Kranzniederlegung

„Rückblick ist wichtig“: Feller spricht am Volkstrauertag

Dorothee Feller, Regierungspräsidentin und Vorsitzende im Bezirksverband Münster des Volksbundes. (Archivbild)

Dorothee Feller, Regierungspräsidentin und Vorsitzende im Bezirksverband Münster des Volksbundes. (Archivbild)

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  Volkstrauertag mit besonderem Geburtstag: Der Volksbund wird in diesem Jahr 100. Die Bezirksvorsitzende Dorothee Feller sprach Sonntag in Buer.

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Zum Volkstrauertag kam am Sonntag Dorothee Feller nach Gelsenkirchen. Die Präsidentin des Regierungsbezirks Münster ist auch Vorsitzende im Bezirksverband Münster des Volksbundes. Dieser feiert 2019 sein 100-jähriges Bestehen. Am Ehrenmal am Schloss Berge in Buer wurde am Sonntagnachmittag aus Anlass des Volkstrauertages ein Kranz niedergelegt. Mit dabei waren auch Vertreter des Schützenvereins Buer in Westfalen 1769 und der Bundeswehr sowie Bürgermeister Werner Wöll.

„Gerade heute, wo rechte Kräfte die dunklen Seiten der Deutschen Geschichte nur allzu gerne relativieren wollen, ist es wichtig, sich zu erinnern“, betonte Wöll in seiner Rede. „Nur wer sich erinnert, kann aus der Vergangenheit lernen, um eine bessere Zukunft zu gestalten.“

Volksbund schlug einst den Volkstrauertag vor

Volksbund und Volkstrauertag sind eng verbunden. Ein Jahr nach dem Ende des Ersten Weltkriegs schlug der frisch gegründete Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge einen Gedenktag für die gefallenen Soldaten des Krieges vor. Erstmals begangen wurde er 1925.

Dorothee Feller schilderte persönliche Erfahrungen zum Thema Krieg: „Mein Vater war an der Ostfront und er hat uns Kindern erzählt: Er habe sich nie damit anfreunden können, auf Menschen zu schießen. Wenn du jedoch im Schützengraben liegst und die Kugeln des Gegners über deinen Kopf fliegen, dann machst du die Augen zu und du schießt aus purer Angst und betest, dass die Schießerei bald zu Ende geht und du es überlebst.“

Solche Grausamkeiten vor Augen beschrieb sie auch die wichtige Rolle des Volksbundes: „Nach dem Zweiten Weltkrieg (...) war für viele Deutsche ein ehrenvolles öffentliches Gedenken an Menschen, die als Soldaten ihr Leben gelassen hatten, kaum möglich. Bei der Bewältigung dieser Zerrissenheit haben wir, der Volksbund, eine wichtige Rolle übernommen und tun dies auch noch heute.“

„Wege ins Moor“: Projekt der Gesamtschule Berger Feld

Feller lobte ein Projekt der Gesamtschule Berger Feld, von der mehrere Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer Patrick Hoffmann anwesend waren. „In diesem Sommer habt ihr das 50-jährige Bestehen eurer Schule mit einer Projektwoche gefeiert. Und es ist euch gelungen, auch Elemente des Gedenkens und Erinnerns in diese Projektwoche einzubetten.“

Unter der Bezeichnung „Wege ins Moor“ hatten die Schüler die Biografien von verfolgten Menschen aus dem Ruhrgebiet erarbeitet, die im nationalsozialistischen Deutschland in die Emslandlager deportiert worden sind. „So wie an der Gesamtschule Berger Feld setzen sich auch an anderen Schulen Schüler mit den zurückliegenden Kriegen auseinander. Dieser Rückblick ist wichtig: Denn das Erinnern an die Opfer wach zu halten, bedeutet zugleich, wachsam in der heutigen Zeit zu leben und achtsam mit Frieden und Demokratie umzugehen.“

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