Ortswechsel

Viele Gelsenkirchener hassen die Schlepperei bei Umzügen

Die WAZ hat Gelsenkirchener befragt: Wie oft sind Sie schon umgezogen?

Die WAZ hat Gelsenkirchener befragt: Wie oft sind Sie schon umgezogen?

Foto: istock

Gelsenkirchen.  Viel Gutes können Gelsenkirchener Umzügen nicht abgewinnen. Es sind die Kosten und die Schlepperei, die so viele Nerven kosten.

Dreimal umziehen, ist wie einmal abgebrannt, sagt ein Sprichwort. Entspannt scheint ein Umzug tatsächlich für niemanden zu sein. Aber während die einen mit 30 Jahren schon zehn Mal die Wohnung gewechselt haben, sind andere seit 1973 nicht mehr umgezogen und haben es auch nicht vor. Wie das Ehepaar, dass sich als sesshaft bezeichnet und auch die Wohnung nicht zugesammelt, weil die Frau immer für Ordnung sorgt.

Angela Bartelt dagegen hat mit ihren jungen 32 Jahren schon circa zehn Umzüge hinter sich. Geboren wurde die City-Managerin in Stadthagen, zog dann zum Studium nach Oldenburg, studierte noch einmal in Bremen und siedelte nach Gelsenkirchen um. Kurzzeitig wohnte sie noch mal woanders. Und in dieser Stadt hat sie seit 2016 bereits weitere vier Umzüge hinter sich. „Ich hatte immer Wohnungen, für die man viele Treppen überwinden musste. Da braucht man schon gute Freunde, die bei der Schlepperei helfen“, sagt die fröhliche junge Frau.

Geburtstagskarten müssen mit

Sie kann dem Nomadentum allerdings auch schöne Seiten abgewinnen. „Da ist natürlich auch immer die Vorfreude auf eine neue Einrichtung und neue Dekoration“, sagt sie. Allerdings schleppt die 32-Jährige immer alle Bücher mit, weil sie diese Schätze nicht wegschmeißen kann. „Und das wird natürlich immer mehr.“ Trennen kann sie sich auch nicht von Geburtstagskarten und schriftlichen Grüßen von lieben Menschen. Auch solche Karten müssen in jede neue Wohnungen mit.

Jan Ludt dagegen hat es geschafft, erst einmal im Leben umgezogen zu sein. Charmant fand er das allerdings auch nicht. „Es ist viel Arbeit damit verbunden“, sagt der Jurist. Vor allem müsse man sich viel anschaffen und alles selbst regeln, wenn man von zu Hause auszieht und plötzlich alleine wohnt. „Es ist ja eine Menge an Vorbereitungen zu treffen. Aber, es ist auch eine gute Gelegenheit, klar Schiff zu machen, das Ergebnis zumindest macht Spaß.“

„Einmal Gelsenkirchenerin, immer Gelsenkirchenerin“

„Ich bin vier Mal umgezogen im Leben, das reicht. Ich ziehe nicht mehr um“, sagt Heike Ciftci kategorisch. Immer innerhalb von Gelsenkirchen. Die 49-Jährige hat immer in dieser Stadt gewohnt und will auch nirgends anders hin. „Einmal Gelsenkirchenerin, immer Gelsenkirchenerin“, stellt die Hauswirtschafterin eines Altenheims klar. Sie hasst allerdings nichts mehr, als den Wechsel in eine andere Wohnung. Das ganze Drum und Dran sei so nervig: Das Ummelden, die Schlepperei, die Kosten. Umgezogen ist sie immer mit Hilfe von Freunden. „Die machen das ja für eine Bratwurst und ein Bier. Aber, was ein Umzugsunternehmen nimmt, das kann ja niemand bezahlen.“

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