Fußball & Comedy

Schalkes Sportvorstand hat „Wetten, dass..?“-Vergangenheit

WDR-2-Moderator Sven Pistor (l.) und Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider plauderten am Mittwochabend im Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen über Sportliches und Privates.

WDR-2-Moderator Sven Pistor (l.) und Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider plauderten am Mittwochabend im Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen über Sportliches und Privates.

Foto: Sven Wiggermann / Emschertainment

Gelsenkirchen-Altstadt.  WDR-Mann Sven Pistor hatte zur „Fußballschule“ Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider eingeladen, einen früheren „Wetten, dass..?“-Kandidaten.

Jochen Schneider trug ein Trainingsanzugs-Modell namens „Stefan Edberg“, als er 1987 als damals 17-Jähriger an der Seite seines besten Freundes plötzlich dem berühmten TV-Moderator Thomas Gottschalk leibhaftig gegenüberstand. Als Kandidat in der von Millionen Zuschauern bestaunten Show „Wetten, dass..?“ wurde er am Ende des Abends sogar Wettkönig. Diese und noch viel mehr Anekdoten ließ sich der Sportvorstand des FC Schalke 04 am Mittwochabend von WDR-2-Fußballexperte Sven Pistor im Hans-Sachs-Haus entlocken. Und nicht nur die S04-Fans im Publikum genossen diese Offenheit und Nähe.

Gelsenkirchener Hans-Sachs-Haus war mit 350 Besuchern ausverkauft

Seit nunmehr 18 Jahren moderiert der in Köln lebende Pistor im dortigen WDR-Hörfunkstudio an jedem Fußball-Samstag die legendäre Bundesliga-Konferenzschaltung. Das verhalf ihm zu einem gewissen Bekanntheitsgrad. Diesen nutzte er, um seit 2015 mit dem Live-Bühnenprogramm „Pistors Fußballschule“ regelmäßig durch NRW zu touren. Gelsenkirchen erlebte am Mittwoch bereits den fünften Zwischenstopp in den vergangenen Jahren. Rund 350 Besucher – so mancher davon im Schalker Fantrikot angereist – sorgten auch diesmal wieder für ein ausverkauftes Haus.

In Jeans, Hemd und Turnschuhen betritt Pistor (47) auf die Minute pünktlich um 20 Uhr die Bühne. Zu Beginn seines Stand-up-Programms setzt er auf die vertraute Mischung aus kurzen Videoclips, hämischen Bemerkungen über kickende Promis und Zeitungsausschnitten, bei denen der Fehlerteufel besonders böse zugeschlagen hatte. So werden Mats Hummels, Jürgen Klinsmann oder der in den Tabellenkeller getaumelte SV Werder Bremen unter spöttischen Dauerbeschuss genommen. So weit, so vertraut.

Großes Lob vom Sportvorstand für Schalkes Trainer David Wagner

Der Fokus dieses Abends liegt aber eindeutig auf dem Gespräch mit Jochen Schneider. Da geht es natürlich in erster Linie um „seinen“ FC Schalke, bei dem er seit nunmehr fast genau einem Jahr den Posten des Sportvorstandes mit Leben füllt. Schneider lobt den wichtigsten sportlichen Mitstreiter („David Wagner ist für unseren Verein ein Geschenk – als Trainer und als Mensch“). Er vermeidet es, konkrete Ziele für diese bislang so vielversprechend laufende Saison zu benennen („Wir sehen unseren Erfolg mit Demut, wollen weiter hart arbeiten, gut trainieren und für eine bestimmte Art von Fußball stehen“). Und erinnert an seine vorherige Arbeit bei RB Leipzig und davor beim VfB Stuttgart. Nicht zu vergessen der Dank an seine wichtigsten Förderer Rolf Rüssmann, Ralf Rangnick, Karl-Heinz Förster und Gerhard Mayer-Vorfelder.

Doch mindestens genauso spannend für die Zuhörer sind Schneiders erzählerische Ausflüge ins Private. Er beichtet, dass er die elfte Klasse wegen eines Mathe-Defizits wiederholen musste. „Ich war aber auch schon in der Zehnten arg abstiegsgefährdet“, gibt Schneider mit einem Augenzwinkern zu Seine Ausbildung zum Industriekaufmann brach er als 16-Jähriger nach nur fünf Wochen ab. Auch das nächste Berufsziel, Börsenmakler zu werden, erwies sich nach Bankkaufmannsausbildung schnell als Irrweg. Erst als er beim VfB in seiner schwäbischen Heimat ins Fußballgeschäft reinschnuppern durfte, hatte er seine berufliche Heimat gefunden. „Das habe ich vom ersten Moment an sofort gespürt“, so Schneider.

Die Angst, dass der eigene Sohn ein Bayern-Fan werden könnte

Über die Folgen des nun feststehenden Wechsels von Torhüter Alexander Nübel zum verhassten Branchen-Primus nach München wollte Pistor auch noch diskutieren. Da grinste Schneider und sagte: „Das Schlimmste daran ist für mich, dass mein sechsjähriger Sohn gesagt hat, dass er Bayern-Fan werden will, wenn Alex dorthin wechselt.“ Sein Sohnemann wollte diesen Transfer am liebsten noch stoppen. „Gib ihm doch einfach mehr Geld“, lautete die Forderung des Sechsjährigen. Das gebannt lauschende Publikum lachte sich kringelig. Wie so oft an diesem durch und durch runden Abend.

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