Open-Air-Veranstaltungen

Veranstaltungsflut in der Gelsenkirchener City: Lohnt das?

Gut besucht war das Street-Food-Festival auf dem Heinrich-König-Platz im Mai. Bei der zweiten Auflage des Jahres kamen weniger Hungrige in die City.

Gut besucht war das Street-Food-Festival auf dem Heinrich-König-Platz im Mai. Bei der zweiten Auflage des Jahres kamen weniger Hungrige in die City.

Foto: Olaf Ziegler / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen-Altstadt.  Auf dem Gelsenkirchener Heinrich-König-Platz gibt es jede Menge Events. Zuletzt kamen aber weniger Besucher. Das sagen die Organisatoren dazu.

Street Food Festival, Karibikfest, Jazztage und, nicht zuletzt, der wöchentliche Feierabendmarkt: Auf dem Heinrich-König-Platz in der City war in den vergangenen Wochen jede Menge los. Der grunderneuerte HKP hat sich inzwischen zum echten Liebling der Veranstalter gemausert. Gerade bei den genannten Veranstaltungen schlenderten jedoch merklich weniger Besucher zwischen Buden und Bühnen umher. Sind die Gelsenkirchener von der Event-Flut etwa übersättigt? Die WAZ hat bei den Veranstaltern nachgefragt.

„Meiner Meinung nach ist es noch nicht zu viel“, sagt Citymanagerin Angela Bartelt von der City-Initiative und erklärt: „Wir haben ganz unterschiedliche Formate. Vom Bauernmarkt über das spanische Fest bis hin zum Karibikfestival. Diese Vielfältigkeit ist wichtig.“ Weil viele Besucher ihren Abstecher in die City außerdem mit einem Bummel über die Bahnhofstraße verbänden, profitiere der Einzelhandel ebenfalls von den Veranstaltungen. „Die Rückmeldungen sind sehr gut.“

Drei Hochkaräter an einem Wochenende

Trotzdem sei in diesem Jahr nicht alles rund gelaufen, räumt Bartelt ein. „Beim Street-Beach-Festival war das Wetter einfach nicht gut, am Wochenende des Jazzfestivals gab es viele andere Veranstaltungen in der Stadt.“ Die Konkurrenzveranstaltung „Rock am Dom“ in Buer etwa oder das Konzert von Herbert Grönemeyer in der Arena. Ein organisatorisches Problem, das Jazztage-Veranstalter Rolf Wagemann „unangenehm“ fand.

Ganz zufrieden ist auch Alexander Binevitch nicht. Er organisiert sowohl die Street-Food-Märkte, die im Mai und am vergangenen Wochenende stattfanden, als auch das Street-Beach-Festival, für das im August zum zweiten Mal tonnenweise Sand auf den HKP gekippt worden war. „Das Wetter war dieses Jahr nicht unser Freund“, sagt er und meint damit den vorzeitigen Abbruch des verregneten Strandfests.

Die Besucherzahlen des zweiten international besetzen Street-Food-Fests 2019 seien ebenfalls etwas niedriger gewesen als bei der ersten Auflage. Binevitch erklärt sich das so: „Anfang des Jahres freuen sich die Menschen viel mehr, wenn draußen etwas passiert.“

Veranstalter wollen Programm verschlanken

Erfahrungen, die Auswirkungen auf die Planung für das kommende Jahr haben könnten: „Ob wir wieder zwei Street-Food-Festivals veranstalten, überlegen wir uns noch. Der Termin im Mai steht aber genauso wie der für das Karibikfest im August“, sagt Bartelt. Festhalten will sie aber in jedem Fall an dem spanischen Fest und dem Bauernmarkt. Und auch das Hopfenfest, das in diesem Jahr zum ersten Mal Besucher mit Bierspezialitäten in die City lockte, will sie wiederholen: „Das war eine tolle Veranstaltung.“

Die Frage, ob wieder Jazzmusik über die Fußgängerzone hallen wird, beantwortet Rolf Wagemann noch nicht final. „Vom Herzen aus wird es auf jeden Fall Jazztage geben“, sagt er. Mit den ersten Musikern sei er auch schon in Kontakt. Allerdings wünsche er sich mehr Unterstützung durch Stadtmarketing und Sponsoren.

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