Drogenprozess

Schwunghafter Drogenhandel: Gelsenkirchener kommt in Haft

Das Essener Landgericht hat einen Familienvater aus Gelsenkirchen am Mittwoch zu vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt (Symbolbild)

Das Essener Landgericht hat einen Familienvater aus Gelsenkirchen am Mittwoch zu vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt (Symbolbild)

Foto: Volker Hartmann / dpa

Gelsenkirchen/Essen.  Ein Familienvater aus Gelsenkirchen handelt monatelang mit Marihuana. Jetzt müssen Kinder und Frau erst einmal ohne ihn klarkommen.

Sie waren eine ganz normale Familie – Vater, Mutter und drei Kinder. Doch jetzt muss der 34-Jährige ins Gefängnis. Das Essener Landgericht hat den Familienvater aus Gelsenkirchen am Mittwoch zu vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Seine ebenfalls angeklagte Ehefrau hatte Glück. Sie kam mit zehn Monaten Haft auf Bewährung davon.

Drogen beim Nachbarn im Tresor versteckt

Der 34-Jährige hatte monatelang mit Marihuana gehandelt. Die Adresse seiner Wohnung im Gelsenkirchener Stadtteil Bulmke-Hüllen war ein beliebter Anlaufpunkt für Kleinkonsumenten. Seine Frau war eigentlich dagegen, aber eingeweiht. Und nicht nur das. Wenn ihr Mann mal nicht konnte, sprang sie helfend ein. Nahm Anrufe entgegen, gab die Wünsche anschließend weiter. „Sie hat sich überreden lassen auszuhelfen - aus ehelicher Verbundenheit“, sagte Richterin Karin Maiberg.

Die Ehefrau sprang helfend ein

Selbst konsumiert hat die 29-jährige Mutter nicht. Anders ihr Ehemann. Den hatten Marihuana, Kokain und Alkohol immer weiter nach unten gezogen. Um seinen eigenen Konsum zu finanzieren, war er im Sommer 2017 zum Dealer aufgestiegen. Ein paar hundert Gramm ließ er sich alle zwei Wochen bringen, die er dann in kleinen Einheiten weiterverkaufte. Die Polizei war durch einen anderen Drogenprozess auf ihn aufmerksam geworden, hatte Telefone abgehört und das Haus beobachtet. Die Festnahme war im März 2019 erfolgt.

Telefone abgehört und das Haus beobachtet

Seit der 34-Jährige im Gefängnis ist, leidet er angeblich sehr. Seine Kinder kann er kaum noch sehen. Doch er weiß selbst, dass es als Familienvater so nicht weitergehen kann. „Ich möchte, dass er bald wieder nach Hause kommt“, sagte seine Frau im Prozess. Doch das wird nun noch eine Weile dauern. Die Drogen hatte ihr Mann in einem Tresor bei einem Nachbarn versteckt. Der hatte offenbar nichts dagegen. Er hatte dem 34-Jährigen sogar einen Zweitschlüssel übergeben – falls er mal nicht zu Hause sei. Auch er ist am Mittwoch verurteilt worden. In seinem Fall beläuft sich die Strafe auf ein Jahr Haft auf Bewährung. Richtig „verdient“ hat der 48-Jährige allerdings nicht. Er war mit einer täglichen Mini-Ration Marihuana zufriedengestellt worden. „Leicht beeinflussbar“ nannten ihn die Richter.

Einnahmen von rund 66.000 Euro

Für den Hauptangeklagten hat sich das Geschäft dagegen schon gelohnt. Die Einnahmen aus den Drogengeschäften sollen sich auf rund 66.000 Euro belaufen haben. Diese Summe will der Staat nun zurück. Für das Ehepaar, das laut Verteidigung ohnehin in einer schwierigen finanziellen Situation ist, wird das eine weitere Belastung werden. Wegen seiner eigenen Drogenabhängigkeit muss der 34-Jährige einen Teil seiner Haftstrafe in einer geschlossenen Therapieeinrichtung verbringen.

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