Fanprojekt

„#stehtauf“ ist auf Schalke Anlaufstelle für Gewaltopfer

Die „#stehtauf“-Anlaufstelle ist ein weiterer Baustein in Schalkes Kampf gegen Rassismus. Aktionen gab es immer wieder, wie hier bereits 2006 beim Bundesliga-Spiel gegen Hannover 96.

Die „#stehtauf“-Anlaufstelle ist ein weiterer Baustein in Schalkes Kampf gegen Rassismus. Aktionen gab es immer wieder, wie hier bereits 2006 beim Bundesliga-Spiel gegen Hannover 96.

Foto: Roland Weihrauch / picture-alliance/ dpa

Gelsenkirchen-Schalke.  Bei Schalker Heimspielen gibt es nun einen Anlaufpunkt für Opfer von Diskriminierung oder Gewalt. In der Not hilf der Codesatz „Ist Lisa hier?“

Zum ersten Heimspiel der Bundesligasaison gegen den FC Bayern München öffnet der FC Schalke 04 am Samstag erstmals die Pforten seiner neuen „#stehtauf“-Anlaufstelle. Die Beratungsstelle, so der Verein, diene „als Anlaufpunkt für Menschen, die auf Schalke Opfer von diskriminierendem, rassistischem und sexistischem Verhalten oder Gewalt geworden sind, außerdem können Verstöße gegen das Leitbild des S 04 und die Stadionordnung der Veltins-Arena gemeldet werden“.

Das neue Angebot kommt zumindest im Netzt nicht bei allen an. Nach den Rassismus-Vorwürfen gegen den Schalker Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies gab es dort offenbar auch Häme.

Doch als Reaktion auf die bundesweit geführte Debatte ist „#stehtauf“ nicht zu verstehen: Die Vorarbeiten laufen seit Monaten, Schalkes Finanzvorstand Peter Peters hatte das Beratungsangebot bereits auf der Mitgliederversammlung am 30. Juni für den Saisonstart in der Arena angekündigt. Eingebunden sind unter anderen Schalker Fanprojekt, Schalke hilft und die Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte NRW e.V.

„#stehtauf“-Anlaufstelle öffnet zweieinhalb Stunden vor Anpfiff

Ab zweieinhalb Stunden vor Anstoß des jeweiligen Heimspiels bis 30 Minuten nach Abpfiff können Besucher der Veltins-Arena diskriminierende Vorfälle melden, erhalten Beratung und Unterstützung. Auf Wunschwerden Besucher auch an entsprechende Fach- und Beratungsstellen weitervermittelt. „Darüber hinaus sollen in der #stehtauf-Anlaufstelle Vorfälle und Beobachtungen gezielt gesammelt und ausgewertet werden“, so der Verein. Pädagogisch geschultes Personal, Mitarbeiter des Vereins, aber auch Volunteers werden jeweils an den Spieltagen vor Ort sein“, erklärt eine Schalke Sprecherin.

Die „#stehtauf“-Anlaufstelle soll vor allem auch ein sicherer Ort für alle Opfer von Diskriminierung und Gewalt sein. Mit dem den Codesatz: „Ist Luisa hier?“ können sich Betroffene, die sich bedrängt, belästigt oder bedroht fühlen, ab sofort an jedes Personal wenden. Die Angesprochenen wissen dann, dass Hilfe benötigt wird und ziehen die Anlaufstelle hinzu.

Einzigartiges Angebot in deutschen Stadien

Nach Kenntnis von Schalke 04 ist das Angebot in dieser Form einzigartig in deutschen Stadien. „Das ist ein innovativer Ansatz zur Bekämpfung von Rassismus und Ausgrenzung im Stadion. Unter dem Leitgedanken #stehtauf wollen wir unser Engagement für ein tolerantes und vielfältiges Schalke vergrößern und intensivieren“, so Peter Peters. Mit der neuen Beratungsstelle werde nun ein „wichtiger Ort geschaffen, um den Stadionbesuch für alle Gäste noch sicherer, friedlicher und komfortabler zu machen“.

In den nächsten Wochen und Monaten wird die Anlaufstelle und ihr Team stetig wachsen, engagierte Fans sollen außerdem in das Projekt eingebunden werden.

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