Gefahr im Wasser

Kinder in Gelsenkirchen lernen immer langsamer schwimmen

In speziellen Ferienkursen (hier ein Bild aus 2018) können auch in diesen Sommerferien Grundschulkinder in Gelsenkirchen ihre Schwimmfähigkeiten ausbauen. Sie werden von DLRG und Gelsensport angeboten.

In speziellen Ferienkursen (hier ein Bild aus 2018) können auch in diesen Sommerferien Grundschulkinder in Gelsenkirchen ihre Schwimmfähigkeiten ausbauen. Sie werden von DLRG und Gelsensport angeboten.

Foto: Foto: Olaf Ziegler / FFS

Gelsenkirchen.  In Gelsenkirchen sind zwei Kinder im Schwimmbad ertrunken. Wartelisten für Schwimmkurse sind lang, sagt der DLRG. Weil Kinder langsamer lernen.

Die Schwimmkurse der DLRG für Kinder zwischen fünf und acht Jahren sind rappelvoll. Im Moment kann kein neues Kind mehr aufgenommen werden, erklärt die DLRG Gelsenkirchen auf Anfrage. Das liege vor allem daran, dass Kinder heute viel länger brauchen, um schwimmen zu lernen, sagen Andreas Ortmann und Detlef Gillmeister. Mit den Sprechern der DLRG Buer und Mitte sprach Redakteurin Tina Bucek.

Bucek: Herr Ortmann, kann eine Familie damit rechnen, morgen einen Platz für ihr Kind in einem Schwimmkurs der DLRG zu bekommen?

Ortmann: Nein, unsere Kurse sind im Moment voll. Im Hallenbad Buer haben wir in unserer Trainingszeit mittwochs zwischen 18 und 20.15 Uhr 60 Kinder im Kurs. Die Wartelisten sind lang. Selbst wenn jetzt alle Kinder abspringen würden, würde eine Familie, die heute anruft, dieses Jahr wahrscheinlich keine Chance haben.

Gillmeister: Bei den Kursen im Zentralbad in Gelsenkirchen-Mitte sieht es ähnlich aus. Wir lehren montags für etwa drei Stunden etwa 80 Kinder in kleinen Gruppen und Einheiten von jeweils 35 Minuten mit je zwei Ausbildern. Die Kurse sind sehr nachgefragt. Wir können nicht jeden aufnehmen.

Bucek: Woran liegt es, dass die Kurse so voll sind?

Ortmann: Kinder brauchen heute viel länger, um schwimmen zu lernen. Sie sind grobmotorischer. Und viele Kinder, die zu uns kommen, sind vorher noch nie mit Wasser in Berührung gekommen. Da dauert die Wassergewöhnung schon so lange, da kann man mit Schwimmbewegungen noch gar nicht richtig anfangen. Früher haben wir vier Mal im Jahr Kurse angeboten, heute schaffen wir nur zwei Termine.

Gillmeister: Die Kinder sollen ja nach dem Kurs in der Lage sein, ihr Seepferdchen zu machen, also 25 Meter sicher zu schwimmen. Das schaffen die meisten nicht mehr in drei Monaten.

Bucek: Könnten Sie denn nicht mehr Kurse anbieten?

Ortmann: So ohne weiteres ist das nicht möglich. Wir haben ja nur einmal in der Woche eine Trainingszeit jeweils im Zentralbad, im Hallenbad Buer und im Hallenbad Horst. Mehr Zeiten bekommen wir im Moment nicht zur Verfügung gestellt. Außerdem hätten wir auch Schwierigkeiten, für weitere Termine qualifiziertes Personal zu stellen.

Gillmeister: Wer einen Schwimmkurs leitet, muss ja einen Lehrschein haben. Und außerdem ist die Tätigkeit ehrenamtlich. Darum wollen ja auch so viele Familien zum DLRG: Die Kurse sind fast kostenlos und haben einen sehr hohen Standard.

Bucek: Was können Eltern denn tun, wenn sie ihr Kind trotzdem in einem Kurs anmelden wollen?

Ortmann: Es gibt ja die Ferienkurse „Quietschfidel“, die wir zusammen mit Gelsensport anbieten. Ein paar Plätze sind da für die Sommerferien noch frei. Die Kurse sind aber nur für Grundschulkinder, nicht für jüngere Kinder.

Gillmeister:

Und dann gibt es in Gelsenkirchen natürlich noch weitere Anbieter, die Schwimmunterricht geben, zehn Schwimmvereine und vier private Institutionen. Aber die sind unter Umständen teuer.

Bucek: Wie alt sollte ein Kind denn sein, um in einen Schwimmkurs zu gehen?

Gillmeister: In der Regel ist das Kind mit fünf Jahren in der Lage, die Bewegungen auszuführen, die es zum Schwimmen braucht. Es gibt aber auch Kinder, die können das schon mit vier Jahren

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