Virtuelle Welt

Projekt für digitales Arbeiten im Grünen startet

Begleiten das Projekt: (v.li.) Prof. Jens Gerken, Fachgruppe Informatik der Westfälischen Hochschule, Mitarbeiter Toni Reichert, Projektkoordinatorin Christiana van Osenbrüggen und Dezernentin Annette Berg.

Begleiten das Projekt: (v.li.) Prof. Jens Gerken, Fachgruppe Informatik der Westfälischen Hochschule, Mitarbeiter Toni Reichert, Projektkoordinatorin Christiana van Osenbrüggen und Dezernentin Annette Berg.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen-Ückendorf.   Kreative Köpfe können im Halfmannshof beim Konzept „Daig“ ihren Ideen freien Lauf lassen - Westfälische Hochschule begleitet das Modell.

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Gesucht: 14 kreative Köpfe, die Neues ausprobieren, gerne mit anderen zusammen arbeiten und mit ihrer Geschäftsidee kräftig durchstarten wollen. Und das in einem grünen Umfeld. Die Chance bietet sich in naher Zukunft, denn das Projekt „futureWork“ beginnt in Kürze im Halfmannshof. Begleitet von der Westfälischen Hochschule, die partnerschaftlich in Gesprächen und Beobachtungen forschen will.

„Wir werden auf jeden Fall so arbeiten, dass später niemand einen Bezug des Projektes zu einer bestimmten Person herstellen kann“, versichert Prof. Jens Gerken von der Hochschule. Das Wort „kollaborativ“ habe in Deutschland immer ein Geschmäckle, sagt er. Ganz anders als in England. Es komme aber darauf an, dass die Menschen, die in dem Projekt arbeiten wollen, gerne miteinander arbeiten.

Digital statt papierbasiert kommunizieren

Es sei bei der Auswahl der Personen dabei völlig unerheblich, ob es beispielsweise ein Architekt ist, ein Glockengießer oder ein IT-Fachmann. „Die können sich ja alle mit ihren Arbeitsbereichen gegenseitig befruchten“, erläutert Manfred von Sondern, Leiter der Stabsstelle „Vernetzte Stadt“. Gerken möchte in dem Musterprojekt, das es so in der Hochschullandschaft noch nicht oft gibt, zeigen, wie sich „traditionelle papierbasierte Kommunikationsformen in digitale Formen“ weiterentwickeln werden. Wichtig ist ihm, dass es überhaupt nicht darauf ankommt, wie viel und wie oft Menschen digital oder analog arbeiten. „Das darf und soll jeder so machen, wie er es möchte“, betont er. Es solle eine Evolution ins digitale Zeitalter und kein Bruch mit Bewährtem sein.

Besserer Austausch über digitale Technik

Die Macher der Westfälischen Hochschule wollen modernste Technik zur virtuellen Darstellung von noch nicht existierenden, neuen Werken oder Produkten nutzen. So können sich Teams durch digitale Technik zur virtuellen und erweiterten Realität viel anschaulicher über Inhalte austauschen als über Pläne gebeugt oder über Tafelskizzen. Wenn sie das wollen.

Gemeinschaftliche Lösungen zu schaffen steht dabei im Vordergrund. „Kreative Prozesse benötigen mehr als bloß offene Flächen zur Zusammenarbeit“, betont Christiana van Osenbrüggen. Sie ist langjährige Projektkoordinatorin am Halfmannshof und kennt daher die Zielgruppen.

Arbeitsplatz für 180 Euro im Monat

Gemeinsam mit ihr wurde ein Raumkonzept entwickelt, das den Anforderungen kreativer Arbeit entspricht. So entstand das Daig-Projekt, das Digitale Arbeiten im Grünen. „Wir wollen die Angebote so günstig halten wie es geht und bieten einen Arbeitsplatz für 180 Euro im Monat an“, sagt Beigeordnete Annette Berg. Außerdem gibt es noch eine Wohnung, die sich drei Personen teilen können.

>>>Info: Förderung vom NRW-Wirtschaftsministerium

Partner sind die Westfälische Hochschule und die Stadt: „futureWork“ erforscht, wohin es geht, wenn virtuelle Arbeitsweisen Teams über Raum und Zeit gemeinsam agieren lassen.

Bis 2021 wird das NRW-Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie das Projekt mit knapp einer Million Euro fördern. Bei work@daig.eu kann man sich bewerben.

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