, E-Vans und Umwelt-Ambitionen.

Nach Bochum, Moers und zuletzt Duisburg kommt Picnic nun nach Gelsenkirchen: Der Online-Supermarkt setzt seinen rasanten Expansions-Kurs fort und vergrößert sein Liefergebiet. Von der Freiligrathstraße 38 aus will der Dienstleister künftig Kunden in der Stadt und benachbarten Stadtteilen beliefern – mit Lebensmitteln von Obst über Milchprodukte bis zu Fleischwaren, Drogerieartikeln, Eigenmarken und Produkten aus der Region. 1300 Quadratmeter Hallenfläche im Gewerbepark Schalke-Nord dienen als logistische, analoge Basis. Von dort aus können mit 15 Picnic-Elektro-Vans gut 140.000 Haushalte in der Region bedient werden. Für Picnic ist es da bislang größte Liefergebiet.

Umweltbewusstsein und Zeitökonomie

Einer der Mitgründer, die hinter dem Start-Up stehen, ist Frederic Knaudt, 34, ehemaliger BWLer und nun Unternehmer. Für ihn fiel die Wahl bewusst auf Gelsenkirchen, da die Stadt als „eine der nachhaltigsten Städte Deutschlands“ ausgezeichnet wurde. Hier sieht er großes Kundenpotenzial, auch weil Picnic zusammen mit „vielen Kunden zur Mission der Stadt beitragen“ könne. Umweltbewusstsein, Zeitökonomie und Servicegedanke sind die Basis der Picnic-Ökonomie, die Knaudt auch mit statistischen Fakten unterlegt. Die Grundideen: „Wir schmeißen weniger Lebensmittel weg. Wir bestellen nur das, was auch unsere Kunden bestellt haben. Wir nehmen Pfandflaschen und Verpackungen zurück. Wir brauchen keine teure Filiale in zentraler Lage mit vielen Parkplätzen.“

So minimiere das Unternehmen Kosten und Verkehr. „Jeder Deutsche“, rechnet Knaudt vor „fährt rund 900 Kilometer pro Jahr mit dem Auto, um im Supermarkt einzukaufen und verbringt dort im Schnitt 20 Tage. Wir liefern aus wie früher der Milchmann, fahren die Kunden hintereinander in einer Kette an und informieren im Voraus darüber, wann wir kommen.“

Der Elektro-Van ist nur 1,35 Meter breit

Bis zu sieben Kunden pro Stunde könnten angefahren werden. Dass dies mit E-Mobilen geschieht, ist Teil des Umwelt-Gesamtpakets. An der Entwicklung der Vans war Picnic beteiligt. Sie sind nur 1,35 Meter breit, von beiden Seiten aus zu entladen. Damit, glaubt Knaudt, fänden die Fahrer fast überall Platz und störten den rollenden Verkehr nur minimal. Gefahren werde in drei Schichten. „Wir kommen jeden Tag in alle Reviere“, so der Geschäftsmann - und über eine App lasse sich dabei verfolgen, wo der Liefer-Van gerade ist.

Nicht teurer als der stationäre Handel

Das Hauptargument aber, dass Picnic auch in Gelsenkirchen den Durchbruch bringen soll, ist wohl die Preisgestaltung. Picnic, sagt Knaudt, sei nicht teurer als die normalen Preise („Sonderangebote dort ausgenommen“) im stationären Lebensmittelhandel. Geliefert werde zudem gratis. Damit sei Picnic „der online-Supermarkt für jedermann.“ Das Konzept scheint bislang auf sehr viel Zuspruch und Interesse zu stoßen. Zumindest sagt das Knaudt: „In jeder Stadt, in der wir bislang am Markt sind, haben sich relativ schnell 25 Prozent der Haushalte bei uns registriert.“

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